Ligue 1 | AS Monaco unter Niko Kovac – Im Schnelldurchlauf zu altem Glanz

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Spotlight | Nach zwei dürren Saisons steht die AS Monaco wieder kurz vor der Qualifikation zur Champions League. Maßgeblich mit dem Aufschwung verbunden, ist der Name Niko Kovac.

Einmal Keller und zurück – Monacos Achterbahnfahrt in zwei Jahren

Mt dem ganz großen Coup in der ersten Saison unter Niko Kovac (49) sollte es wohl nichts sein. Vor gut anderthalb Wochen führte die AS Monaco zwar gegen Olympique Lyon 1:0 und glich durch einen Elfmeter von Wissam Ben Yedder (30) zwar spät aus, doch das letzte Wort gehörte dem 17-jährigen Rayan Cherki. In der 89. Minute traf er zum 2:3 und beendete so alle monegassischen Meisterhoffnungen. Zwei Spieltage vor Saisonende hat Monaco damit fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Lille.

Jetzt geht es für den Fürstenklub lediglich darum, im Fernduell mit Lyon und Marseille Platz 3 und damit die Qualifikation zur Champions League fix zu machen. An dieser nahm Monaco zuletzt in der Saison 2018/19 teil. Unter Meistertrainer Leonardo Jardim (46) sowie Thierry Henry (43) sammelte man allerdings gerade einmal einen Zähler und schied als Gruppenletzter aus.

Bildquelle: imago

Noch schlimmer lief es in der Liga. Bis zuletzt kämpfte Monaco gegen den Abstieg. Als die Situation unter Henry festgefahren schien, trennte man sich und holte Jardim kurzerhand wieder zurück. Der konnte zumindest den Worst Case verhindern. Monaco hielt die Klasse, zwei Punkte vor Dijon auf dem ersten Abstiegsplatz.

Klar ist aber, dass die Erwartungen von Präsident Dmitry Rybolovlev (54) oder Fürst Albert II. ganz woanders liegen. So beschloss man, das Kapitel Jardim diesmal endgültig zu schließen und einen Neustart mit einem frischen Gesicht zu wagen – dem von Robert Moreno (43). Er war zuvor Co-Trainer von Luis Enrique (51) bei der spanischen Nationalmannschaft und übernahm diese zeitweise, als Enrique aus persönlichen Gründen unpässlich war. Dennoch kam dieser zurück und nach einer verbalen Schlammschlacht beschloss man, getrennte Wege zu gehen. So konnte die AS Monaco zugreifen.

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Paul Mitchell und Niko Kovac – Monacos neues Erfolgsduo

Zwar gab es einen Aufwärtstrend – Moreno stabilisierte Monaco im Tabellenmittelfeld und wichtiger: weit weg vom Abstiegskampf – trotzdem waren sie noch nicht wieder der Herausforderer, der sie in den goldenen Jahren unter Leonardo Jardim waren. Das Ergebnis: Der nächste Trainerwechsel. Maßgeblich, weil sich Monaco mit Ex-RB-Leipzig-Scout Paul Mitchell (39) in zweiter Reihe neu aufstellte. Und der hatte eine Vision.



Athletischer, schneller, Fußball mit jungen Spielern. Der Trainer war einer, der den RB-Kosmos auch ziemlich gut kennt: Niko Kovac. Zwischen 2006 und 2009 spielte er selbst für Red Bull Salzburg und war in der Saison 2011/12 dort Co-Trainer.

Inzwischen sind anderthalb Jahre seit dem blamablen 1:5 in Frankfurt vergangen. Kovacs ehemaliger Co-Trainer Hansi Flick (56) führte den FC Bayern zu…allem. Und Kovac selbst willigte der Herausforderung Ligue 1 ein.

Der Anfang gestaltete sich ziemlich holprig. Monaco verlor bis zum Jahreswechsel in Rennes (1:2), Brest (0:1), krachend in Lyon (1:4) und gegen Lens (0:3) sowie knapp in Marseille (1:2). Doch seitdem sind die Monegassen in absoluter Topform, mussten 2021 wettbewerbsübergreifend nur zwei weitere Niederlagen hinnehmen, in Straßburg (0:1) sowie das bereits erwähnte 2:3 gegen Lyon. Dazu wurden sie zur ersten Mannschaft seit Nancy 2011/12, die beide Spiele gegen PSG gewinnen konnte (3:2, 2:0) – und im Halbfinale der Coupe de France steht die AS Monaco auch noch. Am Donnerstagabend treffen sie dort auf Viertligist GFA Rumilly Vallières.

Talent und taktische Flexibilität: Wie Niko Kovac Monaco zurück an die Spitze führte

Verantwortlich für diesen Erfolg ist Niko Kovac – und die Tatsache, dass er über einen taktisch unfassbar flexiblen Kader verfügt. In den letzten drei Spielen ließ Kovac seine Mannschaft in drei verschiedenen Systemen starten: 4-4-2 beim 1:0-Sieg in Angers, 4-2-3-1 bei der Niederlage gegen Lyon und beim 1:0 in Reims griff er auf eine Dreierkette im 3-4-2-1 zurück.

Frederic Chambert/Panoramic/imago

Zu den Eckpfeilern Monacos zählen die Verteidiger Guillermo Maripán (27), Axel Disasi (23) und Benoît Badiashile (20). Im Mittelfeld hat man mit Aurélien Tchouameni (21/1,85 m) sowohl Technik, als auch Größe und vorne besorgen Ex-Leverkusener Kevin Volland (28) und Wissam Ben Yedder die Tore. Wenn Not am Mann sein sollte, kann auch Altmeister Cesc Fàbregas (34) seine Minuten bekommen. Außerdem verfügt Kovac bei Monaco noch über Talente wie Chrislain Matsima (18), Eliot Matazo (19), Sofiane Diop (20), Florentino Luis (21), Willem Geubbels (19) oder Krépin Diatta (22).

Im Saisonendspurt stehen für Monaco und Niko Kovac – neben einem möglichen Pokalfinale gegen Montpellier oder PSG – noch zwei knifflige Duelle gegen Rennes (7.) sowie Überraschungsmannschaft Lens (6.) an. Holen sie dort die nächsten sechs Punkte, dürften sie in der Qualifikation um die Champions League spielen. Es wäre der vorläufige Höhepunkt der bislang kurzen Ära Kovac – beim momentanen Erfolg aber sicher nur einer von vielen.

Norbert Scanella/PanoramiC/imago

Victor Catalina

 

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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