Ukraine vs. England: Gelingt die nächste Überraschung?

Vorschau

Vorschau | Am frühen Samstagabend treffen die Ukraine und England im Stadio Olimpico aufeinander. Während die Mannschaft von Andriy Shevchenko weiter am eigenen Märchen basteln kann, will England den Fußball wieder nach Hause bringen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 18:00 Uhr, Live im Ersten

  • Ukraine: Gerade so weitergekommen, aber unter Shevchenko lernwillig
  • England: Den Sieg gegen Deutschland mit dem Halbfinaleinzug veredeln
  • Kein klarer Sieg zu erwarten, auch Verlänherung möglich

Ukraine: Geht das blau-gelbe Märchen gegen England weiter?

Gerade so ist die Ukraine weitergekommen, als schwächster der vier besten Gruppendritten und einzige Mannschaft mit zwei Niederlagen und einer negativen Tordifferenz. Zwar holte man in Amsterdam ein 0:2 auf, musste aber doch noch den späten Knockout schlucken, bevor es ein 2:1 gegen Nordmazedonien gab. Zum Abschluss musste sich die Ukraine Österreich 0:1 geschlagen geben.

Im Achtelfinale bezwang die Mannschaft von Andriy Shevchenko (44) Schweden in der 121. Minute. Doch bis zur roten Karte für Marcus Danielson (32) waren sie allenfalls die zweitbeste Mannschaft. Vor allem der Leipziger Emil Forsberg (29) zeigte sich enorm auffällig, traf zum 1:1 und danach noch zweimal Aluminium.  

 



 

Doch wenn sich die Ära Shevchenko durch etwas auszeichnet, dann dadurch, dass Mannschaft und Trainer lernwillig sind. Nachdem die Ukraine 2016 noch mit drei Niederlagen als Gruppenletzter ausschied, kam der ehemalige Weltklassestürmer ins Amt, was mangels Erfahrung nicht nur positiv gesehen wurde. Shevchenko verjüngte die Mannschaft mit Spielern wie Oleksandr Zinchenko (24), Roman Yaremchuk (25) oder Vitaly Mykolenko (22), behielt noch einige erfahrene Akteure, darunter Andriy Pyatov (37) und Andriy Yarmolenko (31).

Grundsätzlich versucht Shevchenko eine aktive Spielweise zu installieren, was vor allem Ende 2020 nach hinten losging. In der Nations League unterlag man Spanien 0:4, gegen Frankreich gab setzte es in einem Freundschaftsspiel gar ein 1:7. Als die Ukraine beiden Gegnern erneut gegenüberstand, gewannen sie dank einer defensiveren Herangehensweise in der Nations League 1:0 gegen Spanien und holten in der WM-Qualifikation ein 1:1 im Stade de France. Die taktische Flexibilität ist generell ein Markenzeichen. Shevchenko ließ seine Mannschaft schon in sechs verschiedenen Formationen spielen. Damit erreichte die Ukraine erstmals das Viertelfinale einer Europameisterschaft. Gegen England können sie einmal mehr aus der Underdogrolle heraus agieren – und vielleicht ihrer Geschichte ein neues Kapitel hinzufügen.

Alle Spiele und Ergebnisse der EM

England: Großes Ergebnis, aber auch großer Druck

Nach dem Schlusspfiff zögerte die Stadionregie in Wembley keine Sekunde, die „Three Lions“ aufzulegen. Erstmals seit dem WM-Finale 1966 besiegte England die DFB-Elf bei einem großen Turnier. Zuvor schon gewannen sie ihre Gruppe vor Kroatien (1:0), Schottland (0:0) und Tschechien (1:0). Dadurch sind die Engländer die einzige verbliebene Mannschaft im Turnier, die noch keinen Gegentreffer kassiert hat.

Bildquelle: imago

Auch das Team von Gareth Southgate (50) zeigte sich bisher taktisch variabel. Neben dem 4-2-3-1 studierte man auch ein 3-4-3 ein. Besonders letzteres half beim 2:0-Erfolg über Deutschland. Mit diesem Ergebnis geht allerdings auch ein großer Druck einher. Ein Aus gegen die Ukraine oder Tschechien, beziehungsweise Dänemark im Halbfinale wäre die nächste Enttäuschung für England bei einem großen Turnier. Noch dazu, weil Halbfinale und Finale in Wembley stattfinden.

Allerdings ist die Mannschaft nach wie vor mit einer enormen individuellen Qualität gespickt. Es wird spannend zu sehen sein, ob Southgate Jadon Sancho (21) nach dessen vollzogenen Wechsel zu Manchester United mehr Minuten – oder vielleicht sogar einen Startelfeinsatz – zukommen lässt. Seine Fähigkeiten im Dribbling und Torgefahr dürften gegen die Defensive der Ukraine sicherlich nicht von Nachteil sein. Und mit dem Halbfinale wäre der Fußball ja wieder zuhause. England hat die Chance, es liegt an ihnen, sie gegen die Ukraine auch zu nutzen.

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Prognose

Wenn dieses Turnier etwas gezeigt hat, dann, dass alles möglich ist. Ein Weiterkommen der Ukraine wäre eher die Bestätigung dieser Regel, denn eine Ausnahme. England wird – anders, als gegen Deutschland – wieder selbst das Spiel machen müssen. Man darf allerdings keinen klaren Sieg erwarten. Unter Umständen könnte es sogar eine Verlängerung geben. Trotzdem ist es wahrscheinlicher, dass England der Einzug ins Halbfinale gelingt.  

 

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Ukraine: Bushchan – Zabarnyi, Kryvtsov, Matviyenko – Karavaev, Sydorchuk, Stepanenko, Shaparenko, Zinchenko – Yarmolenko, Yaremchuk

England: Pickford – Walker, Stones, Maguire – Trippier, K. Phillips, Rice, Shaw – Sancho, Kane, Sterling

Copyright: Andrew Milligan/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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