Der FK Bodö/Glimt hat erneut für eine Überraschung in der Champions League gesorgt. Atletico hatte mit Club Brügge große Probleme.
Am späten Mittwochabend fanden neben der Partie von Bayer 04 Leverkusen bei Olympiakos zwei Spiele ohne deutsche Beteiligung in den Play-offs der Champions League statt. Vorjahresfinalist Inter musste auswärts bei Königsklassen-Neuling FK Bodö/Glimt ran, während Club Brügge das spanische Spitzenteam Atletico zu Gast hatte.
Trotz Traumstart: Atletico mit Problemen
In Belgien erwischten die Madrilenen einen Traumstart. Nach einem Handspiel von Joaquin Seys zeigte der Unparteiische zu Recht auf den Punkt. Julian Alvarez ließ sich nicht zweimal nehmen und nutzte die Chance zur frühen Führung mit einem Flachschuss ins rechte untere Eck (8.).
Trotz der unglücklichen Anfangsphase war Brügge gegen die Rojiblancos jedoch gut in der Partie und ließ mehrere Chancen auf den Ausgleich liegen. Jan Oblak parierte mehrmals stark, wehrte unter anderem einen guten Versuch des deutschen U21-Nationalspielers Nicolo Tresoldi ab. Auch Mamadou Diakhon und Raphael Onyedika kamen einige Male gefährlich zum Abschluss, scheiterten aber am Schlussmann Atleticos.
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zeigten sich die Gäste aus Madrid dann eiskalt und erhöhten entgegen des Spielverlaufs auf 2:0. Nach einem Eckball von der linken Seite rutschte der Ball zu Ademola Lookman durch, der aus kurzer Distanz mit dem Knie verwandelte (45+4.).

Brügge ließ sich jedoch auch vom zweiten Rückschlag nicht einschüchtern und meldete sich ebenfalls nach einer Ecke zurück. Onyedika traf kurz nach der Pause zum Anschluss (51.). Nur neun Minuten später drückte Tresoldi eine Diakhon-Hereingabe zum Ausgleich über die Linie (60.). Die Gastgeber hatten sich das 2:2 redlich verdient, brachten sich aber gewissermaßen selbst um den Lohn für ihren starken Auftritt. Joel Ordonez unterlief ein unglückliches Eigentor zum 2:3-Rückstand (79.).
Doch die bittere Szene des Verteidigers war nicht die letzte Pointe des mitreißenden Spiels. Tresoldi fand auf der linken Seite Christos Tzolis, der mit einem starken Abschluss zum erneuten Ausgleich und 3:3-Endstand einschoss.
Sensation: Bodö/Glimt fährt mit 3:1-Vorsprung nach Mailand
Im Parallelspiel musste Inter gegen den klaren Außenseiter FK Bodö/Glimt zunächst einem Rückstand hinterherlaufen. Die Norweger gestalteten die Partie von Beginn an offen und belohnten sich nach zwanzig Minuten. Kasper Högh legte nach einem feinen Spielzug per Hacke für Sondre Brunstad Fet auf, der vor Yann Sommer die Nerven behielt (20.).
Die Nerazzurri mussten sich aber nur kurz schütteln und kamen durch Pio Esposito zum Ausgleich. Wenige Minuten zuvor hatte Matteo Darmian noch den Pfosten getroffen, der junge Stürmer machte es besser und traf aus sechs Metern wuchtig aus der Drehung. Das Tor wurde nochmal überprüft, weil Carlos Augusto den Ball in der Entstehung an die Hand bekommen hatte, der Treffer hatte jedoch Bestand (30.)

Nach dem Seitenwechsel riss Inter die Spielkontrolle zunächst an sich, doch die Hausherren wussten, immer wieder Nadelstiche zu setzen und erwischten den Favoriten erneut kalt. Erneut hatte Högh seine Füße im Spiel und bediente nach einem Fehlpass von Carlos Augusto den Ex-Frankfurter Jens Petter Hauge. Gegen dessen Schuss in den Winkel war Sommer machtlos (61.). Doch damit nicht genug, nur drei Minuten später musste der Schweizer erneut hinter sich greifen. Fet und Blomberg spielten den überragenden Högh frei, der auf 3:1 für die Norweger stellte (64.).
Inter warf in der Schlussphase alles nach vorne, kam gegen die disziplinierte Hintermannschaft des FK Bodö/Glimt aber zu selten in gefährliche Situationen. Es blieb letztendlich beim überraschenden 3:1, das den Norwegern vor dem Rückspiel im San Siro eine vielversprechende Ausgangslage beschert.

