Juventus vs Inter – Der Wegbegründer als DER Spielverderber?

Juventus Inter
Serie A

Vorschau | Der entthronte Meister Juventus muss gegen den frisch gekrönten Meister Inter gewinnen, wenn man sich für die Champions League qualifizieren will. Ausgerechnet Ex-Coach Antonio Conte kann somit seinem Ex-Arbeitgeber die Saison vermiesen.

Anpfiff der Partie ist am Samstag, 18:00 Uhr, live auf DAZN (Registriere dich jetzt auf DAZN und erhalte einen Gratismonat).

  • Juventus: Nur Fünfter – die Champions League steht auf dem Spiel
  • Inter: Zurück auf Italiens Thron
  • Conte startete die jüngste Juve-Dynastie – und beendet sie nun?

Juventus

Vor genau einer Dekade dümpelte der Rekordmeister in unerwünschten Tabellenregionen herum. Die Saison 2010/11 sollte Juventus – wie schon im Vorjahr – auf einem indiskutablen siebten Platz beenden. Der Klub hatte sich nach dem Zwangsabstieg 2006 wieder in die Serie A zurückgekämpft, aber den Anschluss zu absoluten Spitze des Landes verloren. Die Mailänder Klubs, allen voran Inter, dominierten den italienischen Fußball zu jener Zeit. Dann übernahm die Vereinsikone Antonio Conte (51), von 1991 bis 2004 bei Juve als Spieler aktiv, das Traineramt – und begründete eine nicht für möglich gehaltene Dynastie. Gleich in seinem ersten Jahr holte Conte mit dem Verein den ersten Scudetto seit 2006 (im Nachgang aberkannt).

Juventus war wieder an der Spitze des Calcio und hielt diese Stellung auch in den Folgejahren. Unter Conte wurden die Bianconeri 2012, 2013 und 2014 italienischer Meister. Maßgeblich bei dieser Renaissance war ein Neuzugang, der im gleichen Sommer wie Coach Conte seine Zelte in Turin aufschlug: Ein gewisser Andrea Pirlo (41). Der Mittelfeldspieler war bei der AC Milan nicht mehr erwünscht, erlebte bei Juve einen fantastischen Spätherbst in seiner Karriere. Conte und Pirlo arbeiteten bis 2014 zusammen beim Rekordmeister, dann übernahm Conte (nach einer nicht ganz sauberen Trennung) die italienische Nationalmannschaft. Mittlerweile steht sein Königstransfer von damals an der Seitenlinie – und erlebt ein völlig anderes erstes Jahr bei der Vecchia Signora.

Juventus

(Photo by IMAGO: xLiveMedia AlessioxMarinix)

Juventus: Horror-Saison unter Pirlo?

Nach sechs weiteren Meisterschaften nach Contes Abgang sollte unter Pirlo der zehnte Titel hintereinander folgen. Dieses Unterfangen ist krachend gescheitert. Dem erklärten Super-League-Klub droht viel eher der Super-Gau: Die Europa League. Denn als derzeitiger Fünfter hat der Rekordmeister die CL-Qualifikation nicht mehr in der eigenen Hand. Lediglich 72 Zähler hat der Titelverteidiger in 36 Spielen gesammelt und liegt daher hinter Inter (88), Atalanta, Milan (je 75) sowie Napoli (73) in der Tabelle. Juventus steht daher unter absoluten Zugzwang – und ausgerechnet Conte könnte seinem ehemaligen verlängerten Arm auf dem Platz das sowieso enttäuschende Jahr vollends versauen. Immerhin: Pirlo kann gegen Inter personell aus dem Vollen schöpfen. 

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Inter

Was Juventus vor einer Dekade durchlebte, mussten die Nerazzurri in den letzten Jahre durchmachen. Nach dem Triple 2010 rutschte Inter für mehrere Jahre sogar aus den CL-Rängen. Umbruch reihte sich an Umbruch – ohne die erwünschten Früchte. Dies wurde erst anders, als Conte im Sommer 2019 das Traineramt übernahm. Nach seinem Aus bei Juventus fand der Übungsleiter über die Squadra Azzurra (2014-16) und als englischer Meister sowie Pokalsieger bei Chelsea (2016-18) den Weg zu Inter. Schon vor seiner Ankunft hatten die Mailänder mal wieder Königsklassenluft riechen dürfen. Mit ihm an der Seitenlinie erreichte der Verein mit der Vizemeisterschaft 2020 das beste Resultat seit neun Jahren.

Dass die Zusammenarbeit danach überhaupt weiter, stand aus heutiger Sicht fragwürdiger Weise in den Sternen. So soll es zwischen Conte und der Vereinsführung im vergangenen Sommer derart gekracht haben, dass eine Trennung trotz der bis dahin erfolgreichen Zusammenarbeit im Raum stand. Die Anhänger dürften heute heilfroh sein, dass beide Parteien ihre Differenzen überwanden. Denn Conte führte Inter in der laufenden Runde zur ersten Meisterschaft seit dem legendären Jahr 2010. Die Nerazzurri verbrachten die Vorrunde weitestgehend im Schatten des ebenfalls wiedererstarkten Milan. In der Rückrunde setzte sich die Mannschaft unter anderem mit einer beeindruckenden Serie von elf Serie-A-Siegen in Folge an die Spitze der Tabelle.

Inter

(Photo by IMAGO: Daniele Buffa)

Inter: Unter Conte wieder an der Spitze Italiens

Somit konnte Inter schon einige Spieltage vor dem Finish den Gewinn des Scudetto feiern. Fast genauso elementar wie die Conte-Verpflichtung war dabei der Transfer von Romelu Lukaku (28) im Sommer vor zwei Jahren. Der Stürmer (22 Tore/zehn Vorlagen) ist aktuell in der Form seines Lebens und dürfte höchstwahrscheinlich auch zum Spieler der Saison gewählt werden. Dass Conte bei dieser Wahl unter den Übungsleitern als Sieger hervorgehen sollte, dürfte dahingehend als noch gesicherter gelten. Und dass der 51-Jährige nach seinem nicht ganz geräuschlosen Abgang von Juventus vor sieben Jahren die heutige Gelegenheit beim Schopfe ergreifen wird, kann ebenfalls als wahrscheinlich erachtet werden. Insofern wird Inter, trotz bereits feststehender Meisterschaft, mit der ersten Elf auflaufen.

 

 

 

Prognose

Inter wird höchstmotiviert sein, dem über Jahre so dominanten Juventus nochmal ordentlich in die Suppe zu spucken. Daher verbleibt den wenig konstanten Gastgebern im Topspiel höchstens ein Zähler.

Mögliche Aufstellungen:

Juventus: Szczesny – Danilo, de Ligt, Chiellini, Sandro – Cuadrado, Bentancur, Rabiot, Chiesa – Dybala, Ronaldo

Inter: Handanovic – Skriniar, De Vrij, Bastoni – Hakimi, Barella, Brozovic, Sensi (Gagliardini), Perisic – Lukaku, Martinez

(Photo by IMAGO)

 

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