Kurz vor der Präsidentschaftswahl beim FC Barcelona am 15. März gerät Amtsinhaber Joan Laporta immer stärker unter Druck.
Laut El Periódico wurde beim Nationalen Gerichtshof Spaniens eine Anzeige gegen den 63-Jährigen eingereicht. Demnach werfe ein Vereinsmitglied Laporta sowie mehreren Vorstandsmitgliedern Geldwäsche und die Zahlung verbotener Provisionen vor. Die Vorwürfe beziehen sich auf ein Netzwerk von Firmen in Spanien, Zypern, Dubai, Kroatien und Estland.
Laporta reagierte in einem Interview mit Catalunya Radio umgehend und wies die Anschuldigungen entschieden zurück: „Das ist alles absolut falsch. Es handelt sich um eine juristische und mediale Strategie, um meinen Interessen und dem, wofür ich bei den Wahlen stehe, zu schaden.“ Er betonte, dass bestimmte Verträge aus strategischen Gründen und aufgrund von Vertraulichkeitsklauseln nicht öffentlich gemacht werden könnten. „Das gehört zum normalen Geschäftsleben dazu“, so Laporta.
Das zuständige Gericht wird die Anzeige nun prüfen und entscheiden, ob ein Verfahren eröffnet wird. Laportas Rücktritt als Präsident markierte gleichzeitig den offiziellen Beginn des Wahlprozesses. Das ist laut Klubstatuten eine notwendige Formalität, die ihm die Wiederwahl ermöglicht. Bis zur Wahl am 15. März wird der Klub von einer Verwaltungskommission unter Leitung von Vizepräsident Rafa Yuste geführt, einem engen Verbündeten Laportas.

Neue Konkurrenz für Laporta
Laporta geht als klarer Favorit ins Rennen, muss jedoch mit vier Herausforderern rechnen. Wie bereits bei der Wahl 2021 tritt Victor Font erneut als Hauptgegner an. Zudem bewerben sich Marc Ciria, Xavier Vilajoana und Joan Camprubi. Alle Kandidaten, einschließlich Laporta, müssen mindestens 2.321 gültige Unterschriften von Klubmitgliedern vorlegen, um offiziell zugelassen zu werden.
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Die bevorstehende Wahl spitzt sich damit nicht nur politisch, sondern auch juristisch zu. Der ohnehin umstrittene Laporta steht vor der schwierigen Herausforderung, sowohl die Vorwürfe zu entkräften als auch seine Wiederwahl zu sichern. Unruhige Zeiten beim Tabellenführer von La Liga also.

