Serie A | Napoli patzt: Juventus und Milan jubeln über CL-Teilnahme

Juventus Turin AC Milan SSC Napoli
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News | Der 38. und damit letzte Spieltag der Serie A hatte es in sich. Die AC Milan, SSC Napoli und Juventus Turin lieferten sich ein spannendes Duell um die verbliebenden zwei Champions-League-Ränge.

Bessere Ausgangsposition für Milan und Napoli – Juventus macht Druck

In der Serie A tobte bis zur letzten Runde der Wettstreit um die Teilnahme an der Champions League. Bereits vorzeitig qualifizierten sich Meister Inter sowie Atalanta Bergamo für die Königsklasse. Die restlichen zwei Teilnehmer ermittelten die AC Milan, SSC Napoli und Juventus Turin, wobei das erstgenannte Duo mit 76 Zählern auf dem Konto mit einem geringen Vorsprung auf den ehemaligen Dauerchampion (75) ins Rennen ging. Dafür wartete auf die Rossoneri die wohl schwierigste Aufgabe beim Zweitplatzierten Bergamo (78), während Napoli im Heimspiel gegen Hellas Verona und die auf Cristiano Ronaldo verzichtende Bianconeri in Bologna vor lösbaren Aufgaben standen.

Einen Start nach Maß legte Juventus hin. Schon in der sechsten Minute eroberte Alvaro Morata an der Torauslinie den Ball, daraufhin leitete Dejan Kulusevski zu Adrien Rabiot weiter, der noch an Lukasz Skorupski und der Latte scheiterte, doch Federico Chiesa staubte aus kurzer Distanz ab – 0:1. Danach überließ die Auswahl von Andrea Pirlo den Gastgebern mehr Spielanteile, ohne in Gefahr zu geraten. Zudem blieb sie brandgefährlich. Nach einer knappen halben Stunde wackelte Paulo Dybala mehrere Gegenspieler aus und bediente zum richtigen Zeitpunkt den freistehen Morata, der mühelos zum 0:2 ins leere Tor einköpfte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kombinierte der Gast sehenswert über Dybala, Chiesa sowie Kulusevski, ehe Rabiot vor Skorupski auftauchte und gekonnt zum 0:3-Pausenstand einschoss.

Milan geht in Führung – Napoli tut sich schwer

Die AC Milan vergab dagegen in der vergangenen Woche durch ein 0:0 gegen Cagliari den sicheren Einzug in die Champions League und stand unter gehörigem Druck. Der Auftritt im nur 60 Kilometer entfernten Bergamo besaß also eine besondere Brisanz. Die Anfangsphase verlief jedoch verhalten. Beide Mannschaften suchten zwar die Offensive, aber entwickelten kaum Torgefahr. Dies zog sich durch den ersten Abschnitt – bis zur 40.Minute. Dann holte Cristian Romero am eigenen Fünfmeterraum Theo Hernandez von den Beinen, sodass Schiedsrichter Maurizio Mariani sofort auf Strafstoß entschied. Franck Kessie übernahm die Verantwortung und vollendete souverän ins linke untere Eck – 0:1. Dien knappen Vorsprung nahm die Rossoneri mit in die Katakomben.

In der vermeintlich angenehmsten Lage befand sich Napoli, da mit Hellas Verona ein Kontrahent im Stadio Diego Armando Maradona antrat, dessen zehnter Platz unter Dach und Fach stand. Dennoch präsentierte sich die Gialloblu von Beginn an engagiert. Sie setzte die Partenopei tief in der eigenen Hälfte unter Druck. Die Hausherren fanden darauf keine Antwort, weshalb eine zerfahrene Partie entstand. Bis auf eine Möglichkeit, die Lorenzo Insigne ausließ, agierten sie harmlos. Das torlose Halbzeitresultat bildete die logische Konsequenz.

Somit kletterte Milan nach 45 Minuten auf den zweiten Platz. Bergamo nahm punktgleich vor Juventus Rang drei ein, während sich Napoli auf dem ungeliebten fünften Rang befand.

Milan Napoli Juventus

Photo: Stefano Nicoli/LaPresse

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Napoli vergibt Führung – Juventus atmet auf

Der zweite Durchgang begann wie der erste aufhörte – mit einem Tor für Juventus. Etwa 120 Sekunden infolge des Wiederbeginns schlug Wojciech Szczesny das Spielgerät auf den bärenstarken Morata, der den Ball technisch eindrucksvoll verarbeitete und mit Unterstützung von Skorupski einnetzte – 0:4. Gegeben wurde der Treffer aber erst nach VAR-Eingriff, da das Schiedsrichtergespann vorher eine Abseitsstellung erkannte. Damit war das 152.Duell der beiden Traditionsvereine endgültig gelaufen. Die Augen der Turiner, die noch das Ehrentor durch Riccardo Orsolini (86.) hinnahmen, richteten sich auf die Standorte Bergamo und Napoli.

Die Neapolitaner kamen druckvoller aus der Kabine und setzten sich in der gegnerischen Spielhälfte fest. In der 61.Minute erhielt Amir Rrahmani über Umwege eine Ecke und traf ungestört aus acht Metern zum umjubelten 1:0. Doch Hellas gab sich noch nicht geschlagen. Nur acht Zeigerumdrehungen später landete ein weiter Ball bei Marco Davide Faraoni, der Elsaid Hisaj entwischte und eiskalt vollstreckte – 1:1.

Die Gäste blieben weiter aktiv. Deshalb schaffte es die SSC kaum, den nötigen Druck aufzubauen. Sie griff zunehmend auf lange Schläge zurück – ohne Erfolg. Die letzte Möglichkeit besaß der eingewechselte Matteo Politano, doch er verfehlte in Minute 86 das Gehäuse. Die 240-sekündige Nachspielzeit verlief aufregend. Denn Napoli schnürte Hellas nahezu ein, brachte den Ball allerdings nicht über die Ziellinie. Damit verpasste die SSC auf tragische Art und Weise die Champions League. Gleichzeitig rettete Juventus eine verkorkste Spielzeit.

Milan mit der Entscheidung – Roma erreicht Conference League

Auch Atalanta steigerte sich und näherte sich durch Ruslan Malinovskyi erstmals dem Ausgleich (57.). Wenig später verpasste Rafael Leao mit einem Pfostentreffer nur hauchdünn die Entscheidung. Daher musste die AC weiter höllisch aufpassen. Die Bergamasci ließ nämlich nicht locker. Das gewünschte Erfolgserlebnis trat aber nicht ein. Stattdessen bekam Milan in der Nachspielzeit einen strittigen Handelfmeter zugesprochen, den Kessie erneut cool zum 0:2-Endstand verwertete. Marten de Roon handelte sich im Trubel noch einen Platzverweis ein.

Parallel qualifizierte sich die Roma durch ein 2:2 bei Spezia für die neugegründete Conference League. Stephan El Shaarawy (52.) und Henrikh Mkhitaryan (85.) stellten nach schwacher erster Hälfte den Gleichstand her. Der 2:0-Erfolg von Sassouolo Calcio über Lazio war damit bedeutungslos.

 

Die Abschlusstabelle:

1.Inter Milan                91 Punkte   89:35 Tore   +54

2.AC Milan                  79 Punkte   74:41 Tore   +33

3.Atalanta Bergamo   78 Punkte   90:47 Tore   +43

4.Juventus Turin         78 Punkte   77:38 Tore   +39

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5.SSC Napoli               77 Punkte   86:41 Tore   +45

6.Lazio Roma              68 Punkte   61:55 Tore   +6

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7.AS Roma                  62 Punkte   68:58 Tore   +10

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8.Sassuolo Calcio        62 Punkte   64:56 Tore   +7

(Photo: Matteo Gribaudi/Image nella)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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