Topspiel in Bochum: Muss der HSV abreißen lassen ?

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Vorschau | Der 25.Spieltag der 2.Bundesliga beginnt mit einem absoluten Spitzenspiel, wenn der Tabellenführer VfL Bochum auf den Hamburger SV trifft. Die Ruhrstädter besitzen die große Möglichkeit, mit einem Sieg im Duell zweier fulminanter Offensiven den Abstand zu den drittplatzierten Rothosen auf satte acht Punkte auszubauen.

Anpfiff der Partie ist am Freitag, 18.30 Uhr, Live bei Sky.

  • Bochum: Vier Siege aus den letzten fünf Spielen lassen Aufstiegshoffnungen in die Höhe schießen
  • Der Hamburger SV blieb zuletzt fünfmal sieglos
  • Das Hinspiel ging mit 3:1 an den VfL

VfL Bochum: Richtungsweisende Topspielwochen stehen an

Mit einem 2:1-Sieg bei der SpVgg Greuther Fürth startete der VfL Bochum in die Wochen der Vergleiche mit direkten Aufstiegskonkurrenten. Dank des Erfolgs verteidigte der Ruhrpottklub die Tabellenführung. Noch viel besser: Der Vorsprung auf den Relegationsplatz stieg auf fünf Punkte an. Dabei fanden die Bochumer trotz der frühen Führung durch Kapitän Anthony Losilla (35) nur schwer in die Partie hinein. Besonders im ersten Abschnitt waren sie den Franken unterlegen, weshalb sie folgerichtig den Ausgleich kassierten. Nach dem Seitenwechsel wendete sich das Blatt und der VfL kam durch einen strittigen Elfmeter, den Spielgestalter Robert Zulj (29) gekonnt verwandelte, zum umjubelten 2:1-Siegtreffer. Es war ein untypischer Erfolg, denn die spielstarke Mannschaft von Trainer Thomas Reis (47) brachte ihre fußballerischen Qualitäten nur selten aufs Spielfeld.

(Photo: Imago)

Am Ende stand eine magere Passquote von 61 Prozent zu Buche. Im Durchschnitt liegt sie bei über 80 Prozent. Dennoch erfreute sich der VfL über den 15.Saisonsieg, was eine weitere Stärke aufzeigt. Denn er gewinnt inzwischen auch die Begegnungen, in denen er leistungsmäßig ein ganzes Stück vom Limit entfernt liegt. Da die überzeugenden Vorstellungen jedoch überwiegen, ist Rang eins die fast schon logische Konsequenz. Vier der letzten fünf Partien zog Bochum auf seine Seite. Der Traum von einer Rückkehr in die Bundesliga, wo der Verein sich 34 Spielzeiten aufhielt, wird nach elf Jahren Zweitklassigkeit immer größer. Dies verdeutlichen auch die Aussagen von Torhüter Manuel Riemann (32), der eine Führungsrolle in der Mannschaft einnimmt: „Wenn ich noch zehn Spiele habe und ich bin Erster, was soll ich sagen? Wir wollen Vierter werden? Klar, will ich aufsteigen!“

Wahrscheinliche Rückkehr zum gewohnten System

Einen Riesenschritt könnten Riemann und Co. am heutigen Abend im Heimspiel gegen den Hamburger SV sowie in den anschließenden Begegnungen mit Düsseldorf und Kiel gehen. Der Vorsprung auf die zuletzt schwächelnden Hansestädter könnte mit einem Sieg auf acht Punkte ansteigen. Wie man sie bezwingt, ist dem gesamten Kader bewusst. Das Hinspiel gewann man nach starker Leistung vollkommen verdient mit 3:1. Ersetzt werden muss erneut der unter muskulären Problemen leidende Angreifer Simon Zoller (29) – mit elf Saisontoren zweitbester Torschütze. In Fürth entschied sich der Chefcoach daher für eine Doppelspitze aus den pfeilschnellen, aber eigentlichen Außenspielern Danny Blum (30) und Geritt Holtmann (25). Sie dürften nun wieder auf ihre angestammten Positionen zurückkehren. Reis tendiert wohl zur bewährten 4-2-3-1-Ausrichtung, in der Silvere Ganvoula (24) als Mittelstürmer fungieren würde.

„Silvere hat akzeptiert, dass er in Fürth nicht gespielt hat, war aber gleichzeitig auch frustriert. In den Trainingseinheiten hat er deshalb richtig Gas gegeben“, erklärte der seit Oktober 2019 als Cheftrainer amtierende Reis. Neben Zoller stehen ihm nur die Langzeitverletzten Vassilis Lampipoulos (30) und Tom Weilandt (28) sowie der gelbgesperrte Rechtsverteidiger Christian Gamboa (31) nicht zur Verfügung.

Hamburger SV: Führt der Weg weiter in die Krise ?

Sportlich herrschte Ende Januar eitel Sonnenschein beim Hamburger SV. Mit 40 Punkten aus 19 Paarungen führten die Nordlichter die Tabelle souverän an. Was danach folgte, sah gewaltig nach dem klassischen – da in den letzten zwei Spielzeiten schon vorhandene – Rückrundeneinbruch aus. Denn die fünf Spiele deckten die gesamte Klaviatur der Vergangenheit ab. Eine 3:1-Führung in Aue wurde leichtfertig gespielt, es gab eine peinliche Niederlage beim Schlusslicht in Würzburg, das Stadtderby gegen St.Pauli ging erneut verloren und klar überlegen geführte Begegnungen gegen die direkten Konkurrenten aus Fürth oder Kiel konnten nicht gewonnen werden. 

Am Montag bot der HSV im Duell mit dem Tabellenzweiten Holstein Kiel seine wohl beste Leistung in der gesamten Rückrunde. Sie langte trotzdem nicht zum Sieg. Der erfolgreichste Torjäger der Zweitligageschichte, Simon Terodde (33), egalisierte mit seinem 20.Saisontreffer zwar den Rückstand, doch eine komplette Wende misslang. Beste Torchancen blieben ungenutzt. Unter anderem köpfte der sonst positiv auffällige Josha Vagnoman (20) freistehend aus drei Metern an den Pfosten. Trainer Daniel Thioune (46) zeigte sich insgesamt zufrieden mit dem Abend: „Meine Mannschaft hat sehr gut gegen das hohe Pressing hinten rausgespielt. Wir hatten sehr viel Bewegung in unserem Spiel im Zentrum. Wir haben vieles gut gemacht, sind häufig ins letzte Drittel gekommen und haben dort leider Gottes extrem viel liegen lassen.“

(Photo: Imago)

Neuerlicher Absturz soll abgewendet werden

Insgesamt habe ihm der Vortrag seiner Mannschaft gefallen. „Die Ergebnisse werden sich einstellen“, so ein optimistischer Übungsleiter. Die guten Resultate müssen allerdings in unmittelbarer Zukunft eintreten. Ansonsten könnten die Rothosen zumindest die direkten Aufstiegsplätze aus den Augen verlieren. Mit einem vierten Jahr in der Zweitklassigkeit kann sich selbstverständlich keiner der Verantwortlichen anfreunden. Um die Trendwende zu schaffen, muss der HSV seine Effizienz im Abschluss, die ihn auf schon 49 erzielte Tore brachte, zurückgewinnen, die ihn in der Vorrunde auszeichnete und so manchen Defensivaussetzer übertünchte. Mit 30 Gegentreffern stellt man nämlich die schwächste Verteidigung unter den Vertretern der Top vier. Immer wieder hagelte es vermeidbare Gegentreffer. Auch der eigentlich als Aufstiegsgarant verpflichte Torwart Sven Ulreich (32) geriet nach Patzern bereits in die Kritik.

Für ihn gilt es, insbesondere in den Spitzenspielen, unter Beweis zu stellen, dass er wirklich mit seinen Fähigkeiten auf der Linie und im eins-gegen-eins den Unterschied ausmachen kann. Um in Bochum gewinnen zu können, ist letztlich eine starke Kollektivleistung von Nöten – möglichst auf ähnlichem Level wie gegen Kiel. Trainer Thioune dürfte – wenn David Kinsombi (25) sich rechtzeitig gesund meldet – auf die gleiche Startelf setzen, da Kapitän Tim Leibold (27/Rotsperre) sowie die verletzten Innenverteidiger Toni Leistner (30) und Rick van Drongelen (22) weiterhin ausfallen. 

Prognose

Der TV-Zuschauer darf sich auf ein offensiv geführtes Spitzenspiel freuen, in dem der Druck eindeutig auf Seiten der Hamburger liegt. Wenn die Gäste damit zurechtkommen, haben sie eine realistische Chance Zählbares aus dem Westen der Republik zu entführen. Der VfL Bochum ist jedoch ein starker – und derzeit formtechnisch leicht favorisierter – Gegner, sodass ein torreiches Unentschieden ein realistisches Endergebnis darstellt.

Mögliche Aufstellungen:

Bochum: Riemann,-Bockhorn, Bella Kotchap, Leitsch, Soares,-Losilla, Tesche,-Holtmann, Zulj, Blum,-Ganovula

Hamburger SV: Ulreich,-Gyamerah, Heyer, Ambrosius, Vagnoman,-Dudziak, Kinsombi (Onana), Hunt,-Jatta, Terodde, Kittel

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(Photo: Imago)

Yannick Lassmann

Rafael van der Vaart begeisterte ihn für den HSV. Durchlebte wenig Höhen sowie zahlreiche Tiefen mit seinem Verein und lernte den internationalen Fußball lieben. Dem VAR steht er mit tiefer Abneigung gegenüber. Seit 2021 bei 90Plus.

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