Deutschland enttäuscht bei Flick-Debüt gegen Liechtenstein

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Im schweizerischen St. Gallen gab Hansi Flick sein Debüt als neuer Bundestrainer. Für Deutschland ging es gegen Liechtenstein. Der Favorit präsentierte sich über 90 Minuten viel zu einfallslos und unpräzise, gewann trotzdem 2:0.

Dank Musiala – schwache DFB-Elf führt zur Pause

Nach Siegen gegen Island (3:0) sowie in Bukarest (1:0) und der Blamage gegen Nordmazedonien (1:2) fand sich Deutschland auf Platz 3 der Qualifikationsgruppe J wieder. Liechtenstein hingegen verlor alle drei Spiele gegen Armenien (0:1), in Skopje (0:5) und gegen die Schweiz (0:7).

 



 

Bei seinem Debüt als Nationaltrainer setzte Hansi Flick auf Bernd Leno als Vertreter für den angeschlagenen Manuel Neuer. Vor ihm fächerte sich ein  4-2-3-1 auf, mit dem Flick bereits beim FC Bayern große Erfolge feierte. Robin Gosens gab den klassischen Linksverteidiger, sein Pendant auf der rechten Seite war an diesem Abend der Wolfsburger Ridle Baku. Innen verteidigten Thilo Kehrer und Niklas Süle. Ansonsten entschied sich Flick für einen starken Bayern-Block mit Joshua Kimmich, der die Mannschaft an diesem Abend als Kapitän aufs Feld führte. Neben ihm spielte Ilkay Gündoğan, der – zehn Jahre nach seinem Debüt – sein 50. Länderspiel absolvierte. Auf den Außen wirbelten Leroy Sané sowie Jamal Musiala. Kai Havertz ersetzte den ebenfalls angeschlagenen Thomas Müller und Timo Werner gab die einzige Spitze.

Wenige Ideen, viel Statik – Deutschland enttäuscht bei Flick-Debüt

In der 4. Minute kam Joshua Kimmich erstmals im Strafraum zum Abschluss, nachdem Leroy Sané links freigespielt wurde und querlegte, Liechtensteins Torhüter Benjamin Büchel parierte. Ansonsten tat sich das DFB-Team in der Anfangsviertelstunde schwer, zu echten Torchancen zu kommen. Vor allem im letzten Drittel fehlte es gänzlich an Präzision. Das alles wohlgemerkt gegen eine Mannschaft mit gerade einmal drei Halbprofis, die in der Weltrangliste auf Platz 189 steht, zwischen Bangladesch und Brunei.

In der 19. Minute hebelte Kimmich die Kugel hinter die Viererkette. Aus dem Rückraum kam Robin Gosens angerauscht und köpfte an den linken Pfosten. Aber solche Szenen waren eher die Ausnahme, als die Regel. Deutschland hatte – wenig überraschend – das Gros an Ballbesitz, aber vor allem das Spiel ohne Ball war viel zu statisch, die Spieler hielten brav ihre Positionen. Der einzige, der immer wieder etwas versuchte, war Jamal Musiala. Wenig überraschend leitete er so auch die Führung in der 41. Minute ein. Der 18-Jährige dribbelte von links nach innen und steckte im genau richtigen Moment für Timo Werner durch. Chelseas Stürmer behielt vor Büchel die Ruhe und schob ins lange Eck ein.

Das war auch der Pausenstand. Deutschland muss in der zweiten Hälfte ein paar Gänge hochschalten, während das Zwischenergebnis von 0:1 für die 8.000 Anwesenden ein riesiger Erfolg ist. Die Mannschaft von Martin Stocklasa verteidigte zwar extrem tief, verschob dafür aber geschickt und zwang Deutschland auf die Flügel. Von dort verpufften die meisten Angriffe wirkungslos.

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Liechtenstein verteidigt weiter geschickt, Sané legt für Deutschland nach

Zur zweiten Halbzeit nahmen weder Stocklasa noch Hansi Flick Wechsel vor. Deutschland konnte zwar 84 Prozent Ballbesitz verzeichnen, passte sich aber bisweilen in den Tiefschlaf. Erst in der 58. Minute tat sich mal wieder etwas: Benjamin Büchel parierte zweimal, erst gegen Robin Gosens, dann gegen Ilkay Gündoğan. Kurz danach brachte Flick Serge Gnabry, Jonas Hofmann und Marco Reus für Kai Havertz, Ridle Baku sowie Jamal Musiala.

Bildquelle: imago

Eine Viertelstunde vor Schluss flankte Sané von links, Werner köpfte freistehend über das Tor. Nur zwei Minuten später legte Bayerns Flügelspieler selbst nach: Mit einer geschickten Finte verschaffte sich Leroy Sané links Platz und versenkte die Kugel im langen Eck. Mit extrem viel Anlauf dann doch noch das 0:2. Kurz danach gab Florian Wirtz unter den Augen seiner Familie sein Länderspieldebüt. Leverkusens Youngster kam für Joshua Kimmich. Marco Reus übernahm die Kapitänsbinde. Mehr passierte nicht. Deutschland lieferte zwar das Ergebnis, aber vorerst nur das Ergebnis. Für Hansi Flick gibt es noch viel zu tun. Die gute Nachricht: Sein Einstand beim FC Bayern war ebenfalls ein 2:0 – gegen Olympiakos Piräus. Wenn der Erfolg derselbe ist, hätten alle Beteiligten sicher nichts einzuwenden.

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Victor Catalina

 

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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