Vorentscheidung für ManCity? Werner auch ohne Tore wichtig & VAR ist menschlich

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7 Awards – Premier League | Am 23. Spieltag gab es eine kleine Vorentscheidung im Titelkampf. Im Mittelpunkt standen Manchester City, der FC Liverpool und Manchester United. Darüber hinaus sind zwei Londoner Klubs von ihren Stürmern abhängig. 

„Titelvorentscheidung?“-Award: Manchester City

Die Anfield Road war für Manchester City in den vergangenen Jahren kein gutes Pflaster. Seit 2003 gab es hier keinen Sieg mehr, Pep Guardiola konnte in Liverpool sogar noch nie gewinnen. Um so bedeutsamer war der 4:1-Auswärtserfolg der Cityzens am Sonntagabend. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der die Reds leichte Vorteile hatten und Ilkay Gündogan einen Elfmeter verschoss, riss der Tabellenführer das Spiel an sich.

Gündogans Führung nach einem Abstauber konnte nach einem von Ruben Dias verschuldeten Foulelfmeter noch durch Mohamed Salah ausgeglichen werden, doch direkt danach knickten die Reds unter dem schonungslosen Pressing der Gäste endgültig ein. Abermals Gündogan und Raheem Sterling bestraften zwei katastrophale Fehlpässe von Liverpool-Keeper Alisson, ehe Phil Foden seine starke Vorstellung durch einen Strahl von Schuss zum 4:1 krönte.

Liverpool zeigte sich mit Ausnahme der beiden schweren Fehler im Vergleich zu den letzten beiden Heimpleiten stark verbessert. Ähnlich wie die Reds im Vorjahr, befindet sich dieses Manchester City 2020/2021 allerdings auf einem ganz anderen Level. Die Cityzens dominieren defensiv wie offensiv derzeit mit einer Selbstverständlichkeit, dass der Sieg an der einst gefürchteten Anfield Road etwas von Titelvorentscheidung hatte. Sinnbildlich dafür vergab Manchester United am Samstagabend einen Zweitore-Vorsprung. Manchester City hat nun die letzten neun Ligaspiele mit einem Torverhältnis von 25:2 allesamt für sich entschieden und führt mit fünf Punkten Vorsprung auf den Stadtrivalen sowie einem Spiel in der Hinterhand die Premier League an.

„Nur auf dem Papier ein Titelkandidat“-Award: Manchester United

Laut Tabelle ist Manchester United weiterhin der größte Konkurrent für Manchester City. Nachdem die Red Devils am Samstagabend ein 2:0 und ein 3:2 gegen den FC Everton verspielten, ist das auch für Trainer Ole Gunnar Solskjaer tatsächlich nur auf dem Papier der Fall. „Wir sollten nicht als Titelkandidaten betrachtet werden“, sagte der Norweger gegenüber BT Sport und ergänzte: „Das ist etwas für die Medien. Wir sind als Mannschaft besser geworden, lasst uns sehen, wo wir enden.“

Und in der Tat, im Vergleich zum Stadtrivalen hat Manchester United nicht die Souveränität und Stabilität eines Meisters. Die individuelle Klasse eines Bruno Fernandes oder Marcus Rashford führt zwar zu ausreichend Toren, weiter hinten fehlt es jedoch an Konstanz, Organisation und Konzentration. Gegen die Toffees ließ David De Gea einen leichten Schuss abprallen und leitete die Aufholjagd ein. Beim 2:2 und dem 3:3 nach einem Freistoß stimmte jeweils die Ordnung nicht. ManUtd hat nach 23 Spielen doppelt so viele Gegentore (30) wie ManCity (14). Erst zum zweiten Mal in der Premier-League-Historie genügte den Red Devils im heimischen Old Trafford eine Zwei-Tore-Führung nicht zum Sieg. Es sind Punkte, die in der Endabrechnung gegenüber Manchester City fehlen werden.

(Photo by Alex Pantling/Getty Images)

„Auch ohne Tore wertvoll“-Award: Timo Werner

Die Torflaute von Timo Werner beim FC Chelsea hält an. Am Sonntagabend blieb der deutsche Nationalstürmer auch im 14. Spiel in Serie ohne Erfolg. Nichtsdestotrotz hatte es Trainer Thomas Tuchel vor allem Werner zu verdanken, dass er gegen Schlusslicht Sheffield United den dritten Sieg im vierten Spiel feiern konnte. Der 24-Jährige bereitete das 1:0 von Mason Mount vor. Nachdem Antonio Rüdiger durch ein kurioses Eigentor für das 1:1 sorgte, war Werner erneut gefordert. In der 56. Minute holte er gegen Blades-Keeper Aaron Ramsdale einen Elfmeter raus. Jorginho verwandelte den fälligen Strafstoß zum 2:1-Endstand.

Werner ist für die Blues auch ohne Tore wertvoll. Mit fünf Vorlagen in der Premier League und sechs insgesamt führt er seine Mannschaft jeweils an. Tuchel ist zufrieden. „Ich finde, dass er jeden Tag stärker und stärker und immer freier wird“, sagte der Trainer nach dem Spiel bei der BBC und ergänzte: „Ich konnte ihn richtig auf dem Platz spüren, er war sowohl mental als auch physisch richtig im Spiel. Und er war entschlossen, dass ist das wichtigste, wenn er so weiter macht, werden die Tore kommen, da bin ich sehr sicher.“

(Photo by Oli Scarff – Pool/Getty Images)

„No Auba, no Party“-Award: FC Arsenal

Ausgerechnet ohne den verletzten Pierre-Emerick Aubameyang gelang dem FC Arsenal beim 3:1 über den FC Chelsea an Weihnachten die Wende. Ein Ausnahmefall für die Gunners, die mit dem wiedergenesenen Gabuner drei der nächsten vier Spiele gewannen und nach dem schlechten Saisonstart wieder von Europa träumten.

Im Anschluss aber musste sich Aubameyang um seine erkrankte Mutter kümmern. Drei Spiele fehlte er komplett, aufgrund des Trainingsrückstands saß er im Anschluss zunächst auf der Bank. So auch gegen Aston Villa am Samstag. Arsenal kassierte nach einem Stockfehler früh das 0:1, übernahm daraufhin aber die Kontrolle. Doch ohne Aubameyang fehlte im Angriffsdrittel die letzte Durchschlagskraft. Bei seiner Einwechslung wirkte er noch nicht quirlig genug, Arsenal verlor nach dem unglücklichen 1:2 gegen die Wolves auch gegen Aston Villa. Dabei lässt sich eine gewisse Abhängigkeit erkennen.

Ohne Aubameyang in der Startelf konnte Arsenal nur eines der letzten vier Spiele gewinnen, flog zudem gegen den FC Southampton aus dem FA Cup aus. Die Gunners brauchen eine effiziente Sturmspitze, denn trotz ansteigender Formkurve kreiert die Mannschaft insgesamt noch zu wenige Chancen.

„Überlebenswichtig“-Award: Harry Kane

Stichwort Abhängigkeit, das trifft in der Premier League für kaum einen Verein und Spieler zu wie für Tottenham und Harry Kane. Zwei Spiele musste der Engländer aufgrund von Knöchelproblemen pausieren, die Spurs blieben tor- und punktlos. Am Sonntag gegen West Bromwich kehrte Kane in die Startelf zurück und erzielte prompt das 1:0 (Endstand 2:0).

„Er ist einer der besten Stürmer der Welt. Das Team hängt sehr von ihm ab, das können wir nicht verstecken“, sagte Trainer José Mourinho nach der Partie bei BT Sport. In dieser Saison haben nur Dominic Calvert-Lewin (40%) und Callum Wilson (38,2 %) einen größeren Anteil der Tore ihrer Mannschaft zu verantworten als Kane (36,1 %). Doch anders als die beiden anderen sind es bei Kane nicht nur die Vollstreckerqualitäten. Der 27-Jährige lässt sich in der laufenden Saison oft auf die Zehn fallen, hat dadurch neben seinen 13 Toren bereits elf Vorlagen vorzuweisen. „Es sind die Tore, die er erzielen kann, die Assists die er machen kann, das Kombinationsspiel vorne, die Persönlichkeit, die Spieler wie er haben. Er ist immer ein wichtiger Einfluss für uns“, betonte Mourinho.

(Photo by MATT DUNHAM/POOL/AFP via Getty Images)

„VAR ist menschlich“-Award: Video Assistent Referee

Der Video Assistent Referee und die Premier League scheinen keine Freunde mehr zu werden. Beinahe wöchentlich gibt es Diskussionen über die Nutzung des technischen Hilfsmittels, meistens mit negativer Stimmung. Am Samstag folgte das nächste Beispiel.

In der Nachspielzeit einer relativ ereignislosen Partie zwischen West Ham United und dem FC Fulham ging Gästestürmer Aleksandar Mitrovic plötzlich zu Boden. Entgeistert blickte Hammers-Mittelfeldspieler Tomas Soucek auf den Schiedsrichter Mike Dean. Dieser hielt sich an das Ohr, VAR hatte sich eingeschaltet. Minutenlang warteten die Protagonisten auf dem Platz, ehe Dean vom VAR Official Lee Mason gebeten wurde, sich die Szene selbst anzusehen. Mehrmals schaute er sich die Bilder aus verschiedenen Blickwinkeln auf dem Monitor an. Soucek traf Mitrovic leicht mit dem Ellenbogen, Absicht war dabei allerdings nicht zu erkennen. Nichtsdestotrotz entschied Dean auf Tätlichkeit und Rot.

„Es war offensichtlich, dass es ein Unfall war“, sagte der entrüstete West-Ham-Trainer David Moyes nach dem Spiel bei der BBC und ergänzte: „Ich schäme für denjenigen, der VAR einschaltete und ich schäme mich etwas für Mike Dean(…). Es war eine schlechte Schiedsrichterentscheidung und eine schlechte VAR-Entscheidung und dagegen können wir nichts machen.“ Beim Gespräch mit dem Schotten wurde eines offensichtlich: Egal wie viele Blickwinkel, wie viele technische Hilfsmittel, die Entscheidungen treffen immer noch Menschen und diese machen bekanntlich Fehler. Um so erschreckender, dass Dean in der Folge Morddrohungen für seine Fehlentscheidung erhielt.

Für West Ham und Soucek blieb der Platzverweis dagegen ohne Folgen. Die FA nahm am Montag die Rote Karte zurück, der Mittelfeldspieler erhält keine Sperre.

 

„Ein Schuss, ein Tor“-Award: Leeds vs. Crystal Palace

„Ein Schuss, ein Tor….“, dieser Gesang dürfte dem ein oder anderem noch aus dem Stadion bekannt sein. Auf kaum zwei Teams in der Premier League trifft dieser so zu wie Leeds United und Crystal Palace. Am Montagabend zeigten sie uns wieso. Der Aufsteiger ging nach drei Minuten durch Jack Harrison in Führung, damit hat Leeds laut Opta nun bereits zum dritten Mal in dieser Saison mit dem ersten Schuss der Partie auch ein Tor erzielt. Ach ja, Crystal Palace kassierte bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit mit dem ersten Schuss des Gegners. Beide Teams führen die Premier League  in diese Kategorien an.

Patrick Bamford besiegelte später übrigens den hochverdienten Sieg mit seinem 2:0. Die Whites springen auf Platz zehn, die Eagles rutschen auf Rang 13.

 

Weitere News und Storys rund um den internationalen Fußball

(Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Chris McCarthy

Gründer und der Mann für die Insel. Bei Chris dreht sich alles um die Premier League. Wengerball im Herzen, Kick and Rush in den Genen.

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