Serie A | Juventus drückt vergeblich, Çalhanoğlu im zweiten Versuch – Inter gewinnt giftiges Derby d’Italia

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News | Am Sonntagabend des 31. Serie A-Spieltags stand das Derby d’Italia an. Serienmeister Juventus empfing die Mannschaft, die sie vergangene Saison stürzte: Inter. Am Ende von 95 extremst umkämpften Minuten machte Hakan Çalhanoğlu vom Punkt mit dem einzigen Treffer den Unterschied.

Juve drückt, aber Inter führt zur Pause in einem extrem hitzigen Derby d’Italia

Ein Zähler trennte beide Mannschaften auf den Plätzen 3 und 4 vor dem Spieltag. Während der amtierende Titelträger nach Unentschieden bei Torino (1:1) und gegen die Fiorentina (1:1) mit sechs Punkten Rückstand auf Stadtrivale Milan nur noch entfernt am Meisterrennen beteiligt war, zündete Juventus unter Massimiliano Allegri national den Nachbrenner und arbeitete sich aus dem Tabellenmittelfeld bis auf die Champions-League-Ränge vor. Seit einem 0:1 gegen Atalanta Ende November des vergangenen Jahres ist die alte Dame in der Serie A ungeschlagen.

Auch dieses Duell begann der Rekordmeister äußerst dominant. Keine Minute war gespielt, als Juan Cuadrado über rechts Tempo machte und in der Mitte Dušan Vlahović einsetzte. Samir Handanović war auf dem Posten. Direkt im Gegenzug ging Manuel Locatelli im Mittelfeld mit dem Kopf zum Ball und wurde von Lautaro Martínez abgeräumt – Gelb. Der italienische Nationalspieler musste später aufgrund dieser Kopfverletzung ausgewechselt werden.

 



 

Damit hatte es sich allerdings mit Inter in dieser Anfangsphase. Wenn es Chancen gab, dann ausschließlich für die Gastgeber: 5. Minute, Paulo Dybala flankte von links nach innen, wo Álvaro Morata hochstieg, seinen Kopfball allerdings nicht mehr aufs Tor bringen konnte. Drei Minuten später stand der Argentinier, der bei Juventus keinen neuen Vertrag bekommen wird, erneut im Fokus. Infolge eines Distanzschusses Dybalas konnte Handanović nur nach vorne abprallen lassen. Dort lauerte Giorgio Chiellini, der die Kugel nur an die Unterkante des Querbalkens befördern konnte. In der 11. Minute sah Dybala, dass Handanović etwas zu weit vor seinem Tor stand und probierte es aus großer Distanz. Der Ball ging aufs Tordach.

Çalhanoğlu im zweiten Versuch – Inter trotz spielerischer Unterlegenheit zur Pause in Führung

Inters Keeper blieb auch nach einer Viertelstunde der beste Spieler seiner Mannschaft. Chiellini bediente Cuadrado, der aus der Entfernung Handanović prüfte. Abermals blieb es beim 0:0. Gut 60 Sekunden später rollte der Turiner Frecciarossa in Richtung Inter-Tor. Über Cuadrado und Dybala kam die Kugel zu Vlahović. Juventus‘ Winterneuzugang flankte auf Morata, dessen Kopfball rechts vorbeiging.

Nach der intensiven, wenngleich ertraglosen Anfangsphase nahm sich der Rekordmeister eine rund zehnminütige Verschnaufpause, bevor sie die nächste Kanonade starteten. 28. Minute, Dybala zog nach gelungenem Dribbling ab, sein unplatzierter Flachschuss stellte Handanović vor keine allzu großen Probleme. Eine Minute später setzte sich Cuadrado auf der rechten Grundlinie durch. Sein Rückpass für Morata wurde von Inters Abwehr geblockt.

Es schien eine Frage der Zeit zu sein, bis das Tor fiel. Zur entscheidenden Szene kam es zwei Minuten vor der Pause – allerdings zu Juventus‘ Ungunsten. Denzel Dumfries tankte sich bis in die gegnerische Box vor, wurde leicht von Alex Sandro attackiert, Morata traf ihn klar am Bein. Massimiliano Irrati ließ anfangs weiterlaufen, beriet sich letztendlich doch mit Paolo Mazzoleni und entschied auf Strafstoß. Hakan Çalhanoğlu trat an. Bereits im Stadtderby gegen Milan verwandelte der Ex-Hamburger und -Leverkusener. Dieser Versuch geriet schwach und zentral, Wojciech Szczęsny konnte abwehren. Trotzdem blieb die Szene heiß. Der Ball kam nochmal in den Strafraum, Çalhanoğlu setzte im Duell mit Matthijs De Ligt nach und Adrien Rabiot beförderte die Kugel aus dem Getümmel über die eigene Torlinie. Erneut Aufruhr, erneut Diskussionen, erneut behielten Irrati und Mazzoleni die Übersicht. De Ligt war zu früh in den Strafraum gelaufen, der Strafstoß wurde wiederholt. Allegri, Cuadrado sowie Milan Škriniar sahen aufgrund diverser Proteste im Zuge der ersten Elfmeterentscheidung jeweils Gelb. Abermals trat Çalhanoğlu an, Szczęsny lag mit unten links erneut richtig. Diesmal war der Abschluss aber zu platziert. 0:1, 45’+5! Juventus musste sich hier vorkommen, wie bei der versteckten Kamera. Inter hingegen biss sich in dieses 178. Derby d’Italia und bekam vom Fußballgott kurz vor der Pause nochmal einen ausgegeben.

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Zakaria an den Pfosten, Inter zurück im Meisterrennen

Personell unverändert ging es in die zweite Halbzeit, aber mit derselben Tonalität. 52. Minute, Handanović konnte nur unzureichend aufbauen, sodass Morata für Dybala durchstecken konnte. Der Argentinier hatte Inters Keeper bereits umrundet, seine Abwehr konnte auf der Linie den Ausgleich verhindern.

Nachdem Morata und Vlahović jeweils noch Topchancen vergaben, versuchte sich eine Viertelstunde vor Schluss Ex-Gladbacher Denis Zakaria, der für Locatelli in die Partie gekommen war, mit einem Solo, ließ etliche Gegenspieler stehen und zog aus gut 17 Metern ab – Handanović lenkte die Kugel an den Pfosten. Im Nachklapp kam es noch zu einer Flanke für Vlahović, der seinen Kopfball knapp über das Tor setzte.

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Photo by FILIPPO MONTEFORTE/AFP via Getty Images

Letztlich blieb es dabei. Juventus drückte, verpasste es allerdings, sich zu belohnen. So ist Inter mit dem ersten Sieg im Juventus Stadium seit 16 Spielen fürs Erste wieder im Meisterrennen zurück und verkürzt den Rückstand auf Stadtrivale Milan auf drei Zähler. Zusätzlich haben sie noch ein Nachholspiel bei Bologna in der Hinterhand, das am 27. April nachgeholt wird. Juventus, das durch die Positivserie gehofft hatte, nochmal in den Kampf um den Scudetto eingreifen zu können, muss diesen nun endgültig abschreiben. Immerhin stehen sie fünf Zähler vor der fünftplatzierten Roma. Die Qualifikation zur Champions League ist damit vorerst nicht gefährdet.

Mit der Champions League haben beide Mannschaften diese Saison nichts mehr zu tun. Juventus zog gegen Villarreal den Kürzeren (1:1, 0:3), Inter gegen Liverpool (0:2, 1:0). Dafür stehen beide im Halbfinale der Coppa Italia. Während Inter keinen Weg durch die Defensive des Stadtrivalen fand, konnte Juventus im Artemio Franchi zu Florenz ein spätes Eigentor erzwingen. Am 20. April stehen die Rückspiele an. Davor geht es für Juventus noch nach Cagliari und gegen Bologna. Inter empfängt Hellas Verona und reist anschließend nach Ligurien, zu Spezia.

Der Endstand aus dem Allianz Stadium: Juventus 0, Inter 1.

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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