Beim FC Barcelona liegen nach der 0:2-Niederlage im Champions-League-Viertelfinale gegen Atlético Madrid weiterhin die Nerven blank. Zwei Tage nach dem Spiel hat der Klub nun offiziell Beschwerde bei der UEFA eingelegt – und damit den nächsten Schritt in der Eskalation rund um die umstrittene Schiedsrichterleistung gemacht.
Auslöser ist eine Szene aus der 54. Minute, die in Barcelona für großes Unverständnis sorgt. Nach einem Abstoß von Atlético-Keeper Juan Musso bekam Innenverteidiger Marc Pubill den Ball an die Hand. Für die Katalanen ein klarer Elfmeter – doch Schiedsrichter Istvan Kovacs ließ weiterspielen. Auch der VAR um Christian Dingert griff nicht ein.
Barça spricht von „erheblichem Fehler“
Die Reaktion aus Barcelona ließ nicht lange auf sich warten. Vizepräsident Rafael Yuste fand bereits im Vorfeld deutliche Worte und stellte die Entscheidung grundsätzlich infrage: „Es ist unglaublich, dass heutzutage, bei all den technischen, technologischen und elektronischen Mitteln, über die wir verfügen – ich beziehe mich dabei auf den VAR –, ein so eindeutiger Elfmeter nicht gepfiffen wurde, ganz gleich, ob absichtlich oder nicht.“
In der offiziellen Beschwerde an die UEFA verschärfte der Klub den Ton noch einmal. „Der Verein ist der Ansicht, dass es zu einer Schiedsrichterentscheidung kam, die gegen die geltenden Regeln verstößt und direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Ergebnis hatte“, heißt es in dem Schreiben. Zudem spricht Barça von einem „schwerwiegenden Versäumnis des VAR“, das einen „erheblichen Fehler“ darstelle.
Der Verein fordert nun Einsicht in die Kommunikation der Schiedsrichter sowie eine umfassende Untersuchung des Vorfalls.
Flick ebenfalls fassungslos

Auch Trainer Hansi Flick hatte seinem Ärger unmittelbar nach dem Spiel Luft gemacht – und dabei besonders den VAR ins Visier genommen. „Wenn der Torwart den Ball spielt und er ihn mit der Hand berührt hat – komm schon. Das ist doch so klar! Ich weiß einfach nicht, warum der VAR da nicht pfeift! Ich bin mir nicht sicher, warum“, erklärte der Deutsche.
In einem bemerkenswerten Moment richtete sich Flick sogar direkt an den deutschen VAR Christian Dingert: „Also, er ist ein Deutscher“, sagte Flick zunächst und fügte dann auf Deutsch in die Kamera hinzu: „Hallo!“ – bevor er erneut betonte: „Das ist doch unglaublich.“
Rückspiel unter Hochspannung
Die emotionale Aufarbeitung des Spiels dürfte die Ausgangslage für das Rückspiel zusätzlich aufladen. Am kommenden Dienstag steht das Duell im Metropolitano an, Barcelona muss dabei einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen.
Schon jetzt ist klar: Die Partie wird nicht nur sportlich, sondern auch emotional unter Hochspannung stehen.

