Finale in der Conference League: Fiorentina oder Piräus – Wer beerbt West Ham?

29. Mai 2024 | Global News | BY Till Gabriel

Eine Woche nach dem Finale in der Europa League steht das Endspiel der UEFA Conference League an. Während Olympiakos Piräus erstmals einen internationalen Titel einfahren will, möchte die Fiorentina eine lange Flaute beenden.

Conference League: Jubelt Olympiakos im Wohnzimmer des Rivalen?

Die UEFA Conference League fliegt drei Jahre nach ihrer Einführung weiterhin etwas unter dem Radar, dabei hatte der drittwichtigste europäische Wettbewerb in den letzten Saisons durchaus namhafte Duelle zu bieten. So auch in dieser Spielzeit, heute Abend greifen in Athen Olympiakos Piräus und die Fiorentina nach dem Pott (21 Uhr, Nitro/RTL+).



Ein ganz besonderes Endspiel wartet auf die Griechen. In der 99-jährigen Vereinsgeschichte gewann Olympiakos bisher noch keinen internationalen Titel. Jetzt bietet sich dem Rekordmeister (47 nationale Meisterschaften) die große Chance und das ausgerechnet im Stadion von Ligarivale AEK Athen. „Wir wollen nun auf griechischem Boden den Pokal holen“, stellte Vereinsboss Evangelos Marinakis unmissverständlich klar.

Die griechische Polizei kündigte derweil bereits etliche Maßnahmen an, um einen friedlichen Ablauf des Endspiels zu gewährleisten. In der Regel dürfen in der griechischen Super League nämlich gar keine Auswärtsfans ins Stadion, jetzt gastieren die Piräus-Anhänger im Wohnzimmer des Rivalen – und die Hausherren sind nichtmal da.

Großer Jubel: Im Halbfinale schaltete Piräus Aston Villa aus. (Photo by ANGELOS TZORTZINIS/AFP via Getty Images)

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Sportlich macht vor allem Torjäger Ayoub el Kaabi Hoffnung, der in acht Conference-League-Partien gleich zehnmal traf. Schon in der Gruppenphase der Europa League, die Olympiakos hinter dem SC Freiburg auf Platz drei abschloss, erzielte der Marokkaner drei Tore für die Elf von Trainer José Luis Mendilibar.

Ein echtes Ausrufezeichen setzte die „Legende“ – ein Spitzname, der sich in den 1950er-Jahren etablierte – im Halbfinale, als man mit Aston Villa die Überraschungsmannschaft der Premier League aus dem Wettbewerb schoss. Fünf der sechs Tore erzielte el Kaabi, aufs Feld geführt wird die Elf von Konstantinos Fortounis, der einst drei Jahre für den 1. FC Kaiserslautern kickte.

Nach Finalpleite gegen West Ham: Zweiter Anlauf für die Fiorentina

Auch bei der Associazione Calcio aus Florenz steht ein ehemaliger Bundesligaspieler im Mittelpunkt. Nicolas González, der seine ersten Schritte in Europa beim VfB Stuttgart machte, ist in einer Mannschaft, die ohne einen klaren Torjäger auskommt, meist der gefährlichste Offensivakteur. Der argentinische Nationalspieler erzielte in der abgelaufenen Serie-A-Saison elf Tore für die Viola, in der Conference League traf er zweimal.

Mit dem erneuten Einzug ins Finale verewigte sich die Fiorentina bereits in der jungen Geschichte des Wettbewerbs. Schon im Vorjahr stand Florenz im Endspiel, musste jedoch West Ham United den Titel überlassen. In dieser Spielzeit ließ die Elf von Vincenzo Italiano keine Zweifel daran aufkommen, dass sie Revanche für die bittere Pleite will und marschierte bisher, abgesehen von einem 0:1 gegen Rapid Wien in der Qualifikation, ungeschlagen durch den Wettbewerb.

Hoffnungsträger bei der Viola: Ex-Stuttgarter Nicolás Gonzalez. (Photo by MARCO BUCCO/BELGA MAG/AFP via Getty Images)

In den nationalen Wettbewerben lief das Jahr dagegen durchwachsen. In der Coppa Italia ging es immerhin bis ins Halbfinale, dort war allerdings gegen Europa-League-Sieger Atalanta Endstation. Der Pokalsieg 2001 ist damit der bis dato letzte Titel des Traditionsvereins aus der Toskana.

Da Florenz in der Serie A nur Achter wurde, steht noch nicht fest, in welchem UEFA-Wettbewerb der zweimalige italienische Meister demnächst spielen wird.  Verliert der Ex-Verein von Mario Gomez das Finale gegen Olympiakos, geht er auch 2024/2025 in der Conference League an den Start. Holt die Italiano-Elf den ersten internationalen Titel seit 1961, zieht sie in die Europa League ein.

(Photo by FABRICE COFFRINI/AFP via Getty Images)


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