ManCity muss einen Rückschlag im Titelrennen der Premier League verkraften. Am Sonntagnachmittag gaben die Skyblues im Topspiel bei Tottenham eine 2:0-Pausenführung aus der Hand. Entscheidende Aktien am 2:2-Endstand hatte Dominic Solanke, dem ein Tor für die Jahresrückblicke gelang.
Während ManCity unbedingt drei Punkte brauchte, um im Meisterschaftskampf gegen Arsenal nachzuziehen, hoffte Tottenham auf den ersten Premier-League-Sieg im neuen Jahr. Beide Trainer wechselten nach ihren Champions-League-Auftritten auf mehreren Positionen, bei den Skybues starteten unter anderem Rodri sowie die Winterneuzugänge Antoine Semenyo und Marc Guehi.
ManCity nimmt zwei Geschenke an: Desolate Spurs zur Pause 0:2 hinten
Es dauerte keine zwei Minuten, bis Semenyo ein erstes Mal Guglielmo Vicario prüfte und damit die erste Chance des Spiels verzeichnete. Nach einer kurzen Abtastphase nutzte ManCity eine Einladung der Spurs zur frühen Führung: Yves Bissouma verlor das Spielgerät im Aufbau leichtfertig an Bernardo Silva, anschließend setzte Erling Haaland Rayan Cherki in Szene, der an der rechten Strafraumkante keinen Gegnerdruck bekam und die Kugel flach im langen Eck versenkte (11.).
Die Hausherren wirkten verunsichert und ließen insbesondere in der Hintermannschaft die nötige Härte vermissen. Haaland konnte sich nach einem Rodri-Chipball viel zu einfach durchsetzen, platzierte den anschließenden Heber aber auf das Tordach (18.). Wenige Zeigerumdrehungen später dribbelte Cherki die halbe Spurs-Abwehr schwindelig und scheiterte anschließend an einem klasse reagierenden Vicario (24.).
Die Cityzens taten ihrerseits aber auch nur das Nötigste, an vielen Stellen fehlten Tempo und Spielwitz. So blieb Tottenham trotz keinerlei eigener Impulse nur eine einzige gelungene Aktion vom Ausgleich entfernt. Stattdessen allerdings sorgte kurz vor der Pause ein weiterer Fehler dafür, dass die Gäste erhöhen konnten. Radu Dragusin, schon beim 0:1 viel zu passiv gegen Cherki, sorgte diesmal mit einer missglückten Klärungsaktion mitten ins City-Pressing hinein für den Ballverlust, anschließend kam der Ball von Rodri über Bernardo Silva zu Semenyo, der unbedrängt zum 2:0 einschieben durfte (44.). Bei auf ganzer Linie enttäuschenden Hausherren sorgte Xavi Simons per Freistoß für den einzigen Schuss aufs Tor in Halbzeit eins (45.+4), anschließend ging es in einem highlightarmen Spiel in die Kabinen.
Strittiges Guehi-Eigentor, Solankes Kunststück: ManCity gibt 2:0 aus der Hand
Nach dem Seitenwechsel machte Tottenham einen besseren Eindruck – und stellte auch erstmals Gianluigi Donnarumma vor eine ersthafte Herausforderung: Auf Vorlage von Simons zwang der freistehende Destiny Udogie seinen Landsmann zu einer starken Parade (51.). Kurz darauf war Dominic Solanke nach einem Steckpass plötzlich frei durch und erzwang den Anschlusstreffer (53.). Guehi hatte beim Schussversuch des Stürmers seinen Fuß dazwischen, von diesem sprang der Ball schließlich hinter die Linie. Schiedsrichter Robert Jones sah kein strafbares Vergehen von Solanke, die Premier League wertete die Aktion als Eigentor von Guehi. Eine strittige Szene, die Tottenham zurück in die Spur brachte. Die Mannschaft hatte jetzt eine deutlich positivere Körpersprache und holte damit auch das bis dahin (un)auffällig ruhige Stadion zurück ins Boot.
Während die Skyblues noch auf ihre erste Chance im zweiten Durchgang warteten, drückten die Spurs auf den Ausgleich. Conor Gallagher setzte stark nach und flankte anschließend auf Solanke, der die Kugel technisch höchst anspruchsvoll per „Scorpion Kick“ mit der Hacke verarbeitete und Donnarumma traumhaft zum 2:2 überwindete (70.). Simons schraubte wenige Minuten später sogar am Führungstreffer, beim Schlenzer des Ex-Leipzigers war Donnarumma aber stark zur Stelle (75.). Den knapp 61.000 Zuschauern in Nordlondon bot sich eine offene Schlussphase, in der langsam auch City den Ernst der Lage zu begreifen schien: Nach einer Ecke musste Ismaila Sarr gleich zwei gefährliche Versuche der Gäste blocken (82.), kurz darauf verfehlte Tijjani Reijnders knapp per Kopf (84.). Auf der anderen Seite verpasste Wilson Odobert den Lucky Punch, weil Guehi im letzten Moment zur Tat schritt (85.).
So blieb es am Ende beim 2:2, das zumindest für das Selbstvertrauen der Spurs von Wert sein dürfte – auch wenn die Nordlondoner auf Platz 14 der Tabelle ihren eigenen Ansprüchen nach wie vor weit hinterherhinken. ManCity hingegen kassiert einen bitteren Dämpfer im Titelkampf, der Rückstand auf Arsenal beträgt nun wieder sechs Punkte.

