Wer wird Deutschlands nächster Nationalspieler? Löw will wieder „Jüngeren“ die Chance geben

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News | Bundestrainer Joachim Löw hat verkündet, bei den nächsten Länderspielen wieder einen größeren Kader nominieren und jungen Spielern eine Chance geben zu wollen. Gut möglich also, dass es im November neue DFB-Debütanten zu sehen geben wird.

110 Debütanten unter Löw

Nach dem 7. Bundesliga-Spieltag steht Mitte November die nächste Länderspielpause an. Die deutsche Nationalmannschaft wird erneut drei Partien austragen, gegen Tschechien, die Ukraine und Spanien. „Wir müssen wieder einen größeren Kader nominieren“, stellte Bundestrainer Joachim Löw (60) bereits klar. Er plane daher wieder „dem einen oder anderen Jüngeren“ eine Chance zu geben. Zuletzt feierten Florian Neuhaus (23), Jonas Hofmann (28) und Mahmoud Dahoud (24) ihr A-Debüt – Nummer 108, 109 und 110 unter Löw. 90PLUS stellt mögliche weitere Kandidaten vor, die im November ihr erstes Länderspiel bestreiten könnten.

Ridle Baku

Frisch zum VfL Wolfsburg gewechselt, könnte Ridle Baku (22) sogleich weitere Schlagzeilen produzieren. Der Ex-Mainzer ist ein DFB-bekanntes Gesicht, hat sechs Spiele für die deutsche U21-Nationalmannschaft bestritten. Was ihn für Löw vor allem interessant machen könnte, ist seine Position. Einst zentraler Mittelfeldspieler ist Baku letzte Saison zum Rechtsverteidiger umgeschult worden. Deutschland sucht noch immer nach fähigen Außenverteidigern, Baku könnte mit seiner Dynamik aber auch seinem Spielverständnis eine Option sein. In der vergangenen Saison drehte zum Saisonschluss noch einmal auf: Auf der neuen Position war in acht Spielen an vier Treffern direkt beteiligt. Als anderer Spielertyp als der z.B. der geradlinige Lukas Klostermann (24) wäre Baku einen Versuch wert.

Foto: IMAGO

Maximilian Mittelstädt

Ein weiterer Kandidat für die defensive Außenbahn wäre Maximilian Mittelstädt (23) von Hertha BSC. Auch der Berliner hat zahlreiche Jugendstationen beim DFB durchlaufen und sich in dieser Saison womöglich endgültig Konkurrent Marvin Plattenhardt (28) verdrängt. In allen bisherigen Pflichtspielen der noch jungen Saison ist Mittelstädt über 90 Minuten zum Einsatz gekommen. Dem Linksverteidiger geht zwar teilweise noch die Cleverness im Zweikampfverhalten ab, seine hohe Arbeitsrate und intelligente Offensivbeteiligungen machen ihn für den DFB aber interessant. In dieser Saison hat Mittelstädt bereits zwei Tore aufgelegt, letzte Spielzeit waren es fünf Vorlagen und ein Tor. Darüber hinaus ist er flexibel einsetzbar – Mittelstädt kann hinten und vor links spielen, aber auch im zentralen Mittelfeld. Wird er in seinen Leistungen noch beständiger, könnte er ein Kandidat für Löw werden.

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Jordan Torunarigha

Bei Hertha BSC gäbe es mit Jordan Torunarigha (23) einen weiteren Anwärter. Der Innenverteidiger, ebenfalls ein Herthaner Eigengewächs, hat sich unter Trainer Bruno Labbadia (54) endgültig festgespielt und Berlins Abwehr deutlich stabilisiert. Torunarigha, viermal bei der deutschen U21 eingesetzt worden, besticht durch hervorragendes Zweikampfverhalten, Kopfballspiel und eine starke Spieleröffnung. Zudem ist er überdurchschnittlich schnell für einen Innenverteidiger und ein Linksfuß – beides wichtige Eigenschaften für eine Dreierkette, wie sie Löw spielen lässt. Die Abwehr von Deutschland wackelt nach wie vor, wie zuletzt beim 3:3 gegen die Schweiz gesehen, sodass weitere Alternativen für die Defensive durchaus Sinn ergeben könnten. Aktuell ist Torunarigha verletzt, bis Mitte November könnte es knapp werden, doch bei einem positiven Verlauf könnte sich der Mannschaftskollege von Nationalspieler Niklas Stark (25) Chancen ausrechnen.

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Philipp Max

Die Geschichte zwischen Jogi Löw und Philipp Max (27) hat bereits ein paar Seiten. Trotz starker Leistungen beim FC Augsburg wurde der Linksverteidiger vom Bundestrainer nie berücksichtigt. Gut möglich, dass es so bleibt, allerdings könnten zwei Gründe für eine Nominierung sprechen, Zum einen hat Löw zuletzt bei Robin Gosens (26), den er ebenfalls lange ignorierte, bewiesen, personal auch einlenken zu können. Zumal Gosens ein recht ähnlicher Spielertyp wie Max ist. Zum anderen ist Max mit dem Wechsel zur PSV Eindhoven den nächsten Schritt gegangen. Dort wird er regelmäßig international spielen und sich dort beweisen können. Unter Trainer Roger Schmidt (53) ist Max sofort zum Stammspieler und Leistungsträger geworden. Eventuell überlegt es sich Löw noch einmal.

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Lukas Nmecha

Während Max beinahe jedem etwas sagen wird, ist der Name Lukas Nmecha (21) weniger bekannt. Das wird daran liegen, dass der in Hamburg geborene Mittelstürmer nicht in Deutschland sondern bei Manchester City ausgebildet worden ist. Von der U16 bis zur U21 hat Nmecha für England gespielt, ehe er sich für die deutsche U21 entschied. Dort ist der Angreifer absoluter Leistungsträger, in den letzten sechs Pflichtspielen traf er sechsmal. Aktuell ist er an den RSC Anderlecht ausgeliehen, wo er in bislang fünf Spielen zweimal netzte.

Zwar verfügt Nmecha noch über kaum Erfahrung und der Schritt in die A-Nationalmannschaft wirkt wie ein sehr großer Schritt, aber eine wichtige Eigenschaft spricht für ihn: Sein Körper. Seit dem Rücktritt von Mario Gomez (35) fehlt Deutschland der klassische Mittelstürmer, da Timo Werner (24) eher dynamischer und weniger robust daherkommt. Nmecha ist 1,85 Meter groß, die englische Härte gewöhnt und daher ein Puzzleteil, das Löw für einen ausgewogenen Kader fehlen könnte. Auch weil Nmecha auf Rechtsaußen spielen kann, also die Dynamik und Vielseitigkeit mitbringt, die der Dreiersturm im deutschen 3-4-3-System braucht. Seine Nominierung käme überraschend, aber nicht von ungefähr.

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Marc Schwitzky

Marc Schwitzky

Erst entfachte Marcelinho die Liebe zum Spiel, dann lieferte Jürgen Klopp die taktische Offenbarung nach. Freund des intensiven schnellen Spiels und der Talentförderung. Bundesliga-Experte und Wortspielakrobat. Seit 2020 im 90PLUS-Team.

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