Nach Social-Media-Aus – Henry über Hassrede: „Es muss eine Art von Verantwortlichkeit geben“

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News | Thierry Henry hat nach seinem Social-Media-Rückzug erklärt, genug davon zu haben, „über rassistische Beschimpfungen zu reden“. Er verlangt konkrete Taten.

Zu viel Rassismus und Hassrede: Henry kritisiert Social-Media-Plattformen

Ex-Fußballer Thierry Henry (43) hat am vergangenen Freitag per Twitter angekündigt, seine Social-Media-Kanäle bis aufs Weitere zu deaktivieren. „Hallo Leute, ab morgen früh werde ich mich aus den sozialen Medien entfernen, bis die Verantwortlichen in der Lage sind, ihre Plattformen mit der gleichen Vehemenz und Wildheit zu regulieren, wie sie es derzeit tun, wenn man das Urheberrecht verletzt“, schrieb Henry. In einem Gespräch mit Watford-Profi Troy Deeney (32), aufgezeichnet von The Sun, fordert der Ex-Arsenal-Star konkrete Taten von den Social-Media-Plattformen. Er sei müde, immer wieder über Rassismus zu reden.

„Es gibt viele Geschichten. Du hast sie. Ich habe sie. Jeder hat sie“, so Henry zu Deeney. „Aber ich rede, wir reden, ich rede, wir reden, ich rede, wir reden. ‚Was war es?‘ ‚Wie hast du dich gefühlt?‘ ‚Hast du in der Nacht gut geschlafen?‘ ‚Bist du gut aufgewacht?‘ Ich rede, wir reden, ich rede, wir reden – ich habe genug vom Reden.“ Der Unterschied sei nun, das Hassrede im digitalen Raum meist konsequenzenfrei bleibt. „Es gibt Redefreiheit. Aber man kann nicht schreien, was man will, in einem Flughafen, einem Kino, einer Polizeistation. Das ist mein Punkt: Verantwortlichkeit“, erklärte Henry. Der Franzose fordert, dass es in Zukunft etwas wie die Sozialversicherungsnummer oder den Reisepass bräuchte, um sich ein Konto auf Social-Media-Plattformen zu erstellen. „Es muss eine Art von Verantwortlichkeit geben.“

Henry: Hassrede genauso bestrafen wie Copyright-Verletzungen

Eines einfaches Löschen des jeweiligen Accounts reiche Henry nicht. „Alles, was sie haben, ist die IP-Adresse. Ich nehme ein anderes Gerät und eröffne ein anderes Konto. Woher wissen sie, dass der Typ über 13 ist und somit in sozialen Medien sein darf? Das ist zu einfach.“ Er fordert, dass Social-Media-Betreiber in Zukunft bei Hassrede genauso rigoros handeln wie bei Copyright-Verletzungen. „Sie haben eine Art Algorithmus erfunden, so dass man nicht mal auf Senden drücken kann. Wie kommt es also, dass man auf Senden drücken kann, wenn es um Missbrauch geht“  Social Media sei laut ihm ein großartiges Werkzeug und sehr wichtig. „Du kannst dich mit deinen Fans verbinden, du kannst dich mit deiner Familie verbinden.“

Henry wolle auch keine Klarnamen-Pflicht auf Social Media einführen. „Die Leute benutzen manchmal Pseudonyme, um sicherzustellen, dass sie aufdecken, was in ihrem Land passiert oder was auch immer, und sie wollen nicht erwischt werden. Das ist großartig“, erklärte er. „Aber wenn es nicht für die richtige Sache oder auf die richtige Art und Weise benutzt wird, dann brauchen wir einen Weg, um herauszufinden, wer hinter dem Account steckt.“

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Foto: xRodrigoxJimenezx

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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