ManCitys erster Streich, Tuchels Matchball und Lenos schlechtes Timing…

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7 Awards – Premier League | Am 33. Spieltag konnte der FC Chelsea einen gewaltigen Sprung in Richtung Champions League machen. Manchester City war anderweitig beschäftigt. Das und mehr haben wir aufgearbeitet.

„Erster Streich“-Award: Manchester City

Ok, wir schummeln gleich zu Beginn. Manchester City und Tottenham hatten ihre Partien bereits Anfang März bestritten und das hatte einen guten Grund: Die beiden Mannschaften standen sich dieses Wochenende im Carabao Cup gegenüber. Und da wir nicht unbedingt über alte Spiele und ehrlich gesagt auch nicht über das 1:0 zwischen Sheffield United und Brighton berichten wollen, nehmen wir uns doch das Finale des Ligapokals vor.

Die Mannschaft von Pep Guardiola dominierte die Spurs, die nach José Mourinhos Entlassung vom 29-jährigen Interimstrainer Ryan Mason betreut wurden, nach Strich und Faden. Wie so oft in großen Spielen mangelte es den Cityzens aber an der Effizienz. Erst kurz vor Schluss köpfte Aymeric Laporte zum 1:0-Endstand ein. Insgesamt hatte City 21:2 Torschüsse abgefeuert.

 

„Wir sind rausgegangen, um auf einem unglaublichen Level zu spielen, mit unglaublicher Qualität“, sagte Guardiola gegenüber der BBC. Auch er weiß, dass dieser Titel in Anbetracht der bevorstehenden Aufgaben eine untergeordnete Rolle spielte. „Wir können nicht abstreiten, dass ein Auge immer auf der Champions League gerichtet ist, aber wir nehmen jedes Spiel sehr ernst, sonst wäre es unmöglich, vier Carabao Cups in Folge zu gewinnen“, sagte der Spanier.

Nachdem Manchester City im Halbfinale aus dem FA Cup ausschied, gilt es nun das Triple zu komplettieren. Der Carabao Cup war der erste Streich. In der Premier League beträgt der Vorsprung auf Manchester United bei fünf verbleibenden Spielen zehn Punkte. Und Mittwoch steht in der ersehnten Champions League das Halbfinale gegen Paris Saint-Germain an.

 

„Matchball“-Award: FC Chelsea

Als Thomas Tuchel den FC Chelsea am 26. Januar übernahm, befand sich der Klub auf dem neunten Platz in der Premier League. Drei Monate später verwandelten die Blues einen Matchball für die Qualifikation zur Champions League.

Im direkten Duell mit dem punktgleichen Tabellenfünften West Ham United, gewann Chelsea am Samstag mit 1:0. Ausgerechnet Timo Werner, der seit seiner Ankunft zumeist einen unglücklichen Eindruck machte, wurde durch seinen Siegtreffer zum Mann des Tages. Durch den Sieg konnten die Blues Platz vier untermauern, der Vorsprung beträgt nun vier Punkte. Es ist vor allem Tuchels Verdienst, denn seit seiner Ankunft hat in der Premier League einzig Tabellenführer Manchester City (36) mehr Punkte geholt als Chelsea (29).

Am Dienstag steht für den deutschen Trainer bereits das nächste Schlüsselspiel an. Im Halbfinale der Champions League wartet Real Madrid.

„Denkste“-Award: Ole Gunnar Solskjaer

„Es wird kein 0:0, ich kann garantieren, dass es kein 0:0 geben wird“, sagte Manchester Uniteds Trainer Ole Gunnar Solskjaer vor dem Auswärtsspiel gegen Leeds United. Und wer konnte es ihm verübeln, immerhin standen sich die beiden Mannschaften gegenüber, bei deren Spielen es in dieser Saison bislang die meisten Tore zu bestaunen gab. Bei den Red Devils 95, beim aufregenden Aufsteiger sogar 100.

Darüber hinaus hatte ManUtd die Whites im Hinspiel mit 6:2 aus dem Stadion gefegt. Wie so oft hatte die Mannschaft von Marcelo Bielsa damals unbekümmert aber auch naiv den Weg nach vorne gewählt. Selbst als sich die Gegentore häuften. Manchester United, das Team mit der deutlich höheren individuellen Qualität nutzte jeden Fehler eiskalt aus.

Dieses Mal aber hatte sich Bielsa etwas einfallen lassen. Leeds verteidigte kompakt, spielte reifer und ließ die Red Devils das Spiel machen, womit sie nicht nur an diesem Tag ihre Probleme hatten. Klare Chancen waren Mangelware und somit erkämpfte sich der Aufsteiger ein 0:0 gegen den Tabellenzweiten. Von wegen kein 0:0.

Ole Gunnar Solskjaer, Trainer von Manchester United

Photo: xPeterxPowellx/Imago

„Schlechtes Timing“-Award: Bernd Leno

In zwei Jahren läuft Bernd Lenos Vertrag beim FC Arsenal aus. Das bedeutet, dass demnächst Gespräche über eine Verlängerung stattfinden müssten. Und das heißt auch: Pokern. Der deutsche Keeper begann damit vor zwei Wochen. „Ich bin eigentlich offen für alles. Eine neue Herausforderung oder hier zu bleiben, beides ist möglich“, erklärte Leno gegenüber der Times.

Zum Vertragspoker gehört auch die Leistung. Und hier hat sich Leno ein denkbar schlechtes Timing für eine Formdelle erlaubt. Beim 0:1 gegen den FC Everton am Freitag lenkte der 29-Jährige aus spitzem Winkel einen harmlosen Schuss von Richarlison durch seine eigenen Beine. Die minimalen Resthoffnungen der Gunners auf einen europäischen Platz – nun neun Punkte entfernt – dürften damit endgültig begraben sein.

Und auch Leno selbst steht nun etwas unter Druck. Nachdem der Nationalkeeper eine grandiose Hinrunde spielte, haben sich die Fehler in den letzten Wochen und Monaten sichtlich gehäuft. So reflexstark Leno ist, in Sachen Beständigkeit und Strafraumbeherrschung hat er weiterhin Defizite. Das hat man auch im Norden Londons wahrgenommen. Insbesondere, da Ex-Gunner Emiliano Martinez, der im Sommer verkauft wurde, sich bei Aston Villa zu einem der besten Torhüter der Premier League gemausert hat.

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„Verspäteter Durchbruch“-Award: Kelechi Iheanacho

Aufgrund der großen Konkurrenz bei Manchester City wechselte Kelechi Iheanacho im Sommer 2017 zu Leicester City. Obwohl der Angreifer bis dahin nur sporadisch zum Einsatz kam, zeigte die Ablöse in Höhe von 27 Millionen Euro was die Foxes von dem Angreifer hielten. Und auch die Cityzens hatten den damals 20-Jährigen nicht abgeschrieben, sicherten sich eine Rückkaufoption in Höhe von knapp 60 Millionen Euro.

Drei Jahre lang hinkte Iheanacho den Erwartungen hinterher, erzielte in 76 Pflichtspielen lediglich 14 Tore. Nun, bald vier Jahre nach dem Wechsel, erfolgte endlich der Durchbruch. Beim 2:1-Sieg über Crystal Palace war der Nigerianer einmal mehr der Mann des Spiels. Der 24-Jährige legte er erst das 1:1 durch Timothy Castagne  auf, ehe er in der 80. Minute den 2:1-Siegtreffer erzielte. Für Iheanacho war es das 14. Tor im 14. Spiel – so viel wie in den 76 Spielen zuvor – und für Leicester drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions League. Nachdem die Top-Four im Vorjahr knapp verpasst wurden, beträgt der Vorsprung auf Rang fünf jetzt sieben Zähler.

„Ungewohnt torreich“-Award: Burnley

Seit der Rückkehr in die Premier League 2016 gehört der FC Burnley zu den zähesten und unangenehmsten Gegnern der Premier League. Schöner Fußball, geschweige denn Tore sind dabei eher Mangelware, auch in diesem Jahr stellen die Clarets die zweitschlechteste Offensive der Liga. Mit einem vergleichsweise geringen Budget ist das jedoch alles, was Trainer Sean Dyche bieten kann. Vier Klassenerhalte in Folge geben ihm zudem Recht.

Der fünfte ist nun zum Greifen nahe, dank einer ungewohnt torreichen Vorstellung des FC Burnley gegen die Wolverhampton Wanderers. Mit 4:0 wurden die erschreckend schwachen Wolves aus dem eigenen Stadion geschossen. Chris Wood agierte eiskalt und steuerte einen Hattrick bei. Für Burnley war es der höchste Auswärtssieg seit 1965.

„Schießbude der Liga“-Award: West Brom

Mit 64 Gegentoren nach 33 Spielen stellt West Bromwich Albion die Schießbude der Premier League. Ohne Torhüter Sam Johnstone wären es wohl deutlich mehr und der Abstieg von WBA würde wohl bereits feststehen. Mit 137 Paraden hat der Engländer die meisten der Liga.

Auch am Sonntag gegen Aston Villa war Johnstone der Rückhalt der Baggies, verteidigte die 2:1-Führung mit neun Paraden regelrecht im Alleingang. Am Ende aber, musste auch er sich geschlagen geben. Keinan Davis erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 2:2. West Brom hat in der Folge noch einen Rückstand von neun Punkten auf das rettende Ufer. Bei fünf verbleibenden Spielen ist das wohl zu viel.

 

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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