Tottenham vs. Chelsea: Der nächste Dreier für die Blues?

Tottenham Chelsea
Premier League

Vorschau | Am Sonntagnachmittag steht in der Premier League ein London-Derby auf dem Programm: Tottenham Hotspur empfängt den FC Chelsea. Beide Teams kamen gut in die Saison und haben nun die Chance, sich in der oberen Tabellenregion festzusetzen.

Anpfiff der Partie ist Sonntag, 17:30 Uhr, live auf Sky.

  • Beide Mannschaften sind gut in die Saison gestartet
  • Erholt sich Tottenham von der 0:3-Klatsche gegen Crystal Palace?
  • Chelsea: Vierter Sieg im fünften Spiel?

Tottenham: Der gute Saisonstart täuscht

Der Saisonauftakt lief für Tottenham Hotspur im Grunde wie gemalt: Drei Siege standen nach drei Spieltagen zu Buche, allesamt zu Null. Letzte Woche musste man dann allerdings einen herben Rückschlag verkraften, nachdem man 0:3 gegen Crystal Palace verlor. Und so überraschend diese Niederlage für manch einen Beobachter auch daherkam, war sie es nicht einmal unbedingt. Denn das, was zuvor auf dem Papier nett aussah, war auf dem Platz alles andere als Feinkost. Während man zum Auftakt Manchester City mittels kompakter Verteidigungslinien und schnellen Gegenstößen über weite Strecken im Zaum hielt und am Ende nicht unverdient mit 1:0 gewann, bekleckerte man sich bei den darauffolgenden Siegen gegen die Wolves und Watford (auch jeweils 1:0) nicht wirklich mit Ruhm. In beiden Spielen fehlte es an Idee und Kreation im Spiel nach vorne, in Wolverhampton war man sogar über weite Strecken die unterlegene Mannschaft. 



Mourinho 2.0 bei den Spurs

Viele Elemente im Spiel der Spurs erinnern an die Zeit unter José Mourinho (58), als die defensive Stabilität das oberste Gebot war und im Spiel nach vorne vieles von der individuellen Klasse von Heung-min Son (29) und Harry Kane (28) abhing. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn Neutrainer Nuno Espírito Santo (47) pflegt Prinzipien, die denen Mourinhos in vielen Punkten ähneln. So kann der pragmatische Ansatz zwar durchaus erfolgreich sein – wie auch die ersten Spiele zeigten – doch kann er an schlechten Tagen schnell auch zu Misserfolgen gegen schwächere Mannschaften führen. So schafften es die Spurs vergangenes Wochenende gegen Crystal Palace nicht, ihre Offensivstars einzubinden und wurden von einem Abstiegskandidaten dominiert. 0,1 (!) Expected Goals (fbref.com) sprechen Bände. 

Was gegen Chelsea wiederum Hoffnung macht, ist, dass ein minimalistischer Ansatz gegen Top-Mannschaften häufig gut funktioniert. Zumal sich die Blues zuletzt auch nicht ganz sattelfest präsentierten. Verzichten müssen die Spurs auf Japhet Tanganga (22), der gegen Crystal Palace mit Gelb-Rot vom Platz musste. Hinter Steven Bergwijn (23) und Lucas Moura (29) stehen Fragezeichen, nachdem sich beide in der Conference League gegen Stade Rennes (2:2) Verletzungen zuzogen.

Chelsea mit starkem Saisonauftakt

Auch der FC Chelsea blickt auf einen erfolgreichen Saisonstart zurück. Mit zehn Punkten aus vier Spielen steht man auf Platz zwei in der Premier League, punktgleich mit Tabellenführer Manchester United. Während die ersten beiden Spiele gegen Crystal Palace (3:0) und Arsenal (2:0) dominiert und souverän gewonnen wurden, hakte es in den Folgepartien etwas. Ein Unentschieden in Unterzahl in Anfield (1:1) und ein 3:0-Sieg über Aston Villa lesen sich zwar gut, das Spielgeschehen auf dem Platz dürfte einem Perfektionisten wie Thomas Tuchel (48) jedoch zu Denken geben. 

Zuletzt fehlte die Dominanz

Liverpool etwa ließ einige hochkarätige Chancen liegen und hätte eigentlich gewinnen müssen. Die Expected-Goals-Statistik (2,7 zu 0,8 pro Liverpool, fbref.com) verdeutlicht das. Auch der hohe Sieg gegen Villa kam alles andere als souverän zustande. Auch hier hatte der Gegner die besseren Chancen. Chelsea zeigte sich derweil über weite Strecken wackelig in der Defensive und profitierte von einer enormen Effizienz vor dem gegnerischen Tor – insbesondere in Persona Romelu Lukaku (28). Und auch unter der Woche beim Champions-League-Auftakt tat man sich schwer mit der Chancenerarbeitung, hatte am Ende Glück, dass der FC Zenit haarscharf den Ausgleich verpasste und man mit 1:0 gewann.

Chelsea Havertz

Photo by Imago

Dass die jüngsten Erfolge insbesondere der Effizienz in der Offensive zu verdanken sind, zeigt auch die Torschuss-Statistik. So setzte man gegen Villa und Zenit kumuliert lediglich sechs Schüsse auf den gegnerischen Kasten, erzielte jedoch ganze vier Tore. Tuchel dürfte also trotz der guten Ergebnisse noch viel Raum für Verbesserung sehen. Gegen Tottenham wird es für seine Mannschaft wichtig sein, beim hohen Anlaufen ausreichend Mann in der Restverteidigung zu haben und nicht zu große Räume zu bieten. Denn genau darauf werden die Spurs lauern. Christian Pulisic (23) wird den Blues fehlen, ansonsten kann Tuchel auf eine fitte Mannschaft zurückgreifen.

Prognose

Der FC Chelsea geht hier als Favorit ins Spiel. Bei den Blues war zuletzt jedoch nicht alles Gold, was glänzte, und genau darin liegt die Chance für Tottenham. Schaffen es die Spurs, Chelsea mit ihrer kompakten Defensive vom eigenen Tor fernzuhalten und selbst Nadelstiche in der Offensive zu setzen, ist ein Spielverlauf wie gegen Manchester City durchaus im Bereich des Möglichen.

Mögliche Aufstellungen

Tottenham: Lloris – Emerson Royal, Dier, Davies, Reguilón – Højbjerg, Skipp, Alli – Lucas Moura, Kane, Son

Chelsea: Mendy – Azpilicueta, Christensen, Rüdiger – James, Kovačić, Jorginho, Marcos Alonso – Havertz, Mount – Lukaku

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