WM 2022: Forderung nach Entschädigung für Arbeiter findet weltweite Unterstützung

WM 2022 in Katar: Der DFB drängt auf Entschädigungsfonds für Gastarbeiter
Global News

News | Die höchst umstrittene WM 2022 wirft lange Schatten voraus. Die Forderung nach einer Entschädigung für die unmenschlichen Bedingungen, denen Arbeiter auf den Baustellen in Katar ausgesetzt sind, findet großen Anklang.

FIFA streitet Vorwürfe zur WM 2022 erneut ab

67 Prozent der Befragten einer von Amnesty International in Auftrag gegebenen Umfrage wünschen sich, dass sich ihre nationalen Fußballverbände öffentlich zu den Menschenrechtsproblemen im Zusammenhang mit der WM 2022 in Katar äußern. Zusätzlich fordern sie unter anderem eine Entschädigung für Wanderarbeiter. Darüber berichtet Sky Sports.

Die Umfrage wurde in 15 Ländern aus aller Welt durchgeführt. Demnach sprechen sich auch drei Viertel der rund 17.000 befragten Erwachsenen dafür aus, dass die FIFA die Einnahmen an die zu Schaden gekommenen Arbeiter auszahlen soll. Von den Befragten gaben 54 Prozent an, dass sie sich wahrscheinlich mindestens ein Spiel der Weltmeisterschaft ansehen werden.

„Diese Ergebnisse senden eine klare Botschaft an die Führung des Fußballs. Überall auf der Welt sind sich die Menschen einig in ihrem Wunsch, dass die FIFA etwas unternimmt und das Leid der Wanderarbeiter in Katar wiedergutmacht. Sie wollen auch, dass ihre nationalen Verbände eine viel entschiedenere Haltung einnehmen“, sagte Steve Cockburn, Leiter des Bereichs wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International.



„Weniger als 50 Tage vor dem Anpfiff tickt die Uhr. Aber noch ist Zeit für die FIFA, das Richtige zu tun. Die Fans wollen keine Weltmeisterschaft, die unauslöschlich mit Menschenrechtsverletzungen behaftet ist. Die Vergangenheit kann nicht ungeschehen gemacht werden, aber ein Entschädigungsprogramm ist ein klarer und einfacher Weg, wie die FIFA und Katar den Hunderttausenden von Arbeitern, die dieses Turnier möglich gemacht haben, zumindest ein gewisses Maß an Wiedergutmachung bieten können.“

Die Umfrage unterstützt die #PayUpFIFA-Kampagne, die von einer Koalition aus Menschenrechtsorganisationen – darunter Amnesty International –, Fangruppen und Gewerkschaften im Mai 2022 ins Leben gerufen wurde. Sie fordert die FIFA auf, einen Fond zur Entschädigung der Arbeiter einzurichten und künftige Missbräuche zu verhindern. Die Koalition fordert, dass die FIFA mindestens 382 Millionen Pfund (440 Mio. Dollar) für den Fond zurückstellt. Das entspricht dem Gegenwert der Preisgelder, die sie bei der Weltmeisterschaft ausschüttet. Der Weltverband wird durch das Turnier schätzungsweise 5,2 Milliarden Pfund (6 Mrd. Dollar) einnehmen.

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Auch der englische Fußballverband, die FA, ist der Ansicht, dass jede Verletzung und jeder Todesfall entschädigt werden sollte und unterstützt die Einrichtung eines Zentrums für Wanderarbeitnehmer. Der FA-Vorsitzende Mark Bullingham wurde dafür gelobt, dass er eine der deutlichsten Stimmen ist, die auf die Einrichtung eines Entschädigungsfonds drängen.

Die FIFA reagierte mit einem Statement, das einer Unschuldsbekenntnis gleicht. „Die Befragten sind sich möglicherweise nicht in vollem Umfang der Maßnahmen bewusst, die die FIFA und ihre Partner in Katar in den letzten Jahren ergriffen haben, um die Arbeitnehmer zu schützen, die an der Durchführung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022 beteiligt sind“, ließ der Weltverband verlauten.

Demnach seinen in den letzten Jahren „eine Vielzahl von Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes der Arbeitnehmer in Katar“ ergriffen worden, und diese seinen „größtenteils auf die Austragung der Weltmeisterschaft im Land zurückzuführen“. Dazu gehöre auch, bei Bedarf „Druck auf die Unternehmen“ auszuüben, „um die Entschädigung der an den Vorbereitungen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft beteiligten Arbeitnehmer sicherzustellen“.

Weiter heißt es im Statement: „Die Arbeitnehmer wurden in verschiedener Form entschädigt, wenn die Unternehmen die Wohlfahrtsstandards des Supreme Committee for Delivery & Legacy (SC) nicht einhielten.“ Ein weiterer offensichtlicher Versuch des Weltverbands, die menschenrechtswidrigen Bedingungen und zahlreichen Todesfälle auf den Baustellen Katars mit diplomatischen Statements unter den Teppich zu kehren.

(Photo by David Ramos/Getty Images)

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