Stadtderby: Atletico kann Real entscheidend distanzieren

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La Liga

Vorschau | Die 26.Runde von La Liga bietet ein absolutes Spitzenspiel. Denn das seit Monaten als Tabellenführer fungierende Atletico trifft auf den Stadtrivalen Real Madrid, für den das direkte Duell als womöglich letzte Chance auf die Titelverteidigung zu betrachten ist.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag, 16.15 Uhr, Live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Atletico geht mit voller Kapelle in den Showdown
  • Real: Die Hoffnungen auf Rückkehrer Benzema
  • Die Königlichen sind im Wanda Metropolitano noch ungeschlagen

Atletico: Mit defensiver Stabilität zur Meisterschaft

Mit dem hart erarbeiteten 2:0-Erfolg beim FC Villarreal beendete Atletico Madrid sein kleines Tal. Neben der Niederlage im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen Chelsea (0:1) sprang aus den beiden Ligapartien gegen Levante nur ein Zähler heraus. Schon kamen Zweifel auf, ob die Colchoneros in der Lage sind, die erste Meisterschaft seit 2014 einzutüten. Trainer Diego Simeone (50) griff daraufhin auf ein altbewährtes Mittel zurück – die Viererkette. Der Sieg ohne Gegentor gab ihm recht. Doch die gewohnte defensive Stärke ließ seine Auswahl vermissen. Denn letztlich war es hauptsächlich dem hervorragend aufgelegten Torwart Jan Oblak (28) zu verdanken, dass das schon elfte Zu-Null-Spiel beim 24.Ligaauftritt zu Buche stand.

(Photo by Imago)

Ansonsten wies die Abwehr – wie bereits in den Vorwochen doch einige Lücken auf, die in mehreren ungenutzten Großchancen für den Kontrahenten ihr Ende fanden. Immerhin leitete mit Stefan Savic (30) ein Verteidiger das richtungweisende Führungstor ein. Nach dem Seitenwechsel legte der von seiner Covid-Erkrankung wiedergenesene Joao Felix (21) den zweiten Treffer nach. Der Portugiese lieferte ein Bewerbungsschreiben für die Startformation, in der sich auch Kieran Trippier (30) wiederfinden könnte. Die Sperre des Außenverteidigers – aufgrund der Beteiligung an Wettaktivitäten – endete mit Ablauf des letzten Monats.

Simeone besitzt die Qual der Wahl

Der Chefcoach erklärte auf der gestrigen Pressekonferenz:„Wir müssen unsere Stärken maximieren und die des Gegners ausschalten.“  Dafür dürfte er wohl auf die im Saisonverlauf favorisierte Dreierkette zurückgreifen und auf ein 3-4-2-1 setzten. Im Mittelfeldzentrum soll Marcos Llorente (26) – frisch zum besten Atletico-Spieler des Februars gekürt – eine tragende Rolle einnehmen. Er befand sich bis 2019 in den Diensten des Stadtrivalen, wo er sich nicht durchsetzen konnte, sodass er hochmotiviert ins direkte Aufeinandertreffen gehen wird. Dies müsste auf die gesamte Mannschaft zutreffen, die im Hinspiel kaum etwas entgegenzusetzen hatte und vollkommen verdient mit 0:2 unterlag. Die Chance Real auf acht Punkte bei einer absolvierten Partie weniger zu distanzieren, dürfte für frischen Antrieb sorgen. Personell ist die Situation ebenfalls zufriedenstellend. Lediglich der Einsatz von Jose Gimenez (26), der unter Adduktorenproblemen leidet, ist fraglich. Yannick Ferreira-Carrasco (27) und auch der zuletzt vorzeitig verletzt ausgeschiedene Thomas Lemar (25) stehen wieder zur Verfügung.

Real: Nur ein Sieg hilft weiter

Nach vier Ligaerfolgen am Stück endete am Montag der Lauf von Real Madrid. Die klare Überlegenheit im ersten Abschnitt konnte im Vergleich mit Real Sociedad nicht in Zählbares umgemünzt werden. Kurz nach Wiederaufnahme der Begegnung gerieten die Königlichen in Rückstand. Der formstarke Torhüter Thibaut Courtoius (28) wurde damit erstmals nach 415 Minuten bezwungen. Erst kurz vor Schluss glich der eingewechselte Vinicius (20) aus. Damit verhinderte er zwar die vierte Heimniederlage der laufenden Spielzeit, aber das Remis bringt die hinter Barcelona auf Rang drei zurückgefallenen Königlichen keineswegs voran. Auf dem Weg zur 35.Meisterschaft zählen nur noch Siege, auch wenn Trainer Zinedine Zidane (48) die Gemengelage gelassen beurteilt:„Was auch immer passieren wird: Wir bleiben in der Liga am Leben. Wir konzentrieren uns darauf ein gutes Spiel zu machen.“

Im Hinspiel gelang dies problemlos. An die gezeigte Vorstellung wollen die Madrilenen logischerweise anknüpfen. Die Hoffnungen ruhen unter anderem auf Karim Benzema (33), der verletzungsbedingt in den letzten drei Pflichtspielen nicht zur Verfügung stand. Mit zwölf Saisontoren ist er der mit Abstand erfolgreichste Torschütze im Kader. Sein Vorgesetzter sieht in ihm jedoch mehr als nur einen reinen Vollstrecker: „Wir wissen, wer Karim ist, nicht nur hinsichtlich der Tore. Als Mittelstürmer ist er für unser Spiel wichtig, vor allem, wenn wir den Ball haben.“ Ob es direkt für die Startelf reicht, ist allerdings noch nicht geklärt: „Riskieren werden wir nichts, das will ich nicht. Wenn es Zweifel gibt, kann er sich noch mehr verletzten und fehlt dann noch länger.“

 

 

Fortschritte an der Verletztenfront

Als Vertretung würde dann Isco (28) – der zuletzt wieder häufiger das Vertrauen von Zidane erhielt – einspringen, da mit Mariano Diaz (27) der zweite vollständige Angreifer im Kader ausfällt. Für ihn rückt aus der Zweitvertretung Hugo Duro (21) in den Kader. Er brachte es auf bislang auf drei Kurzeinsätze im Dress der Königlichen und stellte noch keine ernsthafte Alternative dar. Insgesamt hat sich die Auswahl für Zidane deutlich erweitert. Neben Diaz werden nur noch Daniel Carvajal (29), Eden Hazard (30) und Sergio Ramos (34) weiterhin auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Der Kapitän lieferte unter der Woche erneut Anlass zu Diskussionen. Nun soll ihm der Verein bei der sich in die Länge ziehenden Vertragsverlängerung ein Ultimatum bis zum 31.März gesetzt haben. Morgen wird dieses Thema jedoch zur Randerscheinung, denn der volle Fokus liegt auf der 189.Auflage des Stadtderbys.

Prognose

Das Hinspiel dominierte Real Madrid beinahe nach Belieben. Eine ähnlich überzeugende Darbietung ist von Nöten, um morgen den überaus bedeutenden Sieg bei Atletico einzufahren. Die Hausherren dürften wieder einen abwartenden Ansatz wählen, um dann über das Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen. Der neutrale Zuschauer darf sich auf eine Begegnung freuen, in der jeglicher Ausgang möglich scheint.

Mögliche Aufstellungen:

Atletico: Oblak,-Felipe, Hermoso, Savic,-Trippier, Koke, Llorente, Ferreira-Carrasco,-Correa, Felix,-Suarez

Real: Courtois,-Vazquez, Nacho, Varane, Mendy,-Modric, Casemiro, Kroos,-Asensio, Benzema (Isco), Vinicius

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Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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