FC Barcelona vs. Real Madrid: Wer gewinnt den Clásico?

Clasico Real Madrid Barcelona
La Liga

Vorschau | Es ist das Spiel des Jahres in Spanien. Und nicht nur das: Die ganze Welt schaut hin, wenn der FC Barcelona und Real Madrid aufeinandertreffen. Es ist aber auch ein anderer Clásico als sonst. Trafen bis vor wenigen Jahren noch die Besten der Welt aufeinander, haben sich beide Mannschaften mittlerweile von der Weltspitze entfernt und mit Problemen zu kämpfen.

Anpfiff der Partie ist am Sonntag um 16:15 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Die letzten drei Clásicos konnte Real Madrid für sich entscheiden
  • Barcelona konnte zuletzt Selbstvertrauen tanken
  • Real Madrid: Benzema in der Form seines Lebens

Nach Formkrise: Barcelona zuletzt mit zwei Siegen

Barcelona hat sich wieder etwas gefangen. Nachdem sich die Katalanen vor der Länderspielpause im freien Fall befanden, nur eines von sechs Spielen gewannen und in der Champions League von Bayern und Benfica hergespielt wurden (jeweils 0:3), gab es zuletzt immerhin zwei Siege.

Die Erfolge gegen Valencia (3:1) und Dynamo Kiew (1:0) dürften der Mannschaft verlorengegangenes Selbstvertrauen zurückgeben – zumindest ein Stück weit. Denn wirklich überzeugen konnte man in beiden Spielen nicht. Valencia überließ man phasenweise sehr viel Spielkontrolle, ging auch früh in Rückstand. Der letztlich souverän daherkommende 3:1-Sieg ist auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass der Gegner einige gute Chancen liegen ließ und doppeltes Aluminium-Pech hatte.

Auch der knappe Sieg gegen Kiew war nicht von Glanzleistungen auf dem Rasen geprägt. Barça machte keinen Schritt mehr als nötig, wirkte phasenweise gar lethargisch und verunsichert. Die Katalanen profitierten auch davon, dass der Gegner offensiv nie in Erscheinung trat, praktisch nicht existent war. 0,1 expected Goals (fbref.com) verdeutlichen dies. 

Was das für El Clásico bedeutet? Schwer zu sagen. Einerseits haben die Katalanen mit den beiden Siegen auch an Selbstsicherheit gewonnen und können befreiter aufspielen als das noch vor drei Wochen der Fall war. Gleichzeitig waren die Leistungen auf dem Platz alles andere als vielversprechend. Es ist davon auszugehen, dass Trainer Ronald Koeman (58) in erster Linie auf eine sichere Defensive setzt, damit seine Mannschaft gut ins Spiel findet und sich nicht zu früh selbst ein Bein stellt. Aussetzer in der Hintermannschaft waren nämlich auch durchaus ein Thema im bisherigen Saisonverlauf.

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Zudem steht hinter dem Einsatz von Jordi Alba (32) noch ein Fragezeichen. Vorne wird es vor allem auf Ansu Fati (18) und Memphis Depay (27) ankommen. Sie sind zwei der wenigen Konstanten. Depay hat in acht Ligaspielen bereits vier Tore beigesteuert. Fati gab nach langer Verletzung erst kürzlich sein Comeback, war aber gleich ein Aktivposten und brachte es in in bislang 93 gespielten Minuten auf zwei Treffer. Definitiv verzichten muss Koeman auf Ousmane Dembélé (24), Ronald Araújo (22), Pedri (18) und Martin Braithwaite (30).

 

Real Madrid: Auf der Suche nach Konstanz

Die „Madridistas“ dürften beruhigt auf den anstehenden Clásico blicken. Real Madrid konnte die letzten drei Duelle gegen den FC Barcelona für sich entscheiden, außerdem verlor man nur eines der letzten fünf Spiele im Camp Nou. Und überhaupt: Der bisherige Saisonverlauf zeichnet sich gar nicht schlecht. Gerade der Auftakt war überzeugend, von den ersten sieben Pflichtspielen konnten sechs gewonnen werden.

Zuletzt war jedoch die fehlende Konstanz ein Problem. So konnte man vor der Länderspielpause drei Spiele am Stück nicht mehr gewinnen, verlor sogar jeweils 1:2 gegen Aufsteiger Espanyol und Champions-League-Zwerg Sheriff Tiraspol (!). Immerhin: der jüngste 5:0-Sieg bei Shakhtar Donetsk bügelte einige Fältchen wieder aus. Der Auftritt in der Ukraine war zwar überzeugend, sollte aber nicht überinterpretiert werden. Verteidigte Shakhtar Reals Anläufe in Halbzeit eins stark, zerfiel die Mannschaft von Roberto De Zerbi (42) nach dem Seitenwechsel in ihre Einzelteile und machte den Madrilenen das Leben leicht.

Clasico Benzema Vinicius

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Das Spiel gegen Barcelona wird höchstwahrscheinlich ein anderes, und das weiß auch Trainer Carlo Ancelotti (62). Der Italiener könnte – genau wie Koeman – auf eine etwas konservativere Herangehensweise setzen. Wohl auch deshalb, weil Dani Carvajal (29) nach wie vor verletzt ausfällt und man gegen die starke linke Barça-Seite um Fati und – mit Fragezeichen – Alba nicht ins offene Messer laufen will. Ancelottis Optionen für die Rechtsverteidiger-Position lauten Lucas Vázquez (30) und Nacho Fernández (31). Auch Gareth Bale (32) muss nach wie vor passen. Für ihn dürfte, wie schon in der Champions League, Rodrygo (20) starten.

Komplettiert wird die offensive Dreierreihe von Vinícius Júnior (21) und – natürlich – Karim Benzema (33). Die beiden Angreifer sind hauptverantwortlich dafür, dass Real in elf Pflichtspielen bereits 29 Tore erzielen konnte. Gerade die Ausbeute Benzemas ist mit wettbewerbsübergreifend elf Toren und acht Vorlagen einmal mehr schwindelerregend hoch. Vor ihm wird sich Barça am meisten in Acht nehmen müssen.

Prognose

Ein Clasico ist immer ein Stück weit unvorhersehbar, da zu viele Faktoren wie etwa die Emotionen auf und neben dem Platz eine Rolle spielen. Dennoch gehen die Gäste leicht favorisiert ins Spiel. Während Real Madrid ein klares Konstrukt innerhalb der Mannschaft hat und im bisherigen Saisonverlauf durchaus zu überzeugen wusste, hat man in Barcelona mit zu vielen Fragezeichen zu kämpfen. Es sollte also keinen überraschen, wenn die Madrilenen ihren vierten Clásico-Sieg in Folge einfahren.

Mögliche Aufstellungen

FC Barcelona: ter Stegen – Sergi Roberto, Garcia, Piqué, Alba – Gavi, Busquets, Frenkie de Jong – Dest, Depay, Fati

Real Madrid: Courtois – Nacho, Militão, Alaba, Mendy – Valverde, Casemiro, Kroos – Rodrygo, Benzema, Vinícius Jr.

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