Das sind die spannendsten Talente des Afrika-Cups

8. Januar 2024 | Spotlight | BY Jannek Ringen

Am 13. Januar startet der Afrika-Cup in der Elfenbeinküste. Wir stellen euch die spannendsten Talente des Turniers vor.

Afrika-Cup: Spannende Aktien

Vom 13. Januar bis zum 11. Februar findet in der Elfenbeinküste die 34. Auflage des Africa Cup of Nations statt. Zwar sollte das Turnier ursprünglich im Sommer 2023 ausgetragen werden, allerdings wurde es aufgrund der vorherrschenden Wetterlage im Land in den Winter 2024 verschoben. Zahlreiche spannende Mannschaften und Spieler von Weltklasse-Format duellieren sich um die Fußball-Krone Afrikas. Wir stellen euch die spannendsten Talente des Afrika-Cups vor.



Ousmane Diomonde (20/Elfenbeinküste/Sporting CP)

Im Jahr 2015 konnte die Elfenbeinküste zum zweiten Mal den Afrika-Cup gewinnen. Neun Jahre später findet das Turnier in der Heimat statt und die Elefanten würden den Titel gerne im eigenen Land hochhalten. Dabei helfen soll Ousmane Diomonde (20) von Sporting CP, der als eines der größten Talente des afrikanischen Kontinents gilt. Über den FC Midtjylland fand der Innenverteidiger seinen Weg nach Europa. Nach gut einem Jahr bei den Dänen wurde der portugiesische Traditionsverein auf ihn aufmerksam und verpflichtete ihn im Januar 2023 für 7,5 Millionen Euro.

In Portugal brauchte er nicht lange, um sich zum Stammspieler zu entwickeln. In allen 15 Ligaspielen stand Diomonde beim portugiesischen Tabellenführer in der Startelf und stabilisierte die Defensive der Mannschaft von Ruben Amorim. Für die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste debütierte er im September des vergangenen Jahres, allerdings sollte es vorerst bei einem Länderspiel bleiben. Aufgrund der harten Konkurrenz durch beispielsweise Ex-Frankfurter Evan Ndicka und Odilon Kossounou von Bayer Leverkusen könnte es sein, dass sich der 1,90-Meter-Hüne beim Afrika-Cup vorerst hinten anstellen muss.

Der 20-Jährige, der eine Ausstiegsklausel in Höhe von 80 Millionen Euro besitzt und bereits das Interesse von mehreren europäischen Topklubs auf sich gezogen hat, besticht sowohl durch seine physischen als auch durch seine spielerischen Fähigkeiten. In Portugal gewinnt er Zweidrittel seiner Zweikämpfe und überragt insbesondere in der Luft. Zudem gibt er Sporting im Spielaufbau durch sein starkes Passspiel und gutes Andribbeln eine enorme Qualität. Gut möglich, dass er der nächste millionenschwere Abgang der Portugiesen wird.

Afrika-Cup: Ousmane Diomande im Trikot der Elfenbeinküste.

(Photo by SIA KAMBOU/AFP via Getty Images)

Ernest Nuamah (20/Ghana/Olympique Lyon)

Kurz vor Ende des Transferfensters kam es zu einem Kuriosum rund um Ernest Nuamah (20). Der belgische Erstligist RWD Molenbeek verpflichtete den Ghanaer für die ligainterne Rekordablösesumme von 25 Millionen Euro vom FC Nordsjaelland und verlieh ihn direkt weiter an Olympique Lyon. Hintergrund ist, dass beide Klubs dem Amerikaner John Textor gehören und nun die FIFA in diesem Fall ermittelt. Dennoch soll der Hintergrund des Transfers nicht von dem enormen Talent ablenken, das Nuamah mitbringt.

Über eine starke Saison in der dänischen Liga hat sich der Außenstürmer für den kriselnden französischen Traditionsverein empfohlen. In 30 Partien für Nordsjaelland erzielte der 20-Jährige zwölf Tore und bereitete vier weitere vor. Unterdessen läuft es in Lyon bisher noch nicht rund, sodass er in 14 Ligaspielen erst auf zwei Scorer kommt. Da die Konkurrenz in der ghanaischen Nationalmannschaft in der Offensive groß ist und er sich aktuell nicht in der besten Form gezeigt hat, könnte es beim Afrika-Cup nur zu einer Reservistenrolle reichen.

Zwei Stärken machen Nuamah aus. Zum einen verfügt er über ein starkes Dribbling und gewinnt einen Großteil seiner Eins-gegen-eins-Duelle. Zum anderen stellt er für seine Mitspieler immer wieder eine gute Anspielstation dar, weil er ein gutes Gefühl für den Raum besitzt. Aufgrund dieser Fähigkeiten ist er ein extrem spannender Spieler, der allerdings noch zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht.

Afrika-Cup: Ernest Nuamah im Trikot von Olympique Lyon.

(Photo by JEFF PACHOUD/AFP via Getty Images)

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Bilal El Khannouss (19/Marokko/KRC Genk)

Die marokkanische Nationalmannschaft möchte an den großen Erfolg aus dem vergangenen Winter, als man als erste afrikanische Mannschaft das Halbfinale bei einer Weltmeisterschaft erreichte, anknüpfen. Ziel wird es sein, zum zweiten Mal nach 1976 den Afrika-Cup zu gewinnen. Mit Bilal El Khannouss (19) vom KRC Genk hat man ein großes Talent in den eigenen Reihen. Der offensive Mittelfeldspieler ist zwar gebürtiger Belgier und durchlief die Jugendakademien des RSC Anderlecht und des KRC Genk, entschied sich dennoch für das Land seiner Eltern zu spielen.

Bei der Weltmeisterschaft 2022 debütierte El Khannouss im Spiel um Platz drei gegen Kroatien und wurde damit zum fünftjüngsten Debütanten in der Geschichte der marokkanischen Nationalmannschaft. Mittlerweile kommt er auf drei Länderspiele. In der vergangenen Saison hatte der 19-Jährige seinen Durchbruch beim KRC Genk und entwickelte sich zum Stammspieler. In diesem Jahr ist er aus der Startaufstellung kaum noch wegzudenken und war in 20 Spielen an sechs Treffern beteiligt (drei Tore, drei Vorlagen). Da die Konkurrenz in der Offensive Marokkos groß ist, könnte auch er zunächst aus der Jokerrolle kommen.

El Khannouss ist ein enorm kreativer Spieler, der mit seinen Fähigkeiten im letzten Drittel immer dazu in der Lage ist, Großchancen zu kreieren. In der belgischen Pro League ist er pro 90 Minuten an fünf Torschüssen beteiligt und konnte bereits neun Großchancen vorlegen. Ein starker Wert, der seine Qualitäten in der Offensive abermals unter Beweis stellt. Zudem ist er enorm progressiv in seinem Passspiel und kann auch Eins-gegen-eins-Situationen spielerisch lösen.

Afrika-Cup: Bilal El Khannouss im Trikot von Marokko.

(Photo by Paul ELLIS / AFP) (Photo by PAUL ELLIS/AFP via Getty Images)

Karim Konaté (19/Elfenbeinküste/RB Salzburg)

Nach Ousmane Diamonde ist Karim Konaté (19) das zweite große Talent in den Reihen der Elfenbeinküste. Der Stürmer, der im Sommer 2022 den Weg aus seiner Heimat nach Europa zu RB Salzburg antrat, gilt als große Hoffnungsträger für die Ivorer, die im eigenen Land den Titel holen wollen. Bereits mit 17 Jahren durfte er für die Elfenbeinküste debütieren und kommt trotz seines jungen Alters bereits auf elf Länderspiele, in denen er zweimal traf. Damit ist er der fünftjüngste Debütant in der Geschichte des Landes.

In Österreich konnte Konaté von Beginn an seine Qualitäten als Torjäger unter Beweis stellen. In der Youth League erzielte er sechs Treffer in sieben Partien für die U19 der Salzburger. Zudem war er ein halbes Jahr zu RB-Farmteam Liefering ausgeliehen, wo er in der zweiten österreichischen Liga in 18 Spielen 15 Treffer erzielte. Doch auch im Trikot von RB Salzburg scheint es zu laufen. Aktuell steht er bei acht Toren in 17 Spielen für den österreichischen Meister.

Durch sein enormes Tempo gelingt es ihm immer wieder, sich Chancen herauszuspielen. Konaté wartet in der letzten Linie auf den tiefen Pass und nutzt seine Geschwindigkeitsvorteile aus. Am Spiel partizipiert der 19-Jährige derzeit nur wenig. Zudem muss er an seiner Kaltschnäuzigkeit arbeiten, denn mit 14 vergebenen Großchancen ist er die Nummer eins in der österreichischen Bundesliga.

Afrika-Cup: Karim Konaté im Trikot der Elfenbeinküste.

(Photo by SIA KAMBOU/AFP via Getty Images)

(Photo by ODD ANDERSEN/AFP via Getty Images)

Jannek Ringen

Sozialisiert durch die Raute von Thomas Schaaf, gebrochen durch den Abstieg unter Florian Kohfeldt. Fußball in Deutschland ist sein Fachgebiet, aber immer mit einem Blick in England und Italien.


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