Nach sattem Punktabzug: FC Everton droht die nächste Sanktion

Gerade ist der Premier-League-Klub FC Everton aufgrund von Verstößen gegen Finanzauflagen mit einem satten Punktabzug bestraft worden, da droht bereits die nächste Strafe. Wie die britische Zeitung The Times berichtet, steht die nächste Bilanz der „Toffees“ auf dem Prüfstand.
FC Everton nach Punktabzug weiter unter Beobachtung – weitere Strafe möglich
Erst am vergangenen Freitag waren dem FC Everton zehn Punkte abgezogen worden. Eine Kommission hatte zuvor festgestellt, dass der Klub gegen finanzielle Regeln der Liga verstoßen habe. Genauer gesagt hatte die Premier League bereits vor einem Dreivierteljahr Ermittlungen wegen Verstößen gegen ihre Rentabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln im Zeitraum bis zur Saison 2021/22 eingeleitet. Everton hatte dabei den Maximalbetrag von 105 Millionen Pfund, der innerhalb von drei Jahren als Verlust vermeldet werden darf, um etwa 20 Millionen Pfund überschitten. Der Liverpooler Verein kündigte daraufhin an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen.
Nun steht die nächste Bilanz des FC Everton unter Beobachtung, wie The Times schreibt. Die Premier League hatte zuvor bestätigt, dass Vereine bestraft werden können, wenn sie in aufeinanderfolgenden Spielzeiten gegen die Gewinn- und Nachhaltigkeitsregeln verstoßen. Die Abschlüsse für das Geschäftsjahr, das im Juni 2023 endet, müssen zwar erst bis zum 31. März nächsten Jahres eingereicht werden. Dennoch forderte die Premier League die Vereine jüngst dazu auf, bis zum 31. Dezember Klarheit zu schaffen.
Für den kommenden Dreijahreszeitraum werden die letzten beiden vorangegangenen Jahre sowie das letzte Jahr berücksichtigt. Für Everton könnte dies zum Problem werden. Denn 2021 verzeichnete der Klub Verluste in Höhe von 120,9 Millionen Pfund, im Jahr darauf waren es 44,7 Millionen Pfund. Ein positiver Abschluss für die vergangenen zwölf Monate ist darum unausweichlich. Ansonsten könnte der Maximalbetrag erneut überschritten werden. Dies hatte schon zur Folge, dass die Gehälter der Profis geschmälert wurden, zudem verkaufte der Klub Linksaußen Anthony Gordon für 45 Millionen Pfund nach Newcastle.
Everton stellt mehrere Gründe für hohe Verluste an – Kommission zeigt sich unbeeindruckt
Doch damit hat sich die Sache offenbar noch lange nicht erledigt. Eine weitere finanzielle Last ist die Finanzierung des neuen Stadions, zudem ist die Fragestellung, ob die Zinsen für das Stadiondarlehen wieder zu den Verlusten hinzugerechnet werden können, einer der Kernpunkte des laufenden Verfahrens. Die Berufung gegen das Urteil der Kommission wird dem Times-Artikel zufolge noch vor Saisonende von einem neuen Gremium angehört und abgeschlossen werden. Ob dies noch etwas am aktuellen Standpunkt ändern wird, ist jedoch unklar. Denn neue Beweise seien in diesem Fall nicht zugelassen. Everton vertritt weiterhin die Auffassung, dass die verhängte Sanktion unverhältnismäßig sei.
Inwieweit dem FC Everton weitere Rechtfertigungen abgenommen werden, wird sich also noch zeigen. Der Tabellenneunzehnte versuche etwa, Darlehen im Zusammenhang mit den Stadionkosten wieder zu den Verlusten hinzuzurechnen. Außerdem seien die Auswirkungen der Covid-Pandemie sowie der Russische Angriffskrieg weitere Faktoren, die entscheidende Rollen für die finanziellen Unregelmäßigkeiten gespielt haben sollen. So soll der Ukraine-Krieg dazu geführt haben, dass ein 200 Millionen Pfund teurer Vertrag über die Namensrechte für das neue Stadion nicht zustande kam. Des Weiteren soll man das Geld für einen nicht genannten Spieler aufgrund der Umstände nicht wiederbekommen haben.
Trotz all der Versuche des FC Everton stellt sich die Kommission weiterhin auf die Seite der Liga und beruft sich darauf, dass der Klub rechtzeitig über die Gefahr weiterer Ausgaben gewarnt worden sei. Somit ist eine weitere Strafe für Everton kein unrealistisches Szenario.
(Photo by Alex Livesey/Getty Images)
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