Im Abendspiel der Serie A setzte Tabellenführer Inter gegen die noch mit Champions-League-Ambitionen ausgestattete AS Roma ein kräftiges Ausrufezeichen.
Unter der Woche spielte das Titelrennen in Italien jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Im Blickpunkt stand die Nationalmannschaft. Sie verpasste zum dritten Mal hintereinander die Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Bei der dramatischen Niederlage in Bosnien und Herzegowina kamen gleich sieben Akteure zum Einsatz, die für Inter und die AS Roma auflaufen – darunter mit Pio Esposito und Bryan Cristante die im Elfmeterschießen scheiternden Akteure sowie Alessandro Bastoni, der in der 41. Minute die Rote Karte sah.
Martínez trifft früh, Calhanoglu traumhaft
Im San Siro gaben andere Akteure den Ton an. Die Augen richteten sich auf Lautaro Martínez, der nach mehrwöchiger Zwangspause aus einer Wadenverletzung zurückkehrte. Sein Comeback hätte besser nicht starten können. Exakt 60 Sekunden waren vorüber, als der in den Strafraum einlaufende Angreifer ein Zuspiel von Marcus Thuram per Direktabnahme zum 1:0 im Netz unterbrachte.
Inter blieb danach druckvoll. Hakan Calhanoglu prüfte Mile Svilar aus der Distanz, der Abpraller fiel vor die Füße von Federico Dimarco, der nur knapp das rechte untere Eck verfehlte (5.). In der 13. Minute zog Martínez aus spitzem Winkel ab, doch Svilar wehrte ab. Danach kamen die Gäste stärker auf und setzten sich vermehrt in der gegnerischen Hälfte fest. Ihre erste Großchance besaß Donyell Malen, dessen Kopfball-Aufsetzer Yann Sommer stark abwehrte (24.).
Doch auch Inter suchte weiter den Weg nach vorne. Es entwickelte sich eine muntere Begegnung, in der sich die Roma in der 40. Minute für ihren bis dato betriebenen Aufwand belohnte. Matias Soulé bediente den zur Grundlinie eilenden Devyne Rensch, dessen Chipball erreichte den einlaufenden Gianluca Mancini, der zum 1:1 einköpfte. Ausgeglichen ging es allerdings nicht in die Pause. Mit der letzten Aktion des ersten Abschnitts drosch Hakan Calhanoglu die Kugel spektakulär aus über 30 Metern unter die Latte zur neuerlichen Mailänder Führung – 2:1.
Inter zieht schnell davon
Nach dem Seitenwechsel spielte dann nur noch Inter, das die Abwehrfehler der Römer gnadenlos bestrafte. In der 52. Minute ließ sich Rensch bei einem langen Ball von Thuram überrumpeln, dieser nahm an Tempo auf und legte quer auf den mitgelaufenen Martínez, der auf 3:1 stellte. Keine 180 Sekunden trug sich der Vorlagengeber selbst in die Torschützenliste ein, indem er am ersten Pfosten vollkommen unbedrängt infolge eines Calhanoglu-Eckballs zum Kopfball hochstieg und ins lange Eck traf – 4:1.
Die Roma agierte in der Folge weiter naiv. Ein Missverständnis zwischen Evan Ndicka und Mario Hermoso brachte Nicoló Barella in Position, der sich mit etwas Glück durchwurschtelte und vor Svilar überlegt verwandelte – 5:1 (63.). Trotz des hohen Rückstandes beschränkte sich die Giallorossi nicht nur auf Schadensbegrenzung. Sie spielte einer Auswahl von Gian Piero Gasperini – 2011 auch mal für wenige Wochen bei Inter tätig – entsprechend weiter offensiv. Dies führte zum 5:2: Der wieder einmal sehr aktive Malen legte auf für Lorenzo Pellegrini, dessen Flachschuss unhaltbar für Sommer im linken Eck einschlug (70.).

Kurz darauf verpasste es der frei vor Svilar auftauchende Denzel Dumfries per Chip den alten Abstand wiederherzustellen (77.). Darüber hinaus parierte der Roma-Schlussmann, dem kein Vorwurf zu machen war, stark gegen den eingewechselten Pio Esposito. Letztlich verhinderte er sogar eine noch höhere Niederlage gegen ein starkes Inter, das seine Vormachtstellung unterstrich und am morgigen Abend interessiert nach Neapel blicken wird, wo der Stadtrivale und zugleich ärgste Verfolger AC Milan antritt.
Inter – AS Roma 5:2 (2:1)
Inter: Sommer,-Akanji, Acerbi, Bastoni (58. Darmian),-Dumfries, Barella, Calhanoglu (67. Susic), Zielinski (76. Mkhitaryan), Dimarco,-Thuram (67. Esposito), Martínez (58. Bonny)
AS Roma: Svilar,-Mancini, Ndicka, Hermoso,-Celik, Cristante, Pisilli, Rensch (58. Tsimikas),-Soulé (64. El Shaarawy), Pellegrini,-Malen
Tore: 1:0 Martínez (1.), 1:1 Mancini (40.), 2:1 Calhanoglu (45+2.), 3:1 Martínez (52.), 4:1 Thuram (55.), 5:1 Barella (63.), 5:2 Pellegrini (70.)
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