Freitag, Juli 10, 2020

Fans ob der Lockerungen gespalten – der Fußball mit und nach Corona

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Spotlight | Der Restart der Bundesliga war erfolgreich, in den nächsten Tagen und Wochen wollen die anderen Topligen – mit Ausnahme von Frankreich – nachziehen. Von den Fans wird ihr Fehlen in einigen Ligen als problematischer angesehen, als in anderen. Zudem haben die Anhänger eine gespaltene Meinung zu etwaigen Lockerungen. Eine Zusammenarbeit von 90PLUS und FanQ.

RB Leipzig: Fans sehen Schuldenerlass kritisch

Vier Spieltage sind noch zu absolvieren, an der Tabellenspitze scheinen die wichtigsten Fragen – nach menschlichem Ermessen – geklärt zu sein. Der FC Bayern wird sich einen Sieben-Punkte-Vorsprung wohl nicht mehr nehmen lassen und die achte Deutsche Meisterschaft en bloc feiern. Borussia Dortmund landete mit dem Sieg gegen Hertha BSC einen Big Point im Kampf um die Champions League-Qualifikation. Der Vorsprung von Schwarzgelb auf Platz 5 beträgt mittlerweile sieben Punkte, auch Leipzigs Patzer gegen Paderborn wussten sie damit auszunutzen und zogen auf vier Punkte davon.

Dieser Tage wird rund um Leipzig generell viel geredet. Über einen halbgaren Auftritt gegen Paderborn, über Timo Werner, den es wohl zum FC Chelsea zieht – und nicht zuletzt über die eigenen Finanzen. Ende letzter Woche wurde bekannt, dass Red Bull den Leipzigern insgesamt 100 Millionen Euro an Schulden erlässt. Um genau zu sein, wurde ein Darlehen von Red Bull in Höhe von 100 Millionen Euro in Eigenkapital von RB Leipzig umgewandelt. Ein – zumindest unter justitiablen Gesichtspunkten – sauberer Vorgang. Rund 124 Millionen Euro betrugen die Schulden von RB, ohne die Umwandlung der Verbindlichkeiten in Eigenkapital wäre diese Summe auf 224 Millionen angewachsen.

Trotzdem sehen die FanQ-User diesen Vorgang extrem kritisch. Danach gefragt, wie sie die die Vorgehensweise von RB bewerten, antworteten 52,3 Prozent mit nur einem von möglichen fünf Sternen. Der Durchschnittswert liegt hier bei 2,08 Sternen.

Das dürfte nicht zuletzt auch daran liegen, dass RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff dieses Jahr in Interviews wiederholt betont hat, man bekomme “von Red Bull nichts geschenkt” und bei dem Geld handele es sich um “Darlehen, die getilgt werden müssen”. Der Schuldenerlass allerdings bezog sich auf das vergangene Geschäftsjahr mit Abschluss zum 30. Juni 2019, was bedeutet, dass Mintzlaff in allen Aussagen darüber informiert war.

Kampf um Europa: Wolfsburg und Hoffenheim in der Pole Position

Sportlich hat RB auch diese Saison gute Karten, sich erneut für die Champions League zu qualifizieren. Allerdings ist der Vorsprung auf die fünftplatzierten Leverkusener mit nur drei Punkten denkbar dünn.

Auch einen Halbtonschritt weiter unten in der Tabelle geht es spannend zu, im Kampf um die Europa League. Dadurch, dass Leverkusen und der FC Bayern im Pokalfinale stehen, befähigt auch Platz 7 zur Teilnahme am europäischen Wettbewerb – über den Umweg 3. Qualifikationsrunde.

orange: andere Klubs (7,7%)
grau: keine Meinung (4,8%)

Auch zu dieser Frage haben die FanQ-User eine ziemlich klare Tendenz Richtung Wolfsburg. 57,2 Prozent stimmten für die Mannschaft von Oliver Glasner, gefolgt von Hoffenheim (13,9), Freiburg (9,1) und Hertha BSC (7,2).

Uneinigkeit bei den Usern bezüglich der Champions League-Fortsetzung

Bevor man allerdings an die kommende Saison denken kann, muss zuerst die laufende Spielzeit in den europäischen Wettbewerben beendet werden. Gerüchten zufolge will die UEFA die Europa League – nach den noch ausstehenden Achtelfinalrückspielen – komplett in Deutschland stattfinden lassen. Für die Champions League hat die UEFA – ebenfalls nach den Achtelfinalspielen – ein “Final 8” in Lissabon angedacht. Beides muss allerdings noch offiziell bestätigt werden.

Diese Idee kommt bei den Fans offenbar ziemlich gut an, Gut zwei Drittel gaben ihr drei oder vier Sterne. Allerdings gibt es auch bei knapp über 20 Prozent Bedenken.

Im Moment steht RB Leipzig in der Champions League nach 1:0- und 3:0-Siegen über Vorjahresfinalist Tottenham im Viertelfinale. Auch Borussia Dortmund hat bereits beide Spiele absolviert. Der 2:1-Hinspielsieg gegen Paris St.-Germain und Ex-Trainer Thomas Tuchel reichte aufgrund einer 0:2-Niederlage in der französischen Hauptstadt nicht fürs Viertelfinale. Beste Karten besitzt derweil der FC Bayern, der Chelsea im Hinspiel an der Stamford Bridge 3:0 besiegen konnte. Das Rückspiel steht noch aus.

In der Europa League sind die Aussichten für die Bundesligisten weniger rosig. Vorjahreshalbfinalist Eintracht Frankfurt unterlag dem FC Basel zuhause 0:3. Auch Wolfsburg musste beim 1:2 gegen Shakhtar Donezk eine Heimniederlage einstecken. Lediglich Bayer Leverkusen konnte sich eine komfortable Ausgangssituation erspielen. Sie gewannen im Ibrox Park gegen die von Steven Gerrard trainierten Rangers 3:1. Hier stehen die Rückspiele noch komplett aus.

Fans: Premier League vom Zuschauerausschluss am härtesten getroffen

Während die Bundesliga seit gut einem Monat den Betrieb wieder aufgenommen hat, ziehen die anderen Topligen langsam aber sicher nach. Am gestrigen Donnerstag gewann Sevilla das “Gran Derbi” zum La Liga-Restart gegen Betis 2:0, nächste Woche nimmt auch die Premier League den Betrieb wieder auf – alles, selbstredend, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Auch hier ist die Meinung der Fans relativ eindeutig. Im Grunde genommen werden alle Ligen unter dem Ausschluss der Fans leiden, besonders aber die Premier League. Hier sei vor allem auch der FC Liverpool genannt. Die Mannschaft von Jürgen Klopp steht 25 Punkte vor Manchester City und hat damit schon neun Finger am Pokal. Für die Reds wird es die erste Meisterschaft seit 30 Jahren geben, gleichzeitig auch den ersten Titel in der 1992 eingeführten Premier League. Allerdings sind sie gezwungen, gerade dieses besondere Ereignis in geschlossener Gesellschaft zu feiern. Ein Stich ins Herz für den Klub, der sich wie kaum ein Zweiter in der Premier League über die eigenen Fans definiert.

Zuschauer in Kopenhagen? User gespalten

Weil sich die Corona-Zahlen auf einem stabilen Niveau bewegen, überlegt man auch hier in Deutschland, ab Herbst wieder nach und nach Fans in die Stadien zu lassen – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Die Dänen sind schon einen Schritt schneller. In Kopenhagen wird ein Heimspiel mit bis zu 10.500 Zuschauern geplant.

Klar ist, die User wissen nicht so recht, wohin damit. Einerseits ist es ein gutes Zeichen, weil es augenscheinlich bedeutet, dass man die Lage rund um das Coronavirus in den Griff bekommt. Andererseits schwebt genau deswegen noch eine Restgefahr mit. Da dürfte der Durchschnittswert von 2,99 Sternen kaum verwundern.

Feier der Union-Profis mit den eigenen Fans sorgt für Uneinigkeit

In der Bundesliga hat man ebenfalls – wenn auch nicht geplant – einen ersten Schritt aufeinander zu gemacht. Beim Heimspiel von Union Berlin gegen den FC Schalke 04 (1:1) versammelte sich eine Gruppe von Fans mit Sicherheitsabstand vor der alten Försterei, um die Mannschaft anzufeuern.

Nach dem Spiel begab sich die Mannschaft – ebenfalls mit Sicherheitsabstand vor das Stadion, um sich für die Unterstützung zu bedanken. Die FanQ-User sind sich auch hier uneins.

Gut je ein Drittel gab es für jede Antwortmöglichkeit. Die Gefahr, dass sich in und an den Stadien eine zweite Infektionswelle bildet, ist in den Köpfen noch immer präsent.

Handspielregel und VAR werden kritisch gesehen

So bleibt vielen Fans nichts anderes übrig, als die Spiele der eignen Mannschaft vor dem Fernseher zu verfolgen. Was nicht bedeutet, dass sie mit dem, was ihnen geboten wird, auch zwingend zufrieden sind. Vor allem, wenn es um strittige Szenen geht. 91,6 Prozent gaben an, dass es trotz Videobeweis noch immer zu solchen kommt, nur 7,7 Prozent dementierten es.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Handspielregel. Erst vor einigen Wochen gab es von Dortmunder Seite Diskussionen, warum bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern ein vermeintliches Handspiel von Jérôme Boateng nicht geahndet wurde, es in Paderborn für die nahezu baugleiche Szene mit Mohamed Dräger und Emre Can dann aber doch Elfmeter gab.

Die Antwort der User fällt klar aus. Knapp über 85 Prozent würden eine Neuregelung befürworten. Im Moment orientieren sich die Schiedsrichter eher an den Begriffen “klares Handspiel”, “absichtliches Handspiel” oder – im Falle des Videoassistenten – “klare Fehlentscheidung”. Das alles lässt natürlich viel Interpretationsspielraum offen, den man in einer solchen Drucksituation gegebenenfalls nicht hat.

Fazit

Bei vielen Entscheidungen gibt es noch Uneinigkeit und Kritik. Sei es das Vorgehen von RB Leipzig, die feiernden Union-Profis oder das allseits beliebte Thema “Handspiel”. Andererseits sind die Fans auch bereit, sich auf solche Neuerungen wie das “Final 8” der UEFA einzulassen. Einige wollen sogar den Sprung in die “alte” Normalität wagen und wieder Zuschauer ins Stadion lassen. Die Zeiten bleiben unruhig, aber positive Signale gibt es auf jeden Fall.

(Photo by LARS BARON/POOL/AFP via Getty Images)

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Victor Catalina

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