SD Eibar vs. FC Barcelona – Ein versöhnliches Ende?

Vorschau

Vorschau | Am letzten Spieltag der Saison muss der FC Barcelona, der keine Chance mehr auf die Meisterschaft hat, bei der bereits abgestiegenen SD Eibar antreten. Da tabellarisch im Grunde nichts mehr auf dem Spiel steht, geht es lediglich um ein versöhnliches Ende. Für Eibar ist es das Ende einer siebenjährigen Erstliga-Zugehörigkeit, während Barça wohl erst in den darauffolgenden Tagen das Ausmaß des Endes beschließen wird.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 18:00 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Mit nur 29 erzielten Toren in 37 Ligaspielen, stellt Eibar die zweitschlechteste Offensive La Ligas
  • Barça hat nur eines der letzten fünf Ligaspiele gewonnen, in denen lediglich fünf Punkte gesammelt und die Meisterschaft verspielt wurde
  • Lionel Messi hat in den letzten sieben Ligaspielen siebenmal getroffen – er wird gegen Eibar aufgrund eines Sonderurlaubs nicht spielen

SD Eibar

Die baskische Kleinstadt Eibar hat gerade mal etwas mehr als 27.500 Einwohner, aber verfügt noch für einen weiteren Spieltag über einen Erstliga-Verein. Das Stadion, Ipurua genannt, fasst gerade mal (oder immerhin) 8.1674 Zuschauer und war doch für ganze sieben Jahre am Stück eine Erstliga-Spielstätte. Diese Zahlen sollen verdeutlichen, dass diese Periode, die erfolgreichste der Vereinsgeschichte, als ein kleines Wunder im modernen Fußball angesehen werden sollte. Der Abstieg im „verflixten“ siebten Jahr erscheint vor diesem Hintergrund also keine allzu große Überraschung zu sein.

Massiv „underachieved“

Nichtsdestotrotz dürfte sich Eibar mächtig darüber ärgern, schließlich war Eibar spielerisch weitaus besser, als es die Tabelle vermuten lässt. Betrachtet man beispielsweise die Expected Points (xP) Tabelle von understat.com, so findet man die Basken auf einem ordentlichen elften Platz wieder. Laut dieser Rechnung hätte die SD Eibar mit 16,22 Punkten mehr rechnen dürfen, als sie tatsächlich erreicht haben. In den europäischen Top-5-Ligen haben lediglich Parma Calcio (-16,68) und Brighton & Hove Albion (-19,72) noch stärker „underarchieved“.

Das liegt vor allem daran, dass Eibar deutlich zu wenig Tore erzielt hat. Mit 29 erzielten Toren (aus 41,00 xG) in 37 Ligaspielen, kommt die Mannschaft von Trainer im Durchschnitt nicht einmal auf ein Tor pro Spiel. Nur viermal erzielte man zwei oder mehr Tore. 13-mal blieb man ohne eigenen Treffer. Ohne Stürmer Routinier Kike García (31), der an 14 Toren bzw. 48,28% aller Tore direkt beteiligt (12 Tore erzielt, zwei weitere vorbereitet) war, sähe aber wohl noch viel schlechter aus.

Nichtsdestotrotz steht Eibar für einen offensiven und attraktiven Fußball, auch wenn die bisher genannten Zahlen eher dagegen sprechen. Mendilibars Mannschaft steht in erster Linie für ein aggressives Angriffspressing und schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinnen. Wenig überraschend hat ligaweit kein Team mehr Dressing-Aktionen im Offensivdrittel als Eibar, was dazu führt, dass sie auch die sechstmeisten Ballkontakte im Angriffsdrittel und die neuntmeisten Ballkontakte im gegnerischen Strafraum zu verzeichnen haben.

Intensität vor Präzision

Allerdings hat dieser intensive Spielstil auch Nachteile: Kein Team hat mehr fehlgeschlagene Ballannahmen und auch die Passquote ist die fünftschlechteste der Liga, was wiederum daran liegt, dass Eibar die meisten langen Pässe der Liga spielt. Dass Eibar die zweitwenigsten Tore erzielt hat, obwohl sie die fünftmeisten Schüsse abgegeben haben, rundet das Bild letztendlich ab. Das Konzept „Intensität vor Präzision“ hat in dieser Saison leider keine Früchte getragen. Trotzdem war Eibar eine echte Bereicherung für die Liga und dürfte von vielen schmerzlich vermisst werden.

Am Samstag kann es aber nur noch darum gehen, sich gebührend aus La Liga zu verabschieden. Mit dem FC Barcelona kommt immerhin ein entsprechend prominenter Gast, den man im vorerst letzten Spiel in der Eliteklasse sicherlich nochmal gerne ärgern würde. Das wäre sicher auch für die treuen baskischen Fans ein tolles Erlebnis, da sie durch ein kommende, mutmaßlich nervenaufreibende Zweitliga-Saison tragen könnte. Von den Spielern wird man dagegen sicherlich den einen oder anderen auch in der nächsten Saison im spanischen Oberhaus sehen, nicht zuletzt den überaus talentierten Bryan Gil (20), der nach seiner Leihe zum FC Sevilla zurückkehren und den man auch bei der anstehende Finalrunde der U21-EM zusehen bekommen wird.

(Oscar J. Barroso/imago)

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FC Barcelona

Für den FC Barcelona ist die Saison bereits gelaufen. Spätestens nach dem 3:3 bei UD Levante war allen „Culés“ klar, dass es mit der Meisterschaft nichts werden würde. Die enttäuschende 1:2-Niederlage im eigenen Stadion gegen Celta Vigo am vergangenen Sonntag ließ der Ahnung die Gewissheit folgen. Von der Euphorie, die nach der grandiosen Serie von 19 ungeschlagenen Ligaspielen und dem Titel in der Copa del Rey entstanden war, ist mittlerweile kaum noch etwas übrig. Auch von einer gewissen Milde aufgrund der schwierigen Umstände rund ums Camp Nou ist nichts mehr zu spüren.

Ein Sturm zieht auf

Ein Sturm zieht auf, Wieder-Präsident Joan Laporta (58) hatte ihn mit den Worten „ein Zyklus ist vorbei“ (via Barçawelt) angekündigt. Laporta äußert in diesem Zuge auch seinen Unmut darüber, wie man den Ligatitel verspielt hätte und kündigte weitreichende Veränderungen an. Dass diese Veränderungen auch Trainer Ronald Koeman betreffen könnten, erscheint wenig überraschend zu sein, auch wenn dieser stets betont hatte, auch in der kommenden Spielzeit bei den Katalanen auf der Bank sitzen zu wollen. Koeman beklagte in der jüngsten Pressekonferenz unterdessen die fehlende Rückendeckung seitens der Vereins für seine Mannschaft und dürfte damit auch durchaus einen Punkt getroffen haben.

Schon jetzt geistern vermeintliche „Streichlisten“ durch die Gazetten, während zahlreiche Spieler und Trainer als mögliche Zugänge gehandelt werden. Die am heißesten diskutierten Personalien sind dennoch Xavi Hernández (41), der wieder mal als möglicher Trainer ins Gespräch gebracht wird, und Lionel Messi (33), dessen Vertrag nach wie vor im Sommer auslaufen würde. Sollte der Argentinier allerdings nicht verlängern, hätte er sein Abschiedsspiel bereits am vergangenen Sonntag gegeben. Gegen die SD Eibar steht er nämlich nicht im Kader. Messi hat, wie auch Pedri (18), einen Sonderurlaub bekommen, um vor der Copa America (bzw. der Europameisterschaft) kein Risiko hinsichtlich einer Verletzung einzugehen.

Messi und Pedri im Sonderurlaub

Messis Sonderurlaub spricht zwar sehr dafür, dass zumindest ein Abgang noch nicht fix ist, doch die Frage seiner Weiterbeschäftigung wird sicherlich noch ein paar Tage mehr im Raum stehen und die ohnehin schon vorhandene Unruhe weiter verstärken. Was das Spiel in Eibar betrifft, so dürfte sich sein fehlen sicherlich bemerkbar machen, schließlich erzielte der Kapitän in den letzten sieben Ligaspielen sieben Tore und war teilweise der offensive Alleinunterhalter.

Doch neben Messi und Pedri, auf die Koeman freiwillig verzichtet, fehlen auch noch Marc-Andre Ter Stegen (29, verletzt), Clement Lenglet (25, gesperrt) und Sergi Roberto (29, verletzt), sowie die beiden langzeitverletzten Ansu Fati (18) und Philippe Coutinho (28). Barça wird folglich stark durch rotieren und hoffen, dass man mit der aufgebotenen Mannschaft zumindest den dritten Platz sichern kann. Dazu bräuchte es mindestens ein Unentschieden, sollte der FC Sevilla sein Spiel gegen Alavés gewinnen.

(imago)

Prognose

Da es sportlich im Grunde um nichts mehr geht, dürfte der Ausgang des Spiels in erster Linie davon abhängen, wie die beiden Teams dieses Spiel angehen. Der FC Barcelona ist stark ersatzgeschwächt und hat mit einer großen Unruhe rund um den Club zu kämpfen. Eibar muss hingegen die Enttäuschung des Abstiegs abschütteln, um sich würdig aus dem Oberhaus zu verabschieden. Es wird interessant zu sehen sein, wem die jeweilige Aufgabe besser gelingt. Ein versöhnlicher Abschied könnte aber beiden Seiten weiterhelfen.

Mögliche Aufstellungen

SD Eibar: Dmitrovic – Rober, Paulo Oliveira, Arbilla, José Ángel – Bryan Gil, Atienza, Diop, Recio – Sergi Enrich, Kike García

FC Barcelona: Neto – Araújo, Piqué, Umtiti – Dest, Frenkie de Jong, Busquets, Riqui Puig, Jordi Alba – Dembélé, Griezmann

(Alejandro Garcia/imago)

Christoph Albers

Cruyff-Jünger und Taktik-Liebhaber. Mag präzise Schnittstellen-Pässe, schwarze Leder-Fußballschuhe, Retro-Trikots und hat einen unerklärlichen Hang zu Fußball-Finanzen. Seit 2016 bei 90PLUS.

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