Chelsea vs. West Bromwich: Welten auseinander – aber Punkte brauchen beide dringend

Premier League

Vorschau | Am Samstagmittag empfängt Thomas Tuchels Chelsea West Brom. Während die Gastgeber ihren seit dem Trainerwechsel anhaltenden Positivtrend fortsetzen wollen, geht es für die Baggies langsam aber sicher um alles.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 13:30 Uhr, Live bei Sky.

  • Chelsea FC: Manager of the Month – aber Tuchel will mehr
  • West Brom: Zehn Punkte Rückstand „keine unmögliche Aufgabe – „Big Sam“ hat den Klassenerhalt noch nicht abgeschrieben
  • Spektakel im Hinspiel, letzter Baggies-Sieg an der Stamford Bridge vor 43 Jahren

Chelsea FC: Tuchel zum Trainer des Monats gekürt – Serie soll auch gegen West Brom fortgesetzt werden

Man muss schon lange suchen, um einen Trainer zu finden, der in der Premier League bei einem Verein einen ähnlich großen Einfluss in einer solch kurzen Zeit hatte, wie Thomas Tuchel (47) bei Chelsea. Ende Januar kam er für die entlassene Klublegende Frank Lampard (42) – und während der eine Probleme hatte, den Motor ans Laufen zu bekommen, hat der andere nicht nur das geschafft, sondern auch noch gute 150 PS draufgepackt: Sechs Siege und vier Unentschieden in zehn Ligaspielen stehen bis hierhin für Tuchel zu Buche. Die elf Tore, die seine Mannschaft in dieser Zeit erzielte, sind ordentlich. Aber vielmehr als das, sticht die Defensive heraus: Gerade einmal zwei Gegentreffer musste Chelsea seit dem Trainerwechsel hinnehmen. Dass Thomas Tuchel erstmals zum Manager of the Month, vor Graham Potter (45/Brighton), Brendan Rodgers (48/Leicester City) und Ole Gunnar Solskjær (48/Manchester United) gewählt wurde, ist eine fast schon logische Konsequenz.

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„Ich bin sehr glücklich, diesen Preis bekommen zu haben und glaube, dass es eine großartige Leistung für jeden im Klub ist, der daran beteiligt ist, die Mannschaft zusammenzustellen, sodass sie jede Woche spielen kann“, wird der Ex-Mainzer und -Dortmunder auf der vereinseigenen Website zitiert. „Dieser Preis wäre nicht möglich gewesen, ohne die harte Arbeit meines Trainerteams und des Teams dahinter, dass die Mannschaft in dieselbe Richtung antreibt: Den maximalen Erfolg zu erreichen.“

 

 

 

„Zuletzt möchte ich auch die harte Arbeit meiner Spieler anerkennen, die mir ihre maximalen Bemühungen und ihren maximalen Einsatz gegeben haben, seitdem ich hier angekommen bin und ich hoffe, dass wir diesen Lauf bis ans absolute Ende der Saison fortsetzen können.“

Im März gewannen Tuchel und Chelsea 1:0 in Anfield, 2:0 gegen Everton und holten zum Abschluss beim 0:0 noch einen Zähler in Leeds. Nun empfängt Chelsea West Brom, gegen die man an der Stamford Bridge seit 18 Spielen in allen Wettbewerben ungeschlagen ist. Letztmals unterlag man den Baggies im eigenen Stadion 1978. 

Damit das auch so bleibt, kann Tuchel nun wieder auf die Langzeitverletzten Thiago Silva (36) sowie Tammy Abraham (23) zurückgreifen. N’Golo Kanté (30) und Callum Hudson-Odoi (20) kehrten mit leichten Verletzungen von ihren Nationalmannschaften zurück. Bei Ersterem wird es ein Wettlauf gegen die Zeit.

West Bromwich Albion: Zehn Punkte Rückstand, aber „Big Sam“ bleibt ruhig und baut auf seine Erfahrung

Das Hinspiel hat West Brom noch in bester Erinnerung – also, zumindest die erste Halbzeit. Am 3. Spieltag, damals noch unter Slaven Bilic (52), führten sie nach 27 Minuten 3:0. Am Ende gelang Chelsea noch die Aufholjagd. Tammy Abraham schob in der 93. Minute zum 3:3 ein.

Zwar gab es für die Baggies in den Folgewochen noch der ein oder andere Coup, wie jeweils ein 1:1 im Etihad und in Anfield. Doch das dürfte nach der Saison allenfalls Makulatur sein. Auch nach dem Trainerwechsel von Bilic zu „Big Sam“ Allardyce (66) hängt der Verein weiter mit gerade einmal 18 Zählern aus 29 Partien im Tabellenkeller fest. Der Rückstand auf Newcastle und damit das rettende Ufer beträgt satte zehn Punkte. 

Für aussichtslos hält Allardyce, der in seiner bisherigen Trainerkarriere noch nicht abgestiegen ist, die Lage aber nicht: „Ich kann den Jungs nur sagen, dass es das vorher schon gab und es keine unmögliche Aufgabe ist. Aus meiner Erfahrung, gibt es einen bestimmten Weg, wie man so etwas angehen muss. Bei Sunderland, Palace und Bolton, und bis zu einem bestimmten Punkt Bolton im zweiten Premier-League-Jahr, haben wir fünf von sechs [Spielen] gewonnen, beziehungsweise fünf oder sechs aus acht. Das ist der Punkt, an dem wir jetzt auch wieder sind. Wir haben keine Zeit mehr, wir haben keine Spiele mehr, wir sind im einstelligen Bereich (an Spielen , Anm. d. Red.) angekommen.“

Copyright: Holly Allison/TPI/Shutterstock/imago

„Du kannst entweder jetzt Farbe bekennen oder allerwenigstens, falls das nicht passiert, gehst du kämpfend unter. Es kann für uns mit einer sehr guten Performance bei Chelsea beginnen, wo wir den Sieg holen können, den wir so dringend brauchen.“ Dazu müsse aber, anders als gegen Manchester United (1:1) oder Everton (0:1), die Chancenverwertung stimmen. „Wenn wir an diese Auftritte anknüpfen können und dazu noch ordentlich abschließen, können wir am Samstag eine der größten Überraschungen produzieren, die die Premier League zuletzt gesehen hat.“ Dazu gehöre aber akribische Planung. Man müsse sicherstellen, defensiv genauso robust zu sein, wie Chelsea.

Verzichten muss Sam Allardyce an der Stamford Bridge lediglich auf Conor Gallagher (21), der von Chelsea ausgeliehen und qua Klausel im Vertrag nicht spielberechtigt ist.

Prognose

Sam Allardyce hörte man es auf der Pressekonferenz klar an, welchen Spielstil er wählen wird. Bedenkt man, dass Chelsea kaum Gegentore kassiert, wird schnell klar, dass eine Wiederholung des Hinspiels nahezu ausgeschlossen ist. Für Chelsea wird es auf einen frühen Treffer ankommen, um die Partie nicht zum Geduldsspiel werden zu lassen. Das sollte ihnen gelingen, womit die drei Punkte in der Hauptstadt blieben.

 

 

 

Mögliche Aufstellungen:

Chelsea FC: Mendy – Azpilicueta, T. Silva, Rüdiger, Chilwell – Kovacic, Jorginho –  Pulisic, Mount, Werner – Abraham

West Brom: Johnstone – D. Furlong, D. O’Shea, K. Bartley, C. Townsend – Okay Yokuşlu – M. Phillips, R. Sawyers, Maitland-Niles, M. Pereira – M. Diagne

Copyright: Catherine Ivill/imago

Victor Catalina

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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