Kovačićs Traumtor krönt ein irres Spiel zwischen Chelsea und Liverpool

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Das Verfolgerduell in der Premier League zwischen dem FC Chelsea und dem FC Liverpool entwickelte sich zu einem irren Fußballspiel. Eine mitreißende Abfolge von körperlichen Zweikämpfen, hanebüchenen Fehlern und atemberaubenden Traumtoren endete 2:2 – und zeigte die rohe Schönheit des Fußballs.

Der FC Liverpool gastierte im Duell um den zweiten Platz an der Stamford Bridge beim FC Chelsea. Nicht mit dabei auf Seiten der „Reds“: Alisson Becker, Roberto Firmino, Joel Matip und Jürgen Klopp – allesamt aufgrund des Verdachts auf Covid-19 – sowie der verletzte Thiago und gesperrte Andrew Robertson.

Die „Blues“ verzichten aus disziplinarischen Gründen auf Romelu Lukaku. Reece James und Ben Chilwell verletzt, Timo Werner aufgrund einer Covid-19-Infektion. Trotz dessen entwickelte sich das Spiel zu einem irren Intensitätswettstreit mit Toren, die offene Münder zurückließen, und einem Gewirr aus Raunen, Staunen und der Schönheit von Fehlern. Raphael Honigstein, Sky-Experte vor Ort, fand die richtigen Worte: „Es ist ein Geschenk, dieses Spiel im Stadion sehen zu dürfen.“

Irre erste Halbzeit! Kaltblütiger FC Liverpool und ein Kunstwerk von Kovačić

Gleich nach 20 Sekunden tobte Tuchel erstmals an der Außenlinie. Sadio Mané rasselte völlig übermotiviert in ein Kopfallduell mit César Azpilicueta. Der Ellenbogen des Senegalesen trifft das Gesicht des Chelsea-Spielers. Der Schiedsrichter zeigte gelb, Tuchel forderte rot – wie die Zeitlupe verrät, nicht ganz zu unrecht. Diese Körperlichkeit zog sich durch die gesamte erste Halbzeit. Zweikämpfe, überall Zweikämpfe.

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Die erste Großchance hatte Christian Pulisic. In der 7. Spielminute blockte Kai Havertz einen Befreiungsschlagversuch von Trent Alexander-Arnold. Der Ball landete glücklich vor Pulisics Füßen, der frei im Strafraum von Chelsea stand. Alisson-Erstaz Caoimhin Kelleher breitet sich vor dem Amerikaner aus. Dieser versucht, den Torhüter der „Reds“ zu umkurven, vertändelte den Ball allerdings.

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Zwei Minuten später die ersten Chance für die bis zu diesem Zeitpunkt blassen „Reds“. Trevoh Tom Chalobah unterlief ein riesiger Fehler. Er köpfte einen langen Ball genau vor die Füße von Sadio Mané. Dieser macht es besser als Pulisic zwei Minuten zuvor. Er umkurvt den hereinstürmenden Edouard Mendy und wuchtet den Ball ins Netz. Unverdiente, aber effiziente Führung für den FC Liverpool.

Das Tor stand konträr zu den Kräfteverhältnissen. Der FC Liverpool hatte arge Probleme mit dem physischen und aggressiven Pressing der „Blues“. Die Ballzirkulationen von Liverpool dauerten in den ersten 20. Spielminuten nur selten länger als zehn Sekunden. Wenn „Reds“ zu Chancen kamen, dann nur durch Kontern. Allerdings war auch dies eine Seltenheit. Chelsea dominierte, allerdings ohne Ertrag.

Und schon wieder schockte der FC Liverpool die Hausherren, in Person von Mohammed Salah. Trent Alexander-Arnold chipte den Ball rechts in den Strafraum in den Lauf von Salah. Der Ägypter wackelte Marcos Alonso elegant aus und erwischte Edouard Mendy mit einem Schuss ins kurze Eck kalt. 2-0! Im Gesicht von Thomas Tuchel machte sich wütendes Unverständnis breit.

Das Spiel verlor in den folgenden Minuten an Intensität. Chelsea wirkte nach dem dominanten Start und den beiden kalten Duschen der Gäste etwas schockiert. Sie brauchten einen Weckruf. Dieser Weckruf kam – und zwar was für einer! Kelleher faustete einen Freistoß von Marcos Alonso aus der Gefahrenzone. Der Ball fiel kurz vor dem Strafraum herunter, Mateo Kovačić nahm das Leder im Zurücklaufen direkt. Vom Innenpfosten prallte der Ball in den Kasten. Ein Tor als koordinatives Kunststück. (42.)

(Photo by ADRIAN DENNIS/AFP via Getty Images)

Bis zur Halbzeit entwickelte sich ein völlig irres Spiel. Chancen auf beiden Seiten, ein tobender Tuchel und, tatsächlich, erzielte der FC Chelsea noch den Ausgleich. Kanté steckte aus dem Halbfeld durch zu Christian Pulisic, der alleine im gegnerischen Strafraum auftauchte und Kelleher mit einem präzisen Abschluss unter die Latte überwand. Die Stamford Bridge wurden zum Tollhaus. (45. +1)

Wunderschönes Chaos bis die Luft auf beiden Seiten ausging

Die Anfangsphase der zweiten Hälfte stand dem Spektakel aus den ersten 45 Spielminuten in nichts nach. Der sonst so kontrolliert spielende FC Chelsea wandelte auf der Grenze zwischen fabelhaft und hanebüchen. Die Folge: Ein Spiel, so mitreißend und chancenreich wie selten zwischen zwei solchen Top-Klubs. Nicht zuletzt, weil beide Teams auch Fehler machten. Sadio Mané und Mohammed Salah prüften Edouard Mendy in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit immer wieder. Doch egal aus welcher Lage die beiden es veruschten: Mendy parierte.

Das Spiel, das bis zur 60. Minute fast zu hyperventilieren schien, gönnte sich und den Zuschauer:innen in der den folgenden Minuten eine Atempause. Das Metronom, an dem sich die Fehler, Chancen und Zweikämpfe orientieren, wurde langsamer. Die Kraft der Spieler sichtlich weniger. Der Spielverlauf plätscherte weitgehend vor sich hin.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Der FC Chelsea wollte sich mit dem Remis allerdings nicht zufriedengeben. Thomas Tuchel animierte die Zuschauer noch einmal mit rudernden Armbewegungen und sein Team erhöhte die Intensität noch einmal. Sie schnüren die „Reds“ erneut in der eigenen Hälfte fest, doch der Siegtreffer wollte nicht fallen. Wir schon in der ersten Hälfte. Eins der mitreißendsten Spiele der Saison endete Remis.

(Photo by ADRIAN DENNIS/AFP via Getty Images)

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