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Nationalelf

Letzte WM-Chance? Diese DFB-Stars müssen sich besonders beweisen

Philipp Overhoff
25.03.26, 15:27
Philipp Overhoff
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Hinter der deutschen Nationalmannschaft liegt ein durchwachsenes Länderspieljahr 2025. Das DFB-Team enttäuschte in der Nations League und quälte sich durch die anschließende WM-Qualifikation.

Rein statistisch liest sich das wie folgt: Aus zehn Spielen holte die Mannschaft von Julian Nagelsmann sechs Siege, ein Remis und drei Niederlagen. Für einen Verband, der noch im Jahr zuvor selbstbewusst das Ziel ausgab, Weltmeister werden zu wollen, ist das schlicht zu wenig.

Die anstehenden Test-Länderspiele gegen die Schweiz (27.03) und Ghana (30.03) sollen daher genutzt, um Selbstvertrauen zu sammeln und mit Blick auf den immer näher rückenden WM-Start in einen Ergebnis-Flow zu kommen. Das gelang der DFB-Elf bereits vor der Heim-EM. Im März 2024 schlug man Frankreich und die Niederlange nach jeweils überzeugender Leistung.

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Eine vergleichbare Euphoriewelle werden Spieler und Trainer – auch wegen der Begleitumstände dieser WM – kaum auslösen können. Trotzdem steht das deutsche Nationalteam nach einer Serie an wechselhaften Leistungen unter genauer Beobachtung.

Was für die gesamte Mannschaft gilt, gilt umso mehr für einzelne Spieler. Gleich fünf DFB-Kicker werden sich in dieser Länderspielpause ganz besonders beweisen müssen:

Leroy Sané (Galatasaray SK)

So richtig nach Plan verläuft die Debütsaison von Leroy Sané bei Galatasaray nicht. Der 30-Jährige liefert noch nicht das erhoffte Scoring-Output und wurde zuletzt von einer Sprunggelenksverletzung aus der Bahn geworfen. Folglich ist er auch beim DFB alles andere als unumstritten. „Für mich ist diese Nominierung unverständlich“, erklärte TV-Experte Dietmar Hamann. „Wir haben einen El Mala, wir haben einen Adeyemi, wir haben einen Beier. Ich glaube, die hätten es alle mehr verdient als ein Sané.“

Tatsächlich ist es durchaus überraschend, wie sehr Nagelsmann mittlerweile wieder auf den Flügelspieler setzt. Noch im September ließ der Bundestrainer Sané zu Hause und erklärte, dieser werde es in der türkischen Liga deutlich schwerer haben. Beim entscheidenden 6:0 über Slowakei überzeugte der Linksfuß jedoch auf ganzer Linie. Seitdem scheint er seinen Kaderplatz sicher zu haben. Trotzdem braucht Sané mit Blick auf die WM weitere solcher Leistungen, um einerseits eine große Rolle zu rechtfertigen und andererseits die Kritiker verstummen zu lassen.

Angelo Stiller (VfB Stuttgart)

Ganz anders gestaltet sich die Situation dagegen bei Angelo Stiller. Der Kreativkopf des VfB Stuttgart kämpft gegen die Schweiz und Ghana um seine vermutlich letzte Chance auf ein WM-Ticket. Dass er überhaupt mit dabei ist, hat er nur einer Verletzung seines direkten Konkurrenten Aleksandar Pavlovic zu verdanken.

Den Bayern-Star sehe er „einfach noch einen Tick vorne dran“, sagte Nagelsmann unlängst über den Konkurrenzkampf um den spielerischen Part auf der Doppelsechs, und „Angelo nicht in der ersten Elf“. Darum habe er mit seinem Trainerstab entschieden, „die Kaderplätze dahinter anders zu besetzen“. Stiller bieten sich also unverhofft zwei Gelegenheiten, um dem Bundestrainer zu beweisen, dass er trotz der Stammplatz-Garantie für Pavlovic nicht auf ihn verzichten sollte.

Angelo Stiller
Foto: Getty Images

Lennart Karl (FC Bayern)

Ein 18-Jähriger soll bei seinen ersten Länderspielen bereits unter Druck stehen? Das klingt zunächst absurd und ist es eigentlich auch. „Er soll frei von der Seele wegspielen, er hat jetzt keinen Riesen-Druck. Von mir bekommt er keine besondere Aufgabe, Wunderdinge zu zeigen“, stellte auch Nagelsmann nach der Nominierung des Bayern-Youngsters klar.

Trotzdem weiß der Bundestrainer: „Natürlich hat er den WM-Traum, das ist, glaube ich, klar, den hat ja jeder Spieler, und der wird ihm auch ein bisschen Druck bescheren“. Alleine aus diesem Grund wird sich Karl in der kommenden Woche beweisen wollen. Er weiß um seine realistische WM-Chance und wird alles daran setzen, sich so eindringlich wie möglich ins Gedächtnis der Fußball-Nation zu spielen.

Kevin Schade (FC Brentford)

Ein direkter Konkurrent um eine der vakanten Flügelpositionen ist Kevin Schade. Der ehemalige Freiburger spielt beim FC Brentford eine starke Premier-League-Saison und trägt mit zehn Scorerpunkten (sieben Tore, drei Vorlagen) entscheidend dazu bei, dass die Londoner realistische Chancen auf eine Champions-League-Qualifikation besitzen. Diese Leistungen brachten ihn im November nach einjähriger Abwesenheit zurück ins DFB-Team – realistische Chancen auf ein WM-Ticket inklusive.

Denn Nagelsmann machte zuletzt deutlich, dass aus dem Trio der Konterstürmer Schade, Beier und Adeyemi „einer, maximal zwei“ Spieler in die USA reisen würden. Und während die BVB-Stars die aktuelle Länderspielpause vom heimischen Sofa aus verfolgen müssen, erhält Schade die Möglichkeit sich zu zeigen. Die Rechnung dürfte also vermeintlich einfach sein: Kann der 24-Jährige nachhaltig auf sich aufmerksam machen, ist der WM-Zug in greifbarer Nähe!

Kevin Schade
Foto: Getty Images

Anton Stach (Leeds United)

Die Ausgangsposition von Co-England-Legionär Anton Stach ist deutlich weniger klar definiert. Für den Mittelfeldspieler ist es die erste DFB-Nominierung seit Juni 2022. Jahrelang von Fans wie Experten gefordert, wurden diese Rufe nun von Nagelsmann erhört. Dabei hatte der Bundestrainer wenige Wochen zuvor im kicker-Interview noch verlauten lassen, dass Stach „nicht enorm kopfballstark und auch nicht der Top-Zweikämpfer“ sei.

Vom Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ganz abgesehen ist also klar, dass der 27-Jährige unter Nagelsmann nicht das höchste Standing genießt. Umso wichtiger sind die anstehenden Duelle sowie die dazwischenliegenden Trainingseinheiten. Aufgrund der Verletzungen von Nmecha und Pavlovic besitzt Stach sogar vielversprechende Einsatzchancen. Kann er diese nutzen und sich auch für den abschließenden WM-Kader in Stellung bringen?

THEMENAngelo StillerAnton StachDeutschlandDFBJulian NagelsmannKevin SchadeLennart KarlLeroy SaneWM 2026
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