Milan, VAR-Ausführung, Kovac: Wer ist der Verlierer des Jahres?

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Awards | Traditionell hat ein Fußballjahr nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer. Der AC Mailand, die Ausführung des VAR oder Niko Kovac- wer ist für euch der Verlierer des Jahres?

Das Fußballjahr 2019 neigt sich dem Ende zu und auch in diesem Jahr verleihen wir wieder einmal die Jahresawards. In zwölf Kategorien kann abgestimmt werden, im Anschluss geben wir die Gewinner bekannt!

Hier findet ihr die Vorstellung der Nominierten in Audioform:

AC Mailand

Es ist irgendwie jedes Jahr die gleiche Geschichte mit der Milan, doch die Auswirkungen sind bisher keinesfalls derart extrem gewesen, wie im Kalenderjahr 2019. Nachdem man sich in der Saison 2018/19 vor allem in der Rückrunde unter Vereinsikone Gennaro Gattuso einigermaßen gefunden hatte, musste im Sommer abermals ein Wechsel auf dem Trainerstuhl her.

(Photo by Marco Luzzani/Getty Images)

Das Gattuso-Fundament wurde also überraschend eingerissen, im gleichen Zug verließ auch Sportdirektor Leonardo den Klub, mit Paolo Maldini und Zvonimir Boban kamen zwei weitere Vereinslegenden zurück in den operativen Bereich. So fand sich Milan wiederholt in einer Phase der kompletten Neuausrichtung vor. Ein kleines Omen für den anschließenden Verlauf für Spielzeit bekam der zweiterfolgreichste Verein der Champions League-Historie dann mit dem Ausschluss aus der Europa League wegen Verstößen gegen das FFP.

Unter dem neuen Trainer Marco Giampaolo fanden Spieler wie Ante Rebic, Theo Hernandez oder Rafael Leao den Weg in die Lombardei. Auch wenn der homogene Gedanke bei der Kader-Planung nicht derart beachtet wurde, hatte man zumindest auf dem Papier eigentlich eine schlagkräftige Truppe zusammen. Doch unter Giampaolo kam Milan überhaupt nicht in die Gänge, was schon im Herbst seine Entlassung zur Folge haben sollte. Mit Stefano Pioli steht nur bereits der dritte Übungsleiter in den letzten sechs Monaten an der Seitenlinie, welcher aber komischerweise ganz andere Spieler schätzt als sein Vorgänger (einst sortierte er besagten Rebic beispielsweise in Florenz aus).

Doch auch unter Pioli sind die Fortschritte bisher allenfalls marginal. Platz 10 in der Serie A, ein aufgeblähter Kader, zahlreiche unzufriedene Spieler – und viele Hoffnungen auf die Rückkehr eines 38-jährigen „Messias“ in der Rückrunde: Zlatan Ibrahimovic. Das Kalenderjahr 2019 war abermals wahrlich „milanesque“ – allerdings mit einer neuen Stufe an Abgründen.

Marius Merck

VAR-Ausführung

Jahrzehntelang wurde im Profifußball weltweit über aberkannte Tore durch Abseitsentscheidungen, vermeintliche Abseitstreffer die nicht hätten zählen dürfen, oder nicht gegebene Platzverweise diskutiert. Eine Partei fühlte sich stets benachteiligt und ungerecht behandelt, weshalb im internationalen Fußball nach und nach der Videobeweis eigeführt wurde. Nachdem der Video-Assistant-Referee bereits 2017 in der Bundesliga eingeführt wurde und ursprünglich nur bei klaren Fehlentscheidungen eingreifen sollte, wird er zur aktuellen Spielzeit auch in der Premier League eingesetzt.

Der VAR ist mittlerweile auch Teil der Champions League und hat den Profifußball tatsächlich stark beeinflusst, aber nicht gerechter gemacht. Der Videoschiedsrichter greift inzwischen lange nicht mehr nur bei klaren Fehlentscheidungen ins Spielgeschehen ein. Viele nicht ganz klare Spielsituationen werden im internationalen Fußball vom VAR beeinflusst. Das Spiel wird dann teilweise für mehrere Minuten unterbrochen, und bei einigen Toren, findet der große Jubel nichtmehr statt, wenn das Tor fällt, sondern wenn die VAR-Entscheidung zugunsten des Stürmers getroffen wird. 

(Photo DANIEL LEAL-OLIVAS/AFP via Getty Images)

Nicht nur die Emotionen gehen dem Fußball so verloren, auch die Ausführung ist oft schlecht. Wenn der Schiedsrichter für eine vermeintlich klare Abseitsentscheidung oder einen Platzverweis mehrere Minuten der Entscheidungsfindung braucht, geht auch der Spielfluss verloren und die Nettospielzeit verringert sich. Spieler, Zuschauer und Funktionäre vertrauen der ursprünglichen Entscheidung des Schiedsrichters durch den Videobeweis immer weniger.

Ein weiteres Ärgernis ist die fehlende Linie bei den Entscheidungen, so greift der VAR gelegentlich auch bei klaren Handspielen nicht ein, um in einer anderen, wesentlich weniger eindeutigen Situation für eine Spielpause zu sorgen. Auch die Tatsache, dass der VAR in verschiedenen Wettbewerben unterschiedlich eingesetzt wird, verwirrt. In der Champions League ist er beispielsweise in jedem Spiel verfügbar, in der Europa League aber erst ab der KO.-Phase.In der aktuellen Form spaltet der VAR den Profifußball, bringt Verwirrung mit sich und sorgt für noch mehr Diskussionen, macht ihn aber nur in wenigen Fällen wirklich gerechter.

Piet Bosse

Niko Kovac

„Es gibt bei Bayern München keine Jobgarantie – für niemanden.” Im Frühjahr sprach Karl-Heinz Rummenigge diese Worte und sie sollten nachhallen, bis, ja bis in den Herbst hinein. Niko Kovac ist nicht länger Trainer des FC Bayern. Eine Saison lang und ein paar Gequetschte hat er sich an der Seitenlinie beim deutschen Rekordmeister gehalten. Einfach hatte er es nie. Einfach machte er sich jedoch auch nie. Insbesondere, indem er häufig die eigene Mannschaft in die Kritik nahm – und sich selbst heraus.

(Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)

Mitte 2019 noch von den eigenen Fans dank des Double-Gewinns frenetisch gefeiert, wurde Kovac im Herbst von Mann und Maus in Rot frenetisch verjagt. Ja, das Jahr 2019 des Niko Kovac war ereignisreich und noch viel mehr: tragisch. Sein Ende beim FCB hatte irgendwie etwas Schmerzvolles, weil es so vorhersehbar gewesen war. Nicht das ob, sondern das wann war die entscheidende Frage. Und da passt es wie der Leberkäs’ in der Semmel, dass Kovac trotz zweier Titel in seiner ersten Bayern-Saison am Ende des Jahres 2019 wie ein eindeutiger Verlierer dasteht.

Nico Scheck

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