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90PLUS » Daniel Thioune & Werder Bremen: Passt das zusammen?
Bundesliga

Daniel Thioune & Werder Bremen: Passt das zusammen?

Jakob Haffke
07.02.26, 11:04
Jakob Haffke
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Nur drei Tage nach dem Aus von Horst Steffen stellte Werder Bremen mit Daniel Thioune bereits den Nachfolger auf der Trainerbank vor. Doch wie gut passt der Ex-Düsseldorf und HSV-Coach nach Bremen?

Werder Bremen verkündete am Donnerstag den Namen des neuen Trainers, der die Serie von zehn sieglosen Spielen beenden, die Offensive wiederbeleben und den Verein vor dem Abstieg bewahren soll. Die Wahl fiel auf einen Trainer, dessen vorletzte Station ausgerechnet der in Bremen extrem unbeliebte Rivale aus Hamburg war. Dazu war eben dieser Trainer im Herbst beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf nach nur einem Sieg aus zehn Spielen entlassen worden. Zu alledem kann dieser Coach keinerlei Erfahrung in der Bundesliga vorweisen, weder als Trainer, noch als Spieler. Anhand dieser Kriterien stellt sich die Frage, inwiefern ausgerechnet dieser Trainer namens Daniel Thioune in der Lage sein soll, die Bremer-Krise zu beenden.

Thiounes Vergangenheit nur auf den ersten Blick ein Problem

Beginnen wir beim Offensichtlichen: Daniel Thioune ist ein neues Gesicht ohne den, für viele Bremen-Fans zum Unwort verkommenen, „Stallgeruch“. In der Regel wird das Kennen des Vereins positiv gesehen. Doch in Bremen sieht es diesbezüglich, nicht zuletzt aufgrund der Unzufriedenheit mit der sportlichen Leitung, angeführt von den beiden Ex-Spielern, Clemens Fritz und Peter Niemeyer, anders aus. Thiounes Vergangenheit beim HSV spielt ebenfalls höchstens eine Nebenrolle, zumal Thioune noch nicht mal eine ganze Saison an der Elbe trainieren durfte.

Der vermeintliche Misserfolg in Düsseldorf lässt sich ebenfalls ein Stück weit relativieren. Auch nach 2o Spieltagen steht die Fortuna, wie zum Zeitpunkt von Thiounes Entlassung, nur auf Platz 13 in der Tabelle und hat gerade einmal drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Zuvor arbeitete Thioune drei Jahre lang durchaus erfolgreich am Rhein. Der Aufstieg in die Bundesliga wurde in der Saison 2023/24 nur denkbar knapp in der dramatischen Relegation gegen den VfL Bochum verpasst. Zudem musste Thioune immer wieder schwerwiegende Abgänge verkraften. So verließen beispielsweise Christos Tzolis, Ao Tanaka, Yannik Engelhardt oder Isak Johannesson den Verein, ohne gleichwertig ersetzt zu werden.

Marco Friedl
Foto: Getty Images

Steffen-Aus als Folge zu vieler Veränderungen

Beim genaueren Hinsehen fällt außerdem auf, dass Thioune vom Profil her durchaus gut zu den kurz-, aber auch langfristigen Zielen von Werder passen könnte. Vor der aktuellen Saison wurde Horst Steffen als neuer Übungsleiter und Nachfolger von Ole Werner an der Weser installiert. Seine Aufgabe war klar, zum Einen sollte er junge Spieler entwickeln, zum Anderen aus Werder wieder ein offensivstarkes Team machen und die Mannschaft spielerisch auf ein neues Level heben. Angesichts des personellen Aderlasses im Sommer mit den Abgängen von Leistungsträgern, wie Marvin Ducksch, den schweren Verletzungen von zentralen Spielern, wie Mitchell Weiser, und den sehr späten Verpflichtungen neuer Spieler, war dies, von Beginn an, eine echte Herkulesaufgabe.

Vor allem das Offensivspiel und die spielerische Entwicklung blieben zuletzt komplett auf der Strecke. Dies gipfelte in serienweise Spielen ohne eigenen Torerfolg. Es scheint so, als hätte der Verein und Horst Steffen sich zuviele Veränderungen auf einmal zugemutet.

Pragmatischer Ansatz Thiounes als optimaler Mittelweg?

Die bisherige Arbeit von Daniel Thioune hat gezeigt, dass der langjährige Osnabrücker kein Trainer ist, der dogmatisch auf eine bestimmte Systematik oder Spielweise festgelegt ist. Bei seiner Vorstellung-PK sprach Thioune davon, dass er den direkten Weg in die Tiefe dem Bespielen der Breite vorziehen würde. Dies lässt darauf schließen, dass der Fokus zunächst nicht mehr so stark auf dem flachen Herausspielen von hinten nach vorne liegen dürfte. Dies kann in der aktuellen Situation ein entscheidender Faktor werden. Immer wieder flogen den Bremern zuletzt beispielsweise eigene flache Abstöße aufgrund eines Ballverlusts um die Ohren.

Zugleich ist Thioune aber auch keine komplette Abkehr vom Weg hinzu einer offensiveren Spielweise. Der Kontrast von Steffen zu ebenfalls gehandelten Kandidaten, wie Bo Henriksen oder Bo Svensson, wäre deutlich größer gewesen. Dies ist durchaus ein wichtiger Faktor, damit sich Werder bezüglich des Anforderungsprofils an Trainer und Spieler nicht auf einen Schlingerkurs begibt und noch größere Unwuchten im Kader entstehen.

Hoffnung auf Leistungssprung einzelner Spieler

Auch bezüglich der individuellen Fähigkeiten der eigenen Spieler ergibt sich der Eindruck, dass Thioune diese meist gut für das Team nutzen konnte. Ein schneller, dribbelstarker Flügelspieler, wie Tzolis, bekam viele Freiheiten und brillierte in der Relegationssaison 2023/24. Doch auch spielstarke zentrale Mittelfeldspieler, wie Isak Johannesson oder Ao Tanaka wurden gut eingebunden und spielten eine zentrale Rolle. Dies weckt die Hoffnung, dass aktuelle Teilzeitkräfte, wie Cameron Puertas oder Samuel Mbangula wieder mehr Einsatzzeiten bekommen und ihr vorhandenes Potenzial abrufen können.

Cameron Puertas, Samuel Mbangula
Foto: Imago

Zwar ließ Thioune in Düsseldorf auf dem Papier meist mit einer Viererkette spielen, doch innerhalb des Spiels agierten die Spieler durchaus flexibel. Thioune betonte zudem bereits, dass er auf kein System festgelegt sei und so spielen lasse wolle, wie es am besten zur Mannschaft passen würde.

Ein weiterer Punkt, der den Bremern aktuell gut zu Gesicht stehen dürfte ist, dass Thioune bisher nicht unbedingt dafür stand, sein Team extrem hoch anlaufen zu lassen. Zuletzt zeigte sich Werder in hohen Pressingphasen oft sehr verwundbar, sobald der Gegner die erste Pressinglinie überspielt hatte. Ein etwas tieferer Mittelfeldblock, mit Fokus auf Kompaktheit in den eigenen Reihen, könnte Werder auch gegen den Ball kurzfristig stabilisieren.

Thioune hat bereits Erfahrung als „Retter“ im Abstiegskampf

Auch Werder-Experte Rouven Peter, von der Kreiszeitung und dem Flugkopfball-Podcast, der sich mit Werder und St. Pauli befasst, zeigt sich zuversichtlich, dass Thioune „genau der Richtige für die Seitenlinie der Bremer“ sein könnte.

Als Grund führt er unter anderem an, dass Thioune sowohl den VfL Osnabrück, als auch Fortuna Düsseldorf jeweils im Abstiegskampf übernommen, zunächst vor dem Absturz gerettet, anschließend stabilisiert und in höhere Tabellengefilde geführt hat. Er habe „bewiesen, dass er eine Mannschaft im Tabellenkeller wachrütteln und neue Kräfte mobilisieren kann“.

Zudem sieht Peter sehr positiv, dass „Thioune die Problemstellen erkannt“ und explizit benannt habe und gezielt an diesen arbeiten wolle. Dabei ginge es um „einerseits die eklatante Standardschwäche – die Bremer trafen erst ein einziges Mal nach einem Freistoß“, andererseits um das Verhalten „in den Umschaltmomenten, in denen die Mannschaft zuletzt zu nachlässig agierte.“

Außerdem sei von großer Bedeutung „der Mannschaft die nötige Lockerheit zurückzugeben„, dies sei eine der größten Stärken von Thioune, der als „klassischer Kumpeltyp“ seine Spieler gut erreichen würde.

Trainerwechsel keine Erfolgsgarantie, aber viele Aspekte scheinen zu passen

Unterm Strich betont aber auch Peter: „Garantien gibt kein Trainerwechsel dieser Welt“, dies gilt trotz guter Vorzeichen auch für Daniel Thioune. Trotzdem lässt sich bei genauerer Betrachtung vermuten, dass der 51-Jährige gut zum Anforderungsprofil von Werder Bremen passt und es ihm zuzutrauen ist, den Spagat zwischen kurzfristiger Stabilisierung und Sicherung des Klassenerhalts, sowie der langfristigen Entwicklung der Mannschaft und dem Fördern junger Spieler, zu schaffen.

So könnte Werder Bremen, mit der Installation von Daniel Thioune als vermeintlich zweite oder dritte Wahl auf der Trainerposition, ein echter Glücksgriff gelungen sein.

Jakob Haffke

THEMENDaniel ThiouneHorst SteffenWerder Bremen
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