Jürgen Klopp: Manchester City kann trotz FFP finanziell machen, was es will

Liverpool: Klopp achtet auf den Impfstatus vor Transfers
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News | Jürgen Klopp hat behauptet, dass der FC Liverpool finanziell nicht mit Manchester City konkurrieren kann, weil die Klubs aus dem Golfstaaten trotz der Finanzregeln der UEFA „machen können, was sie wollen“.

Der FC Liverpool empfängt am Sonntagnachmittag Manchester City. Keine andere Rivalität hat die Premier League in den letzten Jahren so sehr dominiert. Doch so packend die direkten Duelle zwischen den beiden Teams waren – Liverpool ist in den letzten vier Begegnungen mit City ungeschlagen und hat die letzten beiden gar gewonnen –, so ungleich sind die Meistertitel zwischen den beiden Teams verteilt. Viermal gewann Manchester City in den letzten fünf Jahren die Premier League, der FC Liverpool nur ein einziges Mal. Und auch in der laufenden Saison hat Manchester City bereits 13 Punkte Vorsprung vor dem Rivalen aus Liverpool. Woran liegt es, dass der FC Liverpool nicht mir Manchester City mithalten kann? Für Jürgen Klopp ist die Antwort klar:



„Die Antwort wird Ihnen nicht gefallen, und Sie alle kennen die Antwort bereits. Niemand kann mit City mithalten“, sagte der Trainer des FC Liverpool. „Sie haben die beste Mannschaft der Welt und holen den besten Stürmer auf dem Markt. Egal, was es kostet, man tut es einfach. (…) Was macht Liverpool? Wir können nicht so handeln wie sie. Das ist nicht möglich.“ Damit zielt Klopp auf den Transfer von Erling Haaland zu Manchester City ab. Der Norweger wechselte im Sommer für knapp 60 Millionen Euro nach Manchester. Dass Klopp darauf hinweist, dass ein solcher Transfer für Liverpool schlicht nicht möglich sei, wirkt irritierend. Denn der FC Liverpool bezahlte im Sommer eine noch üppigere Ablösesumme für einen anderen Stürmer: Darwin Núñez wechselte zum FC Liverpool – für knapp 100 Millionen Euro.

Klopp: „Es gibt drei Vereine im Weltfußball, die finanziell machen können, was sie wollen“

Ein eklatanter Unterschied offenbart sich allerdings, wenn man auf die Gehälter der beiden Spieler blickt. Darwin Núñez soll übereinstimmenden Berichten zufolge sechs Millionen Euro netto pro Jahr verdienen. Erling Haaland soll laut dem Guardian hingegen 430.000 Euro pro Woche, also über 22 Millionen Euro im Jahr verdienen. Auch wenn es sich bei dieser Summe wohl um das Bruttogehalt handelt, zahlt Manchester City an Haaland somit eine doppelt so hohe Summe wie Liverpool an Núñez. Und auch ein Blick in die Vergangenheit zeigt die wohl grenzenlose Finanzkraft von Manchester City. Seit Scheich Mansour den Verein 2008 übernommen hat, bezahlte der Klub mehr als 1,8 Milliarden Euro Ablöse für neue Spieler. Der FC Liverpool bezahlte im selben Zeitraum mehr als 1,3 Milliarden Euro Ablöse für neue Spieler.

„Es gibt drei Vereine im Weltfußball, die finanziell machen können, was sie wollen. Es ist legal und alles, gut, aber sie können tun, was sie wollen. (…) Und man konkurriert mit ihnen“, sagt Klopp. die drei Verein seien Manchester City, Paris Saint-Germain und Newcastle United. „Es ist überhaupt kein Problem für mich, es ist wie es ist. Ich weise nur darauf hin, weil si mich gefragt haben. Ich habe jetzt gehört, dass jemand [Sportdirektor Dan Ashworth] bei Newcastle gesagt hat: ‚Es gibt keine Obergrenze für diesen Verein‘. Ja, da hat er recht. Er hat absolut Recht. Es gibt keine Obergrenze für Newcastle. Herzlichen Glückwunsch, aber andere Klubs haben eine Obergrenze“.

Ashworth sagte in einem Interview in dieser Woche, dass es keine Obergrenze für das gibt, was Newcastle als Verein „erreichen kann“. Er fügte hinzu, dass Newcastle, das 2022 unter saudischer Mehrheitsbeteiligung 210 Millionen Pfund für Spieler ausgegeben hat, die „Financial Fair Play“-Regeln einhalten muss und dass die diesjährigen Ausgaben auf Jahresbasis „nicht tragbar“ seien.

Die UEFA beschloss im April Reformen

Da das Financial Fair Play (FFP) in der Vergangenheit häufig unzureichend umgesetzt wurde und nicht für mehr Chancengleichheit gesorgt hat, beschloss das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) im April 2022 eine Reform der Regelung, die „Financial Sustainibility“ genannt wird. Vereine dürfen demnach nur noch 70 Prozent ihrer Einnahmen für Kaderkosten ausgeben. Kaderkosten beinhaltet Transferablösesummen, Gehälter und Kosten für Spielerberater. Die sogenannte Kader-Kostenkontrolle. Sie tritt in drei Stufen in Kraft. Von 90 über 80 bis zu den 70 Prozent, die bis 2025 anvisiert sind. Externe Geldgeber dürfen eine Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben von bis zu 60 Millionen Euro über einen Zeitraum von drei Jahren ausgleichen.

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Damit soll auch Klubs, die aufgrund scheinbar endloser finanzieller Ressourcen ihrer Geldgeber keine marktwirtschaftliche Obergrenze haben, eine regulative Obergrenze gesetzt werden. Auch Manchester City, Paris Saint-Germain und Newcastle United, denen Klopp attestiert, sie könnten tun, was sie wollen. „Die Fußballindustrie hat sich geändert. Die Reform war nötig. Die neuen Regeln helfen uns, das Spiel zu schützen“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Verstöße gegen die Regeln können mit Geldstrafen und Punktabzügen bestraft werden. Das Problem des alten Financial Fair Play war allerdings nicht die Regelung an sich, sondern vielmehr die fehlende Konsequenz, mit der Verstöße dagegen bestraft wurden. Ernsthafte Strafen gab es nie und der Versuch, Manchester City aufgrund von Verstößen aus der Champions League auszuschließen, wurde nach einem Einspruch des Klubs gekippt. Die Wirksamkeit der „Financial Sustainibility“-Regelung wird sich also erst darin zeigen, wie konsequent die UEFA die Vorschriften umsetzen und Verstöße bestrafen wird.

Wenn die Regelung konsequent umgesetzt wird, muss jedoch nicht nur Manchester City sich einschränken. Der FC Liverpool kleckert ebenfalls seit Jahren auf dem Transfermarkt und die Ausgaben sind ohne externe Geldgeber nicht von den Einnahmen gedeckt. Auch wenn Manchester City ein besonders exponiertes Beispiel für entartete Fremdfinanzierung ist – und die nebulösen Geldquellen eine zusätzliche, nicht minder problematische Ebene aufmachen – ist der FC Liverpool genausoweit davon entfernt, der Robin Hood des Weltfußballs zu sein.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

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