Abramovich-Entscheidung: Die Folgen für den FC Chelsea

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News | Roman Abramovich, Eigentümer des FC Chelsea, hat am Samstag bekannt gegeben, dass er die Kontrolle und Verwaltung des Klubs in die Hände der gemeinnützigen Chelsea-Stiftung geben wird. 

Chelsea: Die Folgen der Abramovich-Entscheidung

Sofort stellten sich zahlreiche Fragen. Ist Roman Abramovich noch immer der Eigentümer des Klubs? Ja. Aber er zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und gibt die Kontrolle zumindest auf dem Papier ab. Viel komplizierter ist die Einschätzung der Folgen, die für den Klub nun zu erwarten sind. Plant der Oligarch, die Blues zu verkaufen? Das ist aktuell noch nicht bekannt, laut dem englischen Telegraph gibt es aber mindestens einen Interessenten, den Verein zu kaufen.

Abramovich kaufte den FC Chelsea im Jahr 2003 und hat in den 19 Jahren, in denen er dem Verein angehörte, stets die Fäden in der Hand gehabt. Der 55-Jährige hat keine Angaben darüber gemacht, wie lange er sich zurückziehen will oder ob er jemals wieder die Führung des Vereins übernehmen wird. Forderungen nach Sanktionen gegen den Russen wurden in Großbritannien laut, durch die Abgabe der Kontrolle könnten die Folgen für den Klub gedämpft werden. Und: Viel verändert hat sich, schaut man sich die Lage genauer an, eigentlich nicht. Der Akt ist eher als symbolisch zu bezeichnen.

Während Chelsea davon ausgeht, dass Abramovich mit seinem Handeln sein Engagement für den Verein unter Beweis stellt, haben Außenstehende den Schritt als ein Signal verstanden, das potenzielle Käufer ermutigen wird. Finanziell dürfte sich für Chelsea dennoch einiges verändern. Die Jahresabschlüsse der Fordstam Ltd, Chelseas Muttergesellschaft, zeigen, wie sehr der Klub auf den Russen angewiesen ist, selbst nach einer bemerkenswerten Ära des Erfolgs auf dem Spielfeld und auf dem Transfermarkt. Mehr als 1,5 Milliarden Euro hat Abramovich in den Klub gepumpt.

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Da die Darlehen vom Eigentümer stammen und zinslos sind, kann sich Chelsea als schuldenfrei bezeichnen, denn wenn Abramovich den Klub verkaufen würde, müsste er sich aus dem Erlös selbst finanzieren, schreibt der Telegraph weiter. Aktuell sieht es folgendermaßen aus: Der Russe bleibt Eigentümer, aber die formale Leitung und die Entscheidungsfindung wurden an die Treuhänder der gemeinnützigen Stiftung der Blues übergeben, die von Bruce Buck geleitet wird. Für fußballerische Entscheidungen wie Transfers, Spielerverträge und die Zukunft von Cheftrainer Thomas Tuchel sind weiterhin die Geschäftsführerin Marina Granovskaia und der Berater des Klubs, Ex-Torhüter Petr Cech, zuständig. Zumindest auf dem Papier.

Die Entscheidung ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Verhältnis zwischen der britischen Regierung und Abramovich nach den Ereignissen der letzten Woche endgültig zerrüttet ist, unabhängig davon, ob ihm nun Maßnahmen drohen. Die Zukunft des FC Chelsea wird jetzt maßgeblich von Sanktionen, deren Auswirkung auf den Klub und von einem möglichen Verkauf abhängig sein. Weitere Entwicklungen und die Frage, inwieweit Abramovich im Hintergrund noch involviert ist, bleiben allerdings abzuwarten.

(Photo by JUSTIN TALLIS/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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