Chelsea vs. Leicester: Nach dem Finale ist vor dem Finale

Vorschau

Vorschau | Runde 1 zwischen Chelsea und Leicester ging im FA-Cup-Finale an die Foxes. Aber nur drei Tage später treffen sich die beiden erneut, diesmal an der Stamford Bridge. Auch die Partie am Dienstagabend hat Endspielcharakter, es geht darum, wer sich vor dem letzten Spieltag im Fernduell um die Champions League mit dem jeweils anderen – und Liverpool – die Pole Position sichert.

Anpfiff der Partie ist am Dienstag, 21:15 Uhr, live bei Sky.

  • Chelsea FC: Bezahlen die Blues die Quittung für ihren eigenen Erfolg unter Thomas Tuchel?
  • Leicester City FC: Aller guten Dinge sind drei – auch mit Leicester und der Champions League?
  • ähnliches Spiel wie im FA-Cup-Finale zu erwarten

Chelsea FC: Opfer des eigenen Erfolgs?

Ein bisschen laufen die Blues im Saisonendspurt Gefahr, Opfer ihres eigenen Erfolgs zu werden. Nach nur wenigen Monaten im Amt hat Thomas Tuchel (47) Chelsea in zwei Finals sowie dicht an die erneute Qualifikation zur Champions League geführt. Zu sagen, er leiste herausragende Arbeit, wäre eine fast wäre eine fast beleidigende Untertreibung. Als Tuchel die Mannschaft übernahm – nach einem 0:2 in Leicester – stand Chelsea auf Platz neun, sechs Zähler hinter den Foxes. Die Saison schien, zumindest in der Premier League, eine eher trostlose zu werden.

Bis Tuchel kam und mit ihm der Erfolg. Er hat die Mannschaft defensiv stabilisiert, sein 3-4-2-1 ist enorm schwer zu durchbrechen. Aber vor allem in den letzten beiden Spielen wurde Chelseas große Schwachstelle offenbart, die auch Tuchels Taktiken irgendwann nicht mehr übertünchen konnte: Die offensive Durchschlagskraft. Bislang schaffte es die Mannschaft immer, aus der kompakten Defensive heraus den entscheidenden Punch zu setzen, nun wurde sie erstmals unter Tuchel in zwei aufeinanderfolgenden Spielen selbst ausgeknockt. 0:1 gegen Arsenal, 0:1 gegen Leicester. Chelsea mit den eigenen Waffen geschlagen.

 

 

 

Einen „Mangel an Gelassenheit und Präzision“ machte Thomas Tuchel nach der Pleite im FA-Cup-Finale aus. „Das verfolgt uns ein bisschen durch die Saison“, so der Ex-Mainzer und -Dortmunder weiter. Jetzt gehe es aber darum, zurückzukommen und am Dienstag die richtige Mentalität zu zeigen. „Wir haben eine Trophäe verpasst und sind traurig darüber. Aber jetzt steht für uns ein anderer Wettbewerb an.“

Durch die Auftritte der letzten Wochen und Monate hat Chelsea die Messlatte denkbar hoch gelegt, alles andere als die Qualifikation zur Champions League oder der Gewinn selbiger könnte dazu führen, dass die Saison in der Öffentlichkeit doch noch als misslungen angesehen wird. Chelsea läuft Gefahr, Opfer des eigenen Erfolgs zu werden.

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Leicester City FC: Gegen Chelsea im dritten Versuch unter Rodgers in die Königsklasse?

Der erstmalige Pokalsieg gegen Chelsea war der bisherige Höhepunkt von Leicesters Entwicklung unter Brendan Rodgers (48). Februar 2019 kam er von Celtic, als der Klub unter Claude Puel (59) auf der Stelle trat. Mehr als Platz 9 war 2018/19 aber nicht mehr zu holen. Letzte Saison wurden die Foxes immerhin Fünfter und können sich nun erstmals seit der Meistersaison 2015/16 wieder für die Champions League qualifizieren.

Diesmal geht Leicester mit 66 Punkten von Platz 3 aus ins Rennen, zwei vor Chelsea und deren drei vor Liverpool. Erhöhen sie mit einem Sieg an der Stamford Bridge auf 69, haben sie das Ticket noch vor dem letzten Spieltag gelöst. Sollte Chelsea allerdings die Revanche für das Pokalfinale gelingen – und auch Liverpool in Burnley gewinnen – müsste Leicester am letzten Spieltag das Feld von hinten aufrollen und wäre auf Schützenhilfe von Aston Villa, beziehungsweise Crystal Palace angewiesen.

Copyright: Kirsty Wigglesworth/imago

Brendan Rodgers selbst gibt sich vor dem zweiten Endspiel gegen Chelsea binnen drei Tagen gelassen. „Wir haben gestern regeneriert, werden unsere Vorbereitungen heute beenden und freuen uns auf morgen. Ein neues Spiel, eine neue Herausforderung und wir werden dafür motiviert sein.“ Chelsea lobte er als ein erstklassiges Team, sie seien nicht grundlos im Champions-League-Finale und der FA-Cup-Sieg ein gigantischer Erfolg für Leicester. „Jetzt werden wir ins nächste Spiel mit derselben Idee gehen und hart arbeiten.“

Jonny Evans (33) musste schon im Pokalfinale nach 34 Minuten verletzt ausgewechselt werden. Einen Einsatz an der Stamford Bridge schloss Rodgers bereits kategorisch aus. Für das Spiel am Wochenende gegen Tottenham bestehe aber noch Hoffnung. Ungewiss ist der Einsatz von Cengiz Ünder (23), der an Hüftproblemen laboriert. Ansonsten kann Rodgers personell mit voller Kapelle antreten.

Prognose

Im FA-Cup-Finale nahmen sich die beiden Teams nicht viel. Chelsea hatte die spielerischen Parameter auf seiner Seite, tat sich gegen Leicesters kompakte Defensive aber schwer. An der grundsätzlichen Ausrichtung wird sich auch in diesem Spiel nicht viel ändern, sodass ein Unentschieden sehr wahrscheinlich erscheint. Es sei denn, Youri Tielemans kommt nochmal auf Ideen…

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Chelsea: Mendy – R. James, Thiago Silva, Rüdiger – Azpilicueta, Kanté, Jorginho, Marcos Alonso – Havertz, Pulisic – Werner

Leicester: Schmeichel – Albrighton, Fofana, Söyüncü – Castagne, Tielemans, Ndidi, L. Thomas – Ayoze Pérez – Iheanacho, Vardy

Copyright: Nick Potts/imago

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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