„Ganz anderes Gesicht zeigen“: Bochum vor Relegation angeknockt

20. Mai 2024 | Global News | BY sid

Die Achterbahnsaison des VfL Bochum gipfelt in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf. Der Bundesligist muss seinen Mut wiederfinden.

Der VfL Bochum hofft auf eine Reaktion in der Relegation

Bochum (SID) Der VfL Bochum hat Angst. Vor dem Relegations-Hinspiel gegen Fortuna Düsseldorf verbarrikadiert sich der Ruhrpott-Klub, trainiert nur hinter verschlossenen Türen, um seinen Fokus und vor allem seinen Mut wiederzufinden. Nach dem „grausamen“ und „inakzeptablen“ Auftritt am letzten Spieltag in Bremen (1:4) will Kapitän Anthony Losilla mit seinem Team in den Endspielen gegen Fortuna Düsseldorf „ein ganz anderes Gesicht zeigen“.

Nach dem letzten Spieltag liegt Bochum am Boden und muss wieder aufstehen, so schnell es geht. Den Fans wird für diese Vorstellung jede Menge Fantasie abverlangt. Vor dem Debakel in Bremen fiel der sonst so heimstarke VfL im Ruhrstadion immerhin bei der 0:5-Klatsche gegen Meister Bayer Leverkusen völlig auseinander.

Die Verantwortlichen helfen sich mit Zweckoptimismus. „Wir haben schon andere Situationen überstanden und sind absolut in der Lage, den Turnaround zu schaffen“, sagte Sportdirektor Marc Lettau. Kevin Stöger stimmte ein: „Wer den VfL kennt, weiß, dass wir in solchen Situationen immer wieder aufstehen.“

In der Tat ist die Unberechenbarkeit der Bochumer quasi der rote Faden der Achterbahnsaison. Die letzten vier Spieltage waren das Paradebeispiel, den teilweise euphorisierenden Offensiv-Auftritten gegen die TSG Hoffenheim und Union Berlin folgten die derben Pleiten zum Abschluss, die den Sturz von Rang 14 auf 16 und das Nachsitzen in der Relegation herbeiführten.



Dennoch geht der VfL als Favorit in die Spiele am Donnerstag und Montag (beide 20.30 Uhr/Sky und Sat.1) und könnte zunächst von seinem Heimvorteil profitieren. 23 seiner 33 Punkte holte Bochum „anne Castroper“, nur vier Teams gewannen dort. Der vermeintliche Außenseiter Düsseldorf ist gewarnt.

„Jeder weiß, was an der Castroper Straße los ist“, sagte Kapitän Andre Hoffmann, der mit seiner Mannschaft zum Saisonabschluss beim 3:2-Heimsieg gegen Magdeburg am Sonntag nochmal Selbstvertrauen tankte: „Es werden Partien auf Augenhöhe“.

Bei den Düsseldorfern ruhen die Hoffnungen besonders auf Zweitliga-Torschützenkönig Christos Tzolis. Mit einem Dreierpack im Saisonfinale schnappte der Grieche sich sensationell noch die Torjägerkanone, schoss sich so richtig für Bochum warm und blickte gleich auf die kommenden Endspiele.

„Jetzt warten zwei schwere und enge Spiele auf uns. Wenn wir in der Bundesliga spielen wollen, müssen wir auch gegen die Mannschaften aus der Bundesliga gewinnen“, sagte er: „Wir freuen uns auf die beiden Partien.“ Mit dem Selbstvertrauen von 22 Toren in 30 Spielen könnte der Stürmer die wackelige und verunsicherte Bochumer Hintermannschaft vor große Probleme stellen.

Aber erstmal muss der VfL bis zum Showdown am Donnerstag wieder zu sich selbst finden. „Wir müssen jetzt alle Kräfte sammeln, alles geben, um am Ende der beiden Spiele erstklassig zu bleiben“, forderte Losilla: „Gegen Düsseldorf müssen wir es schaffen, egal wie – für den VfL Bochum.“ (SID)

(Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)


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