Am Samstagabend fand in der Serie A das Derby D’Italia statt. Inter bekam es zuhause mit Juventus zu tun und wollte natürlich mit einem Sieg dafür sorgen, dass man im Kampf um die Meisterschaft in Italien den nächsten Schritt machen kann.
Viele werden sich noch an das Hinspiel erinnern, das ein absolutes Spektakel war. Am Ende gewann Juventus zuhause mit 4:3, damals noch unter Igor Tudor. Doch seitdem hat sich viel geändert, der Trainer wurde gewechselt, Juventus durchlebte vorher eine Krise und ist jetzt wieder stabiler.
Die Vecchia Signora hofft auf einen Platz in der Champions League und will sich dafür empfehlen. Bei Inter zu gewinnen oder zumindest einen Punkt zu holen würde natürlich enorm, helfen, den eingeschlagenen Weg weiter zu bestätigen.
Spektakel pur im Derby D’Italia
Rein personell gab es vor dem Spiel nicht allzu viel zu berichten. Hakan Calhanoglu war nach Verletzung wieder im Kader von Inter, saß aber nur auf der Bank. Bei Juventus wurde offensiv wieder vor allem auf die Fluidität gesetzt, hier spielte unter anderem Kenan Yildiz gemeinsam mit Jonathan David. Direkt zu Beginn erwischt Juventus einen etwas besseren Start, wirkte gut auf den Gegner eingestellt. Inter kam aber mit zunehmender Spieldauer besser in die Partie. Nach 17 Minuten bediente Marcus Thuram Luis Henrique, der eine Flanke in die Mitte brachte, diese flache Hereingabe wurde abgefälscht und trudelte ins Tor – 1:0!
Auf der Gegenseite musste Yann Sommer dann sofort eingreifen und den Ausgleich verhindern. Ein guter Kopfball von Weston McKennie war zu unplatziert. Nach 25 Minuten belohnte sich Juventus für eine engagierte Reaktion. Ein Cambiaso-Tor sorgte für den Ausgleich, vorher wurde der Treffer über rechts aber sehr gut vorbereitet. Die schöne Flanke kam von McKennie. Wenig später konnte Yann Sommer mal fliegen, er parierte einen Schuss von Yildiz.

Jetzt ging es richtig zur Sache. Ein Zielinski-Abschluss wurde noch von der Linie gekratzt, direkt danach gab es den nächsten guten Inter-Schuss in Richtung Tor. Später gab es dann eine riesengroße Chance für Inter, zweimal in einer Aktion ging der Ball an den Pfosten. Nur 30 Sekunden später kassierte Pierre Kalulu von Juventus die Ampelkarte, aber die Fernsehbilder zeigten, dass es auf gar keinen Fall eine gelbe Karte war. Es blieb beim 1:1 zur Pause.
Inter ging natürlich jetzt mit dem Vorteil der Überzahl in die zweite Halbzeit. Trotzdem war es Juventus mit einer Dreifachchance nach 50 Minuten. Unter anderem wurde ein Miretti-Schuss gut von Sommer pariert, da war für die Gäste mehr drin. Inter tat sich ein wenig schwer, weswegen reagiert wurde. Hakan Calhanoglu wurde eingewechselt, um mehr Wucht aus der Distanz zu kreieren. Juventus stand jetzt deutlich tiefer, was dem Unterhaltungswert des Spiels schadete.
Juventus hatte viel Mühe, die Angriffe von Inter einigermaßen zu kontrollieren. Gerade gegen die Gefahr aus der Distanz konnten die Gäste aber ankommen. Inter brachte noch einmal eine neue Ebene in das Spiel, nämlich den kopfballstarken Stürmer Pio Esposito. Und eben dieser Spieler köpfte nach einer schönen Dimarco-Flanke in der 77. Minute das 2:1 für Inter!
Doch Juventus gab sich auch in Unterzahl nicht auf. Manuel Locatelli erzielte nach 82 Minuten das 2:2 mit einem schönen Schuss in die lange Ecke. Da war für Yann Sommer wenig zu machen. Jetzt drehte Inter wieder auf. Ein Bisseck-Kopfball wurde gerade noch so aus dem Eck geholt, da waren 88 Minuten gespielt. In der 90. Minute traf Piotr Zielinski dann aus der Distanz mit einem satten Linksschuss zum 3:2! Dieses Tor war auch der Schlusspunkt in einem völlig absurden Spiel mit vielen Wendungen.

