Ligue 1 | Lille patzt, PSG souverän gegen Reims – Showdown am letzten Spieltag

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Showdown im Titelkampf der Ligue 1! Am 37. und vorletzten Spieltag empfing Tabellenführer Lille Rekordmeister AS Saint-Étienne, für PSG ging es derweil zuhause gegen Stade Reims. Die Endkonstallation hält für den letzten Spieltag alles offen, weile Lille zuhause nicht über ein 0:0 hinauskam – und PSG souverän 4:0 gewann.

Reims defensiv fahrig – PSG legt im Fernduell mit Lille vor

Im Fernduell zwischen Lille und PSG erwischte der Serienmeister den wesentlich besseren Start. In der 10. Minute schickte Ángel Di María Kylian Mbappé steil in den Strafraum. Der umrundete Reims-Keeper Predrag Rajkovic, versuchte den Ball ins leere Tor zu schieben. Yunis Abdelhamid wollte das verhindern, rutschte aus und blockte den Schuss mit dem ausgestreckten Arm. Unglückliche Aktion, aber Clément Turpin blieb keine andere Wahl als auf den Punkt zu zeigen und den Gästekapitän des Feldes zu verweisen. Neymar nahm sich des Strafstoßes an, der Anlauf wie immer aufreizend, der Abschluss locker unten rechts zur Führung für PSG.

 



 

In der bisherigen Ligue-1-Saison hat sich der Tabellendreizehnte meistens als hartnäckiger Gegner erwiesen, hier machten sie es den Parisern leicht – und halfen beim 2:0 in der 24. Minute tatkräftig mit. Rechtsverteidiger Thomas Foket suchte mit einem Querpass im Strafraum seinen Innenverteidigerkollegen Wout Faes, fand aber nur Kylian Mbappé. Der hielt die Gabel in die wohltemperierte Hereingabe und erhöhte.

PSG spielte in dieser ersten Halbzeit nicht zwingend die Sterne vom Himmel, Reims hatte ihnen qua Unterzahl aber auch nicht wirklich viel entgegenzusetzen. In der 42. Minute spielte Neymar einen Hackenpass auf Kylian Mbappé. PSGs Nummer 7 beschloss aber wohl für die zweite Halbzeit noch ein bisschen was an Spannung übrigzulassen, sein Abschluss ging links vorbei und das 2:0 nach 45 Minuten stand.

Nervöse Doggen – Saint-Étienne ärgert Lille

Wesentich ereignisärmer gestaltete sich die erste Halbzeit im Stade Pierre Mauroy zu Lille. Dort gastierte Rekordmeister AS Saint-Étienne – und hatte in der 9. Minute seine erste gute Gelegenheit, als Denis Bouanga aus spitzem Winkel volley abzog, Mike Maignan parierte.

Die Doggen zeigten sich in der heimischen Hundehütte nervös. Lille hatte mehr Ballbesitz, traute sich aber offensiv viel zu wenig zu. Im Zweifelsfall wurde lieber der Rück-, als der Risikopass gesucht. So dauerte es bis zur 37. Minute, bis es die erste gute Gelegenheit gab. André setzte im Zuge eines Konters Burak Yilmaz in Szene. Der zog nach innen und steckte auf Luiz Araújo durch. Sein Schuss flog knapp rechts vorbei. Damit war das 0:0 zur Pause besiegelt.

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Chancen im Überfluss – PSG souverän gegen Reims und mit Druck für Lille

Die erste gute Chance in Paris gab es sechs Minuten nach Wiederanpfiff. Wie in der 10. Minute schickte Ángel Di María Kylian Mbappé in die Tiefe, die Hereingabe war aber technisch schwer zu verwerten und Mbappés Abschluss flog über das Tor.

Der Trend der ersten Hälfte setzte sich fort, PSG war weiterhin am Drücker. In der 58. Minute zog Ander Herrera aus gut 23 Metern einfach mal ab und nagelte den Ball an den linken Pfosten, Neymar verwertete den Rebound, stand dabei allerdings abseits. Nur eine Minute später verlor Keeper Rajkovic die Kugel gegen Mbappé, Di Marías verzögerten Abschluss konnte er aber wieder parieren.

JBAutissier/Panoramic/imago

Und wenn es nicht kompliziert geht, dann eben karoeinfach. 68. Minute, Ecke Neymar von links, am zweiten Pfosten startete Marquinhos und köpfte per Aufsetzer ins lange Eck – 3:0, rien ne va plus.

Also, nicht für die Gäste. In der 89. Minute kam der Ball über Umwege zum eingewechselten Moise Kean. Der machte kurzen Prozess und erhöhte aus gut 13 Metern zum 4:0-Endstand.

Saint-Étienne übersteht den Druck – Lille patzt vor dem letzten Spieltag

Nach dem Seitenwechsel agierte Lille vor allem offensiv entschlossener. In der 49. Minute legte Luiz Araújo aus dem Zentrum links raus zu Burak Yilmaz. Der suchte seinen Sturmpartner Jonathan David. Lilles Nummer 9 konnte noch am Abschluss gehindert werden, stattdessen gab es einen Eckball, den Kapitän José Fonte allerdings klar vorbeiköpfte.

Die Partie entwickelte sich zum harten Knochen für die Lillois. Die Offensivbemühungen von ASSE hielten sich stark in Grenzen, aber den gordischen Knoten in grün bekam Lille nicht zerschlagen. Immerhin griff der Tabellenführer nach der Pause wesentlich früher an, versuchte Saint-Étienne am eigenen Strafraum festzutackern.

Die letzten fünf Minuten durfte Lille in Überzahl bestreiten. Saint-Étiennes eingewechselter Stürmer Charles Abi verletzte sich bei einem Konter. Claude Puel hatte sein Kontingent zu diesem Zeitpunkt jedoch schon aufgebraucht.

Das Spiel hatte aber noch einen Schlussakkord. In der 90. Minute zog Yusuf Yazici zuerst einen Freistoß vom rechten Strafraumeck an den linken Innenpfosten, wenige Sekunden später klärte Saidou Sow einen Schuss von Burak Yilmaz kurz vor der Linie. Es blieb beim 0:0.

Diese Ergebnisse bedeuteten, dass Lille vor dem letzten Spieltag einen Punkt vor PSG steht. Danach folgt Niko Kovacs AS Monaco, die nach dem 2:1 gegen Rennes noch Außenseiterchancen auf die Meisterschaft hat.

Im Saisonfinale haben alle drei Titelaspiranten Auswärtsspiele. Für Lille geht es zum Tabellenzwölften Angers, während PSG in der Bretagne antreten muss, beim Sechzehnten, Stade Brest. Niko Kovac und die Seinen hoffen in Lens auf ihre Chance. Dazu müssten aber sowohl Lille als auch PSG am letzten Spieltag verlieren und sie selbst hoch gewinnen, um das Defizit in der Tordifferenz wettzumachen.

JBAutissier/Panoramic/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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