Eintracht Frankfurt vs. FC Bayern München: Bestehen die geschwächten Bayern auch den SGE-Härtetest?

Vorschau

Vorschau | Am Samstagnachmittag empfängt Eintracht Frankfurt den FC Bayern München zum Spitzenspiel der Bundesliga. Während die Eintracht eine beeindruckende Konstanz zeigt, mehren sich auf Seiten der Münchener die Personalprobleme 

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 15:30  Uhr, Live bei Sky.

  • Eintracht Frankfurt: Perfekte Mischung – die Eintracht als Spitzenmannschaft
  • FC Bayern: Tolisso-Verletzung und COVID-19-Probleme: Ausfälle zur Unzeit
  • In den letzten vier Begegnungen dieser beiden erzielte die Heimmannschaft jeweils fünf Tore

Eintracht Frankfurt: Nicht spitzenmäßig, sondern eine Spitzenmannschaft

Sie machen einfach weiter. Seit einer 1:2-Niederlage in Wolfsburg Mitte Dezember ist Eintracht Frankfurt ungeschlagen. Auch von den Abgängen von Bas Dost und vor allem Kapitän David Abraham ließ man sich nicht aus dem Konzept bringen. Für den einen lieh man kurzerhand den bei Real Madrid unglücklich agierenden Luka Jovic (23) aus, den anderen ersetzte man intern durch den jungen Innenverteidiger Tuta (21). „Tuta hat mehr Spielpraxis und Selbstvertrauen. Er fühlt sich neben Hinteregger und Ndicka sehr wohl“, so Adi Hütter (51) auf der Pressekonferenz über den Brasilianer. Er sei „stabiler, aggressiver, ruhiger am Ball und auf einem anderen Level“, als noch beim 0:5 im Hinspiel. 

Bildquelle: imago

Die Eintracht war in dieser Saison lange auf der Suche nach dem perfekten System. Inzwischen verfügen sie über einen sehr guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern und vor allem ein perfekt funktionierendes Grundgerüst. Kevin Trapp und Martin Hinteregger (28) halten die Defensive zusammen, Makoto Hasebe (37) hat die Binde von Abraham übernommen und dirigiert nun das Mittelfeld. Und offensiv ist Filip Kostic (28) nach seinem am 2. Spieltag in Berlin erlittenen Innenbandanriss wieder zurück in Topform. Ganz vorne entfaltet André Silva (25) seit dieser Saison volles Aroma, steht bei mittlerweile 18 Saisontoren in 21 Spielen. Im Reportersprech würde man sagen, eine solches Team agiere „im Stile einer Spitzenmannschaft“. Bei der Konstanz der Frankfurter kommt man nicht umhin zuzugeben, dass die Eintracht mittlerweile eine Spitzenmannschaft ist

So waren sie – neben RB Leipzig – eine von nur zwei Mannschaften, die am vergangenen Spieltag gewinnen konnten. Damit stehen sie inzwischen auf Platz 3 – und haben am Samstagnachmittag den Tabellenführer zu Gast. „Dass wir bei dem Spitzenspiel dabei sind, haben wir uns verdient. Auf Augenhöhe sehe ich uns aber nicht, der FC Bayern hat sechs Titel geholt und ist Tabellenführer. Dennoch haben wir mit einer guten Leistung die Chance auf ein gutes Ergebnis“, so Adi Hütter auf der Pressekonferenz.

Was ihm dabei zugutekommen dürfte: Die Eintracht kann in diesem Spitzenspiel gegen den FC Bayern personell in die Vollen gehen. Zwar mussten Erik Durm (28) und André Silva unter der Woche im Training etwas kürzer treten, gefährdet sind ihre Einsätze jedoch nicht.

FC Bayern München: Personalprobleme zur Unzeit – Flick nimmt die Herausforderung an

Ganz anders sieht das bei den Münchenern aus. Nachdem mit Benjamin Pavard (24) schon der vierte Spieler binnen kürzester Zeit positiv auf COVID-19 getestet wurde, ist nach Berichten der Sportschau inzwischen auch eine Gruppenquarantäne nicht mehr ausgeschlossen, wenngleich die endgültige Entscheidung noch aussteht. 

Darüber hinaus zog sich Corentin Tolisso (26) im Training einen Sehnenriss im linken Oberschenkel zu und wird mindestens drei Monate fehlen. Auch Douglas Costa (30, Haarriss im Mittelfuß), Ersatztorhüter Alexander Nübel (24, Bänderverletzung), Serge Gnabry (25), Thomas Müller (31) und Tanguy Nianzou (18, Trainingsrückstand) können beim Auswärtsspiel in Frankfurt nicht mitwirken. 

 

 

Diese Personalproblematik kommt für die Münchener zur Unzeit. Denn nach dem Spiel in Frankfurt steht für sie das Champions-League-Achtelfinale im Olimpico gegen Lazio an. Die jüngste Form stimmt im Großen und Ganzen, man ist seit acht Pflichtspielen ungeschlagen und konnte davon sieben gewinnen, wenngleich die Aufholjagd im Heimspiel gegen Bielefeld (3:3) so nicht im Münchener Skript gestanden haben dürfte. Trotzdem zeigte sich Hansi Flick (55) auf der Pressekonferenz zufrieden: „Ich habe die Mannschaft gelobt, weil die Art und Weise, wie sie spielt, keine Normalität ist. In Bielefeld [sic!] hat sie gefightet. Die Charaktere sind herausragend und es macht Spaß, mit ihnen arbeiten zu können. Klar haben wir Rückschläge mit infizierten Spielern oder Verletzungen – vor drei Wochen hatten wir den Platz noch voll. Aber das ist so. In einer Saison kann das passieren. Daher ist es wichtig, die Phase gut zu überstehen.“

Prognose

In den letzten vier Aufeinandertreffen dieser beiden erzielte die Heimmannschaft jeweils fünf Tore. Dass die Eintracht ihr Kunststück von letzter Saison wiederholt, ist jedoch sehr unwahrscheinlich – trotz der Münchener Defensivschwächen. Was aber nicht bedeuten soll, dass sie nicht etwas Zählbares am Main behalten können. Die Struktur innerhalb der Mannschaft stimmt, sie verfügt über ein sehr variables Spiel und hat mit André Silva einen Stürmer in Topform. Man darf ein durchaus hochklassiges, intensives Fußballspiel erwarten, in dem – mit etwas Glück – auch mehr Tore fallen, als erwartet.

 

 

 
 

 

Mögliche Aufstellungen:

Eintracht Frankfurt: Trapp – Tuta, Hinteregger, Ndicka – Rode, Hasebe – Durm, Kamada, Younes, Kostic – André Silva

FC Bayern München: Neuer – Süle, Boateng, Alaba, Davies – Kimmich, Goretzka – Sané, Musiala, Coman – Lewandowski

(Photo by CHRISTOF STACHE/POOL/AFP via Getty Images)

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Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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