Atletico vs. Valencia: Ein Klassiker mit klaren Vorzeichen

La Liga

Begegnungen zwischen Atletico Madrid und dem FC Valencia besitzen eine große Tradition. Vor dem 170. Aufeinandertreffen sind die Rollen eindeutig verteilt. Die „Rojiblancos“ spielen eine fabelhafte Saison, weshalb sie von der Tabellenspitze grüßen. Ihr Kontrahent befindet sich dagegen mitten im Abstiegskampf und benötigt jeden Punkt.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag um 21.00 Uhr, live bei DAZN. (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Atletico strebt siebten Heimsieg am Stück an
  • Die Hauptstädter träumen vom 11. Meistertitel der Vereinsgeschichte
  • Valencia will für eine weitere Überraschung sorgen

Atletico will die Spitzenposition bestätigen

Am Donnerstagabend setzte sich Atletico Madrid mühevoll mit 2:1 bei Eibar durch. Der sechste Sieg in Folge war ein Stück weit bezeichnend für den Saisonverlauf. Denn erneut bildete eine Mischung aus Willensleistung, Spielglück sowie einem späten Tor den Grundstein für den Erfolg. Bereits neun Treffer erzielten die „Rojiblancos“ ab der 80.Minute. Somit schlug schon mehrfach in eng geführten Begegnungen das Pendel erst kurz vor dem Ende in Richtung der Madrilenen aus.

Atletico entschied bislang sämtliche 50:50-Partien für sich, was die Daten von „Understat“ bestätigen. Der „xPoints“-Wert des Tabellenführers liegt bei 31. Zu Buche stehen jedoch eindrucksvolle 44 Punkte aus 17 Begegnungen – ein noch besserer Wert als im Meisterjahr 2014. Stadtrivale Real Madrid wurde bei einem absolvierten Spiel weniger schon auf sieben Punkte distanziert. Der Abstand zum FC Barcelona beträgt sogar schon 13 Zähler. Großen Anteil daran besitzt Luis Suarez (33), der im Sommer ablösefrei aus Katalonien in die spanische Hauptstadt wechselte. Für elf Saisontore zeigte er sich bereits verantwortlich. Auch in Eibar stellte der Uruguayer per Doppelpack den Unterschied her. Trainer Diego Simeone (50) lobte seinen Torjäger nach Spielende: „Er ist ein Führungsspieler, der genau weiß, was zu tun ist.“

(Photo by Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images)

Kein Selbstgänger für Atletico

Von Suarez‘ Wirken profitiert auch Rekordeinkauf Joao Felix (21), dem in seiner zweiten Saison erhebliche Fortschritte gelangen. Dahinter zieht Marcos Llorente (25) die Fäden. Er verlieh dem zu statischen Spiel von Atletico die nötige Kreativität. Prunkstück bleibt allerdings die Defensive um Torhüter Jan Oblak (28). Sie ließ erst sieben Gegentreffer zu. Dabei etablierte Simeone im Verlauf der Saison sogar die Dreierkette, womit er erstmals regelmäßig von seiner gewohnten 4-4-2-Ausrichtung abwich. In den bisherigen neun Heimspielen kassieren die „Rojiblancos“ sogar nur zwei Tore. Die letzten sieben Begegnungen im Wanda Metropolitano gewannen sie zudem allesamt.

Ein Selbstgänger wird das Duell mit dem FC Valencia dennoch keineswegs. Im Hinspiel siegte Atletico zwar verdient mit 1:0, aber zum erlösenden Siegtreffer wurde die Mithilfe des Gegners – in Form eines Eigentores – benötigt. Simeone erwartet von seiner Mannschaft erneut „einen vollen Fokus auf die Partie“ sowie die von ihm häufig erwähnte „Kollektivleistung“. Falls sie ausbleibt, sind Ausrutscher jederzeit möglich, was das Pokalaus bei Drittligist Cornella (0:1) bewies. Die Rückkehr von Kapitän Koke (29), der eine Gelbsperre absaß, dürfte der Mannschaft jedoch weitere Stabilität verleihen. Nicht zur Verfügung stehen dagegen der weiter unter einer Verstauchung des Sprungelenks leidende Mario Hermoso (25), Hector Herrera (30) und der aufgrund von Verstößen gegen die Wettregularien bis Ende Februar gesperrte Kieran Trippier (30).

Valencia hat einige Probleme

Alles andere als zufriedenstellend ist die Gemengelage beim FC Valencia. Neutrainer Javi Gracia (50) wusste zwar mit Amtsantritt, dass ihn eine komplizierte Aufgabe erwartet. Doch bislang erfüllten die „Fledermäuse“ nicht einmal die geringen Erwartungen. Nur vier Saisonsiege wurden in 19 Spielen eingefahren. Die insgesamt 20 Punkte bedeuten den schwächsten Wert seit 1986. Der FC ist ein fester Bestandteil des Abstiegskampfs, wobei die Lage sogar noch schlimmer hätte aussehen können. Der Start in 2021 mit fünf Zählern aus drei Spielen ließ Valencia auf Rang 14 vorrücken. Am Donnerstag gab es jedoch einen weiteren Rückschlag zu verkraften. Nach enttäuschender Vorstellung langte es im heimischen Mestalla lediglich zu einem 1:1 gegen den Tabellenvorletzten Osasuna. Zu verdanken war das Remis vor allem Schlussmann Jaume Domenech (30), der mit mehreren Glanzparaden eine mögliche Niederlage verhinderte.

Ohnehin offenbarte die im 4-4-2-System agierende und aufs Umschaltspiel fokussierte Gracia-Auswahl in Duellen mit vermeintlich schwächeren Gegnern große Mängel, da sie mit den erhöhten Spielanteilen nicht viel anzufangen wusste. Dafür stellte die Elf um Kapitän Jose Gaya (25) und Carlos Soler (24), der mit fünf verwandelten Elfmetern sowie einem Treffer aus dem Spiel heraus den besten Torschützen darstellt, schon mehrfach Spitzenmannschaften vor Probleme. Mit Ballbesitzwerten von unter 40 Prozent bezwang sie Real Madrid mit 4:1, knüpfte dem FC Barcelona ein Unentschieden ab (2:2) und gewann auch bei der spielstarken Mannschaft von Real Sociedad (1:0). Einen ähnlichen Auftritt wollen die Valencianer bei Atletico hinlegen. Im Hinspiel gelang dies bei der knappen Niederlage zumindest in Teilen.

(Photo by LLUIS GENE/AFP via Getty Images)

Angesichts der brenzligen Lage sowie dem harten Programm in den kommenden Wochen besitzt das Gastspiel in der Hauptstadt eine hohe Bedeutung. Eine gelungene Vorstellung könnte die – aufgrund zahlreicher Streitigkeiten mit der Vereinsführung um Besitzer Peter Lim (67) – fast am Nullpunkt liegende Stimmung zumindest etwas ansteigen lassen. Der während seiner etwa halbjährigen Tätigkeit schon mehrfach mit dem Rücktritt kokettierende Trainer Gracia kann personell aus dem Vollen schöpfen. Nur Torwart Jasper Cillessen (31) fällt weiterhin verletzungsbedingt aus.

Prognose

Atletico wird auch im Heimspiel gegen Valencia seinen Fluss aufrechterhalten. Zu souverän präsentierte sich der Erstplatzierte bislang auf heimischen Geläuf. Eine gewohnt seriöse Vorstellung über die gesamte Spielzeit sollte ausreichen, um die auf ihre wenigen Momente lauernden Gäste ohne etwas Zählbares in der Hand die Rückreise antreten zu lassen.

Mögliche Aufstellungen:

Atletico: Oblak,-Savic, Gimenez, Felipe,-Vrsajlko, Llorente, Koke, Lemar, Carrasco,-Correa (Joao Felix), Suarez

Valencia: Domenech,-Correia, Gabriel, Diakhaby, Gaya,-Wass, Soler, Racic, Cheryshev,-Lee, Gomez

 

Yannick Lassmann

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