Donnerstag, September 24, 2020

Nelson, Nketiah, Willock: Arsenals Youngster vor wegweisender Saison

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Junge, hochtalentierte Spieler und der FC Arsenal: Das passt zusammen. Den Gunners gelingt es immer wieder, ambitionierte Talente zu entwickeln und sie auf ein höheres Niveau zu hieven. Das ist auch in der Saison 2020/21 das Ziel.

  • Bukayo Saka als Positivbeispiel
  • Arsenal: Eine gute Station für junge Talente
  • Nelson, Willock, Nketiah: Durchbruch oder Abgang?

Arsenal und die Talentförderung

Cesc Fabregas wechselte 2003 als 16-jähriger Youngster zum FC Arsenal, entwickelte sich dort herausragend. Auch Theo Walcott, der im gleichen Alter den Sprung in den Norden Londons wagte, wurde bei den Gunners ausgebildet und irgendwann, als er reif genug war, in das kalte Wasser geworfen. Carlos Vela, Aaron Ramsey, Jack Wilshere, Nicklas Bendtner: Es gibt viele Beispiele von Spielern, die ihre ersten und wichtigsten Schritte im Profifußball bei Arsenal absolvieren konnten. 

(Photo by PASCAL PAVANI/AFP via Getty Images)

Nahezu in jeder Saison wechselte ein anderes, spannendes Talent zu Arsenal. Und wenn nicht, dann kehrte ein hochveranlagter Leihspieler zurück. Die Scoutingabteilung des Klubs funktionierte hervorragend und schaffte es, viele Talente für einen Wechsel zu Arsenal zu begeistern. Arsene Wenger als Mentor und Förderer und nicht zuletzt Einsatzchancen auf hohem Niveau lockten.

Dabei machte Arsenal aus der Not eine Tugend. Die finanziellen Schwierigkeiten aufgrund des Baus des Emirates Stadium sorgten viele Jahre dafür, dass auf dem Transfermarkt kleinere Brötchen gebacken werden mussten. Dass sich Arsenal mit dieser Strategie gegen finanzstarke Konkurrenten durchsetzte und in den schweren Jahren trotzdem ein Abo auf die Champions League hatte, beeindruckt umso mehr. Auch in der aktuellen Phase ist man bei Arsenal auf das Entdecken und Ausbilden von Talenten angewiesen. Die Einnahmen aus der Königsklasse fehlen, die Corona-Pandemie tut ihr Übriges.

Bukayo Saka: Das positive Beispiel

Glücklicherweise funktioniert das Sichten und Verpflichten von jungen Spielern weiterhin sehr gut. Schon in der schwierigen Vorsaison unter Unai Emery und Mikel Arteta zeigten sich einige Rohdiamanten von ihrer besten Seite. Das Positivbeispiel schlechthin stellte dabei der junge Linksfuß Bukayo Saka dar.

(Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Zu Saisonbeginn war Saka noch ein offensiver Flügelspieler, der die ersten Schritte im Rotationssystem der Europa League ging. Doch schon sein Auftritt in der Gruppenphase in der Commerzbank Arena gegen Eintracht Frankfurt offenbarte Überraschendes. Saka spielte abgezockt, geradlinig und war gleich an drei Toren beteiligt, erzielte davon eines selbst.

Bukayo Saka wurde sukzessive besser, häufiger eingesetzt und vor allem unverzichtbar für das Spiel von Arsenal. Nicht einmal die Krise in den letzten Wochen unter Emery merkte man Saka an. Er kam auf den Platz, beackerte die linke Seite, machte kaum Fehler und fuhr wieder nach Hause. Als Linksaußen, im Mittelfeld, links vor der Dreierkette oder als Linksverteidiger: Der 19-Jährige machte auf jeder Position und in jedem System eine gute Figur und wurde mit einer Vertragsverlängerung belohnt. Diesem Beispiel wollen andere junge Spieler nun folgen.

Nelson, Nketiah, Willock: Die Situation

Die neue Saison kann für einige junge Spieler eine wegweisende werden. Während Gabriel Martinelli (19) lange verletzt ausfällt und erst im Laufe des Winters eingreifen kann und Emile Smith Rowe (20) noch verhältnismäßig weit von der ersten Mannschaft entfernt ist, hoffen Joe Willock (21), Reiss Nelson (20) und Eddie Nketiah (21) auf einen Durchbruch, wie ihn Saka und in Teilen auch Martinelli in der Vorsaison erlebten. 

Mittelfeldspieler Willock ist ein echtes Eigengewächs und absolvierte in der Vorsaison 44 Pflichtspiele. Das klingt nach sehr viel, häufig kam der 21-Jährige aber als Joker zum Einsatz. Mikel Arteta mag den zuverlässigen, dynamischen Engländer, allerdings ist noch nicht absehbar, ob Willock den nächsten Schritt gehen und noch regelmäßiger spielen kann. Die Rückkehr von Dani Ceballos (24) und Gerüchte um einen weiteren neuen Spieler für das Zentrum sprechen zumindest dagegen.

(Photo by Justin Tallis/Pool via Getty Images)

Anders ist die Ausgangslage bei Reiss Nelson. Der offensive Außenbahnspieler blickt auf eine schwierigere Saison zurück, als es bei Willock der Fall ist. Nelson kam nämlich wesentlich seltener zum Einsatz, musste punktuell gar bei der 2. Mannschaft aushelfen. Am Ende schaffte es der Offensivspieler, in 22 Pflichtspielen auf dem Platz zu stehen und insgesamt etwas mehr als 1000 Einsatzminuten zu sammeln. Dabei gelangen ihm drei Tore und drei Vorlagen. Als Rotationsspieler und Joker ist der 20-Jährige also eine gute Option, früher oder später will er aber mehr und eine größere Rolle spielen.

Stürmer Eddie Nketiah spielt seit 2015 für Arsenal, war in der Hinrunde der Vorsaison an Leeds United ausgeliehen. Der 21-Jährige bewegt sich im Offensivdrittel sehr clever, ist allerdings in einigen Teilbereichen noch sehr unreif. Potenzial ist aber unumstritten vorhanden, in 19 Spielen für Arsenal erzielte Nketiah in der Vorsaison immerhin sechs Treffer. Er könnte in der kommenden Saison davon profitieren, dass Alexandre Lacazette (29) in diesem Sommer noch abgegeben werden könnte. Kommt es zu einem Transfer, ist Nketiah plötzlich erster Aubameyang-Ersatz. 

Verbleib bei Arsenal oder ein anderer Weg?

Drei junge Spieler mit viel Potenzial, die als mehr oder weniger häufig eingesetzter Rotationsspieler den nächsten Schritt machen können und wollen. Das ist die Ausgangslage. Derzeit bahnt sich aber weder bei Willock, noch bei Nelson oder Nketiah der ganz große Durchbruch an. Möglicherweise wird sich der Status dieser Spieler nicht oder kaum ändern, was insbesondere für Nketiah und Nelson zu einem Problem werden könnte.

. (Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

Doch nur weil sich der große, eminent wichtige Entwicklungssprung nicht schon in der Vorbereitung abzeichnet, heißt es nicht, dass er nicht folgen wird. Das Beispiel Bukayo Saka zeigte, dass es im Fußball manchmal sehr schnell geht. Zudem bestehen Einflussfaktoren wie Verletzungen der Konkurrenten, auf die man als Spieler zwar nicht hofft, die einen aber plötzlich regelmäßig in die Startelf katapultieren können.

Aktuell sieht es so aus, als würden alle drei Spieler in der Saison 2020/21 bei Arsenal unter Vertrag stehen. Diese Saison wird maßgeblich für den weiteren Karriereweg sein. Denn die drei Youngster sind mittlerweile in einer Phase ihrer Karriere, in der eine Leihe nach einem nicht erfolgten Durchbruch eben nicht mehr die logische Option ist, sondern ein permanenter Wechsel. Nach der kommenden Saison wird sich zeigen, für wen der drei jungen Talente dies gilt.

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(Photo by Julian Finney/Getty Images)

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