Was ist dran? „BVB: Giroud als Aubameyang Nachfolger?“

Global News

Das Stürmerkarussell dreht sich weiter! Da die Zukunft von Pierre-Emerick Aubameyang noch immer nicht endgültig geklärt ist, beschäftigen sich die Medien mit potentiellen Nachfolgekandidaten für den BVB. Neu im Visier: Olivier Giroud vom FC Arsenal – was ist dran?

 

Gerücht

Auch wenn der Abgang von Pierre-Emerick Aubameyang (28) hinsichtlich des am Freitag schließenden Transferfensters in China immer unwahrscheinlicher wird, muss sich Borussia Dortmund trotzdem auf die Möglichkeit eines Transfers einstellen. Bis Ende diesen Monats, so ist aus den Medien zu hören, geben die Verantwortlichen des BVB dem Gabuner noch Zeit, einen Wechsel über die Bühne zu bekommen.

Sollte der Torschützenkönig der abgelaufenen Saison wirklich gehen, so wäre es sicherlich ratsam, einen etablierten Nachfolger zu verpflichten. Glaubt man dem neusten Bericht in der Times, so haben die Schwarzgelben nun Olivier Giroud (30) vom FC Arsenal im Visier. Der Franzose wird die Gunners nach der Verpflichtung von Alexandre Lacazette (26) mit großer Wahrscheinlichkeit verlassen dürfen/müssen. Laut der Tageszeitung dürfte der Stürmer, der noch bis 2019 an die Londoner gebunden ist, für ca. 40 Millionen Euro gehen.

 

Quelle

Die Times gehört zu den zuverlässigsten, aber vor allem seriösesten Quellen Großbritanniens. Auch wenn man natürlich zwischen ihnen differenzieren muss, gelten die Journalisten der Tageszeitung als gut informiert. Sie lassen sich in der Regel nicht zu Sensationsmeldungen hinreißen. Meldungen des Blattes sind daher stets ernst zu nehmen.

Bei dieser Meldung ist allerdings Vorsicht geboten, denn der Bericht befindet sich in der Kategorie „Window Watch“. Hier fasst die Times gerne Gerüchte der Medien auf, sie stammen nicht unbedingt aus eigener Quelle!

(Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

 

Analyse

Obwohl die Times natürlich eine sehr ernst zu nehmende Quelle ist, sollte man bei dieser Meldung erneut betonen, dass dies kein Exklusivbericht ist, sondern hier wohl eher auf die Meldung des Mirror Bezug genommen wird. Darüber hinaus ist der Mangel an konkreten Details und Informationen ebenfalls auffällig. Die einzige Verbindung, dies es zu Borussia Dortmund gibt, ist der Satz: „Der BVB wird einen Abwerbungsversuch von Giroud in Betracht ziehen, sofern Aubameyang den Klub verlässt“.

Das war’s, keine weiteren Details, keine Begründungen, keine Tendenzen.

Das Gerücht, so seriös die scheinbare Quelle auch ist, klingt stark nach Spekulation. Olivier Giroud ist zweifelsohne ein sehr unterschätzter und effektiver Stürmer. Seit seinem relativ günstigen Wechsel von Montpellier, Ablöse gerade einmal 12 Millionen Euro, vor genau fünf Jahren erzielte der Nationalspieler in 227 Pflichtspielen 98 Tore und bereitete 41 weitere vor. Ein durchaus respektabler Wert! Zu den Stärken des Franzosen gehören insbesondere sein starkes Kombinationsspiel mit dem Rücken zum Tor, die Fähigkeit den Ball exzellent abschirmen zu können und sein starker linker Schuss. Bei den Gunners ist er nach der Systemumstellung, die von schnelleren und beweglicheren Angreifern lebt, in Ungnade gefallen. Seit der Verpflichtung von Lacazette steht quasi fest, dass Giroud den Verein verlassen wird.

Anders als der aktuelle Torjäger des DFB-Pokalsiegers ist Giroud verhältnismäßig langsam, behäbiger und nicht gerade ein Laufwunder. Bereits hier kommen nun Zweifel an der Verbindung zum Bundesligisten auf, denn das sind eigentlich Eigenschaften, die Peter Bosz von seinem Stürmer erwartet. Der neue Trainer aus Amsterdam ist ein Freund intensiven Pressings und Laufspiels. Während die Kombinationsfähigkeit des großgewachsenen Stürmers der Nordlondoner wie gesagt ein großes Plus ist, so ist er insgesamt wohl kaum der Spielertyp, mit dem Bosz etwas anfangen kann.

(Photo by Julian Finney/Getty Images)

Der nächste Punkt, der gegen dieses Gerücht spricht, ist die Ablösesumme. Zwar sind 40 Millionen Euro bei der heutigen Marktlage für ein Mann von Girouds Klasse fast schon legitim, zieht man jedoch in Betracht, dass er beinahe 31 Jahre alt ist, nur noch über  zwei Jahre Restvertrag verfügt und den Verein Verlassen darf, ist das deutlich zu viel.

Olivier Giroud wird das Emirates Stadium in diesem Sommer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verlassen. Sein Ziel wird jedoch viel eher in der Premier League sein. Wie man aus übereinstimmenden Medienberichten vernehmen kann, genieße ein Verbleib in England beim Linksfuß absolute Priorität. Ein Wechsel zum FC Everton, der ebenso wie West Ham sehr großes Interesse zeigt, ist viel realistischer. Beide Klubs von der Insel werden eine größere Bereitschaft haben, den Ablöse- und Gehaltsforderungen nachzukommen und beide Spielsysteme würden ihm eher in die Karten spielen.

 

Fazit

Wie in der Analyse bereits schon angedeutet, scheint dieses Gerücht aufgrund der Quellenlage nicht sonderlich viel Substanz zu haben. Aufgrund der fraglichen Kompatibilität zum Spielsystem, der hohen Ablöse und des fortgeschrittenen Alters passt Giroud ohnehin nicht wirklich in das Beuteschema des BVB.

Der Verdacht liegt nahe, dass das Gerücht über seine Berater, die die Nachfrage an ihrem Klienten natürlich erhöhen wollen, in die Welt gesetzt wurde. Gleichermaßen könnte der Ursprung auch der aktuelle Arbeitgeber des Angreifers sein. Ganz Europa weiß, dass Giroud mittlerweile keine Zukunft mehr in Nordlondon hat. Folglich ist die Verhandlungsposition des FC Arsenal derzeit nicht die beste. Gerüchte um weitere potentielle Interessenten treiben die Ablöse womöglich in die Höhe.

 

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Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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