Ein Aufsteiger auf dem Weg zur Meisterschaft: So läuft es außerhalb von Europas Top-Ligen

Royal Union St. Gilloise mischt die Belgische Meisterschaft auf.
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Spotlight | Während in den europäischen Top-Ligen die üblichen Meisterschaftskandidaten auch in dieser Saison wieder um die nationalen Titel kämpfen, ist die Meisterschaft in vielen kleineren Ländern schwerer vorhersehbar. Auf Belgien trifft das allemal zu.

St. Gilloise auf dem Weg zur Belgischen Meisterschaft

Jupiler Pro League:

Ein Mini-Klub aus Belgien hat mittlerweile Fußballfans aus der ganzen Welt in seinen Bann gezogen. Denn mit Royal Union St. Gilloise könnte seit Leicester City mal wieder ein kleinerer Verein für eine faustdicke Überraschung sorgen. Der Klub aus der Region führt die Tabelle der Jupiler Pro League völlig überraschend an und lässt lokale Top-Klubs wie Club Brügge (Platz zwei), Europa-League-Teilnehmer Royal Antwerpen (Platz drei), den RSC Anderlecht (Platz vier) oder KAA Gent (Platz fünf) hinter sich.

Mit 26 Gegentoren stellen sie die mit Abstand beste Defensive der Liga. Nur Gent kann da mit 28 kassierten Treffern mithalten. Und offensiv haben sie einen, der in Deutschland vor allem aus der 3. Liga bekannt ist: Deniz Undav (25). Der ehemalige Meppener war vor der Saison gekommen und führt die Torjägerliste mit 25 Treffern an. In der Tabelle liegt seine Mannschaft fünf Punkte vor dem Vorjahresmeister aus Brügge. Der reguläre Ligabetrieb dauert noch zwei Spiele an, danach folgt aber noch eine Play-off-Phase, in der die Top-Teams noch einmal aufeinandertreffen werden.

Admiral-Bundesliga:

Auch Österreich wartet mit einem interessanten Modus um die Meisterschaft auf. Die zwölf teilnehmenden Mannschaften spielten zunächst in 22 Spielen jeweils zweimal gegeneinander, ehe die Tabelle zwischen den Plätzen sechs und sieben geteilt wurde. Die Top-Teams spielen in einer Meisterrunde (Hin- und Rückspiel) den Champion aus, die restlichen Mannschaften spielen gegen den letzten Platz. Die Punkte aus der vorherigen Phase werden halbiert und mit in die jeweilige Endrunde genommen.

Red Bull Salzburg ist in der Alpenrepublik auch in dieser Saison das Maß aller Dinge. Die reguläre Saison schloss RB mit 55 Punkten ab. Der Zweitplatzierte Sturm Graz holte, genau wie der Drittplatzierte Wolfsberger AC, 37 Zähler. Und auch in der Meisterrunde läuft alles auf die Salzburger hinaus. Ihre ersten beiden Spiele konnten sie gewinnen. Gegner: Graz (1:0) und Wolfsberg (4:1). Aktuell sind es, trotz Punktehalbierung, schon wieder zwölf Punkte Vorsprung auf die Grazer.

Eredivisie:

Trotz gefühlter Ajax-Dominanz herrscht in den Niederlanden viel Spannung. Denn die Amsterdamer haben an der Tabellenspitze mit 66 Punkten gerade einmal zwei Zähler Vorsprung auf den ersten Verfolger PSV Eindhoven (64). Der Drittplatzierte Feyenoord Rotterdam ist, spätestens seit der bitteren 2:3-Niederlage bei Ajax Amsterdam, mit 55 Punkten dagegen außen vor.

Dieses heiße Duell steht der PSV Eindhoven noch bevor. Das Team um Mario Götze muss am vorletzten der insgesamt 34 Spieltage in die niederländische Hafenstadt reisen. Am kommenden Spieltag wartet mit Twente Enschede zudem der Vierplatzierte. Abseits dessen hat PSV die „dicken Fische“ jedoch schon hinter sich gebracht. Ähnlich wie Ajax, die mit AZ Alkmaar und Vitesse Arnheim ebenfalls noch zwei Europacup-Aspiranten vor der Brust haben.

Die jüngere Form spricht indes für PSV. Eindhoven präsentierte sich souverän und hält aktuell eine Siegesserie von sechs Spielen. Bei den Amsterdamern hatte sich in dieser Zeit eine überraschende 1:2-Niederlage gegen die Go Ahead Eagles eingeschlichen. Das dürfte immerhin die neutralen und die PSV-Fans gefreut haben. Denn dadurch ist das Rennen um die niederländische Meisterschaft wieder so richtig spannend.

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Süper Lig:

In der Türkei ist die Geschichte rund um die Meisterschaft im Prinzip schnell erzählt. Denn hier führt kein Weg an Trabzonspor vorbei. Mit 70 Punkten aus 30 Spielen führen die Rot-Blauen die Tabelle eindeutig an. Der erste Verfolger Konyaspor ist mit 55 Zählern weit abgeschlagen.

Bemerkenswert ist, dass Trabzon zuletzt gegen den Abstiegskandidaten Rizespor seine erste Niederlage seit 13 Spielen kassiert hat. Rize beendete seinerseits eine Serie von vier Niederlagen und sieben Spielen ohne Sieg. Am Ausgang der Meisterschaft wird diese Überraschung acht Spiele vor Schluss aber wahrscheinlich nichts mehr ändern. Zumal Konya ebenfalls mit 1:2 gegen Fenerbahce Istanbul verloren hat.

Super League:

Ähnlicher Name, ähnliche Konstellation: Was Trabzon in der Türkei ist, das ist der FC Zürich in der Schweiz. Die ersten drei Plätze sind mit Zürich, dem FC Basel und den Young Boys Bern eigentlich klangvoll besetzt, doch in dieser Saison sind die Rollen klar verteilt. Den Zürchern (62 Punkte) macht keiner etwas vor, Basel (50) und Bern (45) bleiben nur die Verfolgerrollen. Zudem ist der FC Lugano (45) ebenfalls noch auf Kurs.

Obwohl die Liga nur zehn Teams umfasst, wird sie an 36 Spieltagen ausgetragen. Dafür spielen die Mannschaften insgesamt viermal gegeneinander. Am Ende wird der Erstplatzierte Schweizer Meister. Neun Spiele vor Schluss deutet alles auf den FC Zürich hin. Zwar geht es noch einmal gegen jedes Team, doch zu den bisher drei Niederlagen müssten noch einige hinzukommen. Und dann nimmt sich die Konkurrenz ja noch gegenseitig die Punkte weg.

Liga Portugal:

Etwas spannender geht es da noch in Portugal zu. Tabellenführer FC Porto hat nach 27 Spielen zwar schon 73 Punkte gesammelt, damit allerdings „nur“ sechs mehr als der erste Verfolger Sporting Lissabon (67). Dabei ist der FC Porto immer noch ungeschlagen. 23 Siegen stehen nur vier Remis gegenüber. Gemeinsam mit Benfica Lissabon stellt Porto mit 68 Toren die beste Offensive der Liga, hat mit 19 Gegentreffern zudem die zweitbeste Defensive. Nur Sporting steht in der Abwehr noch sicherer (17).

Das direkte Duell in der Liga verkam vor einigen Wochen zum Eklat. Da hatten in der Nachspielzeit nach einer wilden Rudelbildung gleich vier Spieler die Rote Karte gesehen. Auf Seiten des Tabellenführers flogen Abwehrchef Pepe und Augustin Marchesin, bei Sporting Joao Palhinha und Tabata. Das Ergebnis von 2:2 geriet da völlig in den Hintergrund. Für Sporting war es jedoch die verpasste Chance, noch einmal näher heranzurücken. Denn wenn Porto die Konstanz halten kann, dann werden sie auch (ungeschlagener) Meister. So wie einst der FC Arsenal.

 

Photo by BRUNO FAHY/BELGA MAG/AFP via Getty Images

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