DFB-Pokal | Stuttgarter Kickers, Schott Mainz & Co.: Die Oberligisten der 1. Pokalrunde im Detail

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Spotlight | Am Freitagabend startet der DFB-Pokal in die Saison 2022/23. Neun Mannschaften kommen dabei aus der fünftklassigen Oberliga, sechs davon befinden sich noch immer dort. Die Mannschaften im Detail.

Stuttgarter Kickers

Der Größte unter den Kleinen. Zwei Saisons in der Bundesliga reichen in der ewigen Tabelle für Platz 46, unter anderem vor Ingolstadt, Paderborn und Greuther Fürth. 1987 erreichte man – unter anderem mit Niels Schlotterbeck in der Mannschaft, dem Onkel der Brüder Keven und Nico – das Pokalfinale, unterlag dem HSV allerdings 1:3. Christian Streich schaffte damals nicht den Sprung in den Spieltagskader und musste von der Tribüne aus zuschauen.

Die Gegenwart für den blau-weißen Teil Stuttgarts heißt Oberliga Baden-Württemberg. Vergangene Saison reichte es zu Platz 2. Im Landespokalfinale setzte man sich 5:4 im Elfmeterschießen gegen den SSV Ulm 1846 durch. Zur Belohnung gibt es ein Spiel gegen die unmittelbare Konkurrenz aus der ewigen Tabelle: Greuther Fürth.

SV Oberachern

Fünfte Liga gegen Bundesliga, dieses Duell gibt es mit Beteiligung des SV Oberachern, wenn der Ligakonkurrent der Kickers aus der baden-württembergischen Stadt Achern nahe der französischen Grenze am Sonntag, um 15:30 Borussia Mönchengladbach empfängt. Dafür zieht der Verein sogar vom Sportplatz am Waldsee ins Dreisamstadion um, bis letzte Saison noch Heimspielstätte des SC Freiburg. Vergangene Saison reichte es in der Oberliga Baden-Württemberg lediglich zu Platz 13. Im Gegenzug konnte man allerdings den Landespokal gewinnen – mit einem 2:0 über DJK Donaueschingen.

TSV Schott Mainz

Einen Hauch Nostalgie gibt es auch, wenn der TSV Schott Mainz, parallel zum SV Oberachern, Hannover 96 empfängt. Das Spiel findet nämlich im Bruchwegstadion statt. Allein mit der Teilnahme an der aktuellen Pokalsaison hat der Verein einen Rekord aufgestellt: Noch nie zuvor gelang es einem Mainzer Amateurverein sich für die erste Runde zu qualifizieren.

In der Regionalliga Südwest hingegen lief es vergangene Saison eher bescheiden. Platz 17 bedeutet den Abstieg in die Oberliga. Sechs Punkte fehlten letztlich zum Klassenerhalt, den sich der FSV Frankfurt als letztes Team sicherte. Im Landespokal gab es allerdings ein 3:0 über Pirmasens.

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FC Einheit Wernigerode

Ein Kuriosum gab es im Landespokalfinale mit Beteiligung des FC Einheit Wernigerode. Zwar verlor man das Endspiel gegen den 1. FC Magdeburg 0:5. Da die Mannschaft von Christian Titz allerdings Drittligameister wurde, bekam Wernigerode das Ticket für Sachsen-Anhalt. Samstag um 15:30 empfängt man Magdeburgs Ligakonkurrenten SC Paderborn.

TSG Neustrelitz

In der Saison 2013/14 war die TSG Neustrelitz letztmals im DFB-Pokal dabei, machte dem SC Freiburg lange Zeit das Leben schwer, musste sich letztlich dennoch 0:2 geschlagen geben. Auch am Freitagabend bekommen sie es wieder mit einem Klub aus dem Südwesten zu tun: Dem Karlsruher SC, der mit zwei Niederlagen in Paderborn (0:5) und gegen Magdeburg (2:3) in die 2. Liga gestartet ist.

Vergangene Spielzeit erreichte die TSG in der Oberliga NOFV Nord den 7. Platz. Im Landespokalfinale setzte sich die Mannschaft aus Neustrelitz, an der Grenze zu Brandenburg, 7:6 gegen den Greifswalder FC durch.

FV Engers 07

Der letzte Verein, der im Pokal beim FV Engers 07 aus dem pfälzischen Neuwied gastierte, stieg am Saisonende auf: der VfL Bochum 2020/21. Am 12. September 2020 setzte sich die Mannschaft von Thomas Reis als Gastmannschaft im eigenen Stadion souverän 3:0 durch. Vielleicht ein gutes Omen für Arminia Bielefeld, die unter Neu-Trainer Uli Forte wie der KSC mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet sind.

Die Partie wird am Sonntag um 15:30 allerdings weder in Bochum noch im Stadion am Wasserturm, der Heimspielstätte des FV Engers 07, stattfinden, sondern im benachbarten Koblenz, im Stadion Oberwerth. Gute Erfahrungen hat der SV 07 dort schon gemacht, als sie im Endspiel des Rheinlandpokals Blau-Weiß Karbach 1:0 bezwangen.

1. FC Kaan-Marienborn, Bremer SV & Blau-Weiß Lohne

Drei Vereine, die eine Gemeinsamkeit haben. Wie die sechs zuvor qualifizierten auch sie sich als Oberligisten für die erste Pokalrunde, stiegen allerdings in der Zwischenzeit in die Regionalliga auf.

Der erst 2007 gegründete 1. FC Kaan-Marienborn aus der Nähe von Siegen steigt erst zum zweiten Mal nach 2018/19 in die Regionalliga West auf und bekommt es am Freitag um 18:00 Uhr mit dem 1. FC Nürnberg zu tun. Der Club kommt nach dem 2:1-Derbysieg gegen Fürth natürlich mit viel Selbstvertrauen – das trifft auf ihren Gegner allerdings ebenfalls zu, der im Kalenderjahr 2022 noch bar jeder Pflichtspielniederlage ist. Zuletzt gab es ein 2:1 gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach.

DFB-Pokal Bremer SV

Photo by Joern Pollex/Getty Images

Ungewollt machte vergangene Saison der Bremer SV sogar international Schlagzeilen, als auf der Anzeigetafel ein fast apokalyptisches 0:12 prangte. Mildernde Umstände dürfte es dadurch gegeben haben, dass der Gegner FC Bayern hieß. Nichtsdestotrotz ist der BSV dafür bekannt, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und postet unter anderem bei Vertragsverlängerungen immer wieder Bilder der Partie. Auch sportlich läuft es bestens. Die Meisterschaft in der Oberliga Bremen gewann man ungeschlagen. In der Aufstiegsrunde wurde man Zweiter und machte mit einem 3:1 über Concordia Hamburg den Einzug in die Regionalliga perfekt. Im Marschweg-Stadion zu Oldenburg empfängt der Bremer SV eine weitere Mannschaft in blau-weiß, die bei ihren letzten Begegnungen gegen den Rekordmeister (0:8/0:4) ebenfalls ein Dutzend Gegentore schlucken musste: Am Sonntag um 13:00 Uhr geht es gegen den FC Schalke 04.

Mit einem 8:1 über den SV Arminia Hannover gewann Blau-Weiß Lohne die Meisterschaft in der Oberliga Niedersachsen. Vier Tage später, am 15. Mai, bezwang man den SV Ramlingen-Ehlershausen 2:0 und stieg in die Regionalliga Nord auf. Sonntag um 15:30 geht es gegen den FC Augsburg. Um sich mit dem Bundesliganiveau vertraut zu machen, testete die Mannschaft aus dem Landkreis Vechta Anfang des Monats gegen Schalke 04 – es setzte ein 0:7.

Photo by Martin Rose/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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