WM in Katar: Noch immer große Probleme und Herausforderungen für den Gastgeber

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Nicht nur aufgrund der Umstände, die zur Bestimmung von Katar als Gastgeberland für die WM 2022 sorgten, gab es viel Kritik. Menschenrechtsverletzungen und die menschenunwürdigen Verhältnisse rund um die zahlreichen Gastarbeiter sorgten ebenfalls für viel Raum zur Kritik. Und die Frage, ob Katar bereit ist, ein solches Großereignis auszurichten, stellt sich noch immer. 

Katar: Unterbringung, Logistik und co. – viele Herausforderungen

Im November und Dezember findet die WM 2022 in Katar statt. Das Land mit nur etwa 11.500 Quadratkilometern Fläche und weniger als drei Millionen Einwohnern ist das kleinste, das jemals eine Weltmeisterschaft ausgerichtet hat. Das bringt Vorteile mit sich, aber auch einige Nachteile. Abseits der naheliegenden Themen wie Menschenrechsverletzung, Korruption und co. gibt es noch weitere Fragezeichen, die Experten daran zweifeln lassen, dass ein sorgenfreies Turnier ausgetragen werden kann.



Die Organisatoren haben keine Zweifel. Dies ist der große Moment für Katar, betonen sie. Eine einmalige Chance, sich der Welt als aufstrebende Kraft vorzustellen, heißt es in einem Bericht bei The Athletic. Nun gut, als Organisatoren ist die Überzeugung vielleicht automatisch vorhanden. Die Realität sieht anders aus: Weniger als acht Wochen vor Beginn der Veranstaltung wird noch immer nach Zusicherungen in Bezug auf Unterkunft, Transport und Sicherheit gesucht.

Im Prinzip wird fast die gesamte Weltmeisterschaft in einer Stadt ausgetragen. Natürlich, es gibt Vororte und dadurch heißen auch die Spielstätten anders, aber im Endeffekt sind es viele Stadien und viele Spiele komprimiert auf einem kleinen Raum. Katar – und vor allem Doha – stehen also vor Herausforderungen und Belastungen, die noch nie ein WM-Gastgeber zu bewältigen hatte.

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Hauptproblem: Die Unterbringung der Fans

Ein großes Problem ist und bleibt die Unterbringung der Fans. Einige Fanklubs der Nationalmannschaften werden erst am Spieltag in die Stadt reisen, teilweise fliegen. Wiederum andere Zuschauer werden auf Kreuzfahrtschiffen, die als Hotel dienen, untergebracht. Außerdem gibt es eine Handvoll Fächerdörfer, die die Möglichkeit bieten, in einem Zelt, einer Hütte oder einem Wohnwagen zu übernachten. Bis zu 120.000 Plätze sollen dadurch geschaffen worden sein.

Allerdings wird in vielen Unterkünften noch heute gearbeitet und es nicht garantiert, dass alles bis zum Turnierstart fertig wird. „Die Organisatoren haben zwar zugesagt, dass sie fertig werden, aber die Berichte über provisorische Hütten, Zelte und Wohnwagen, die noch gebaut werden, geben Anlass zur Sorge“, sagt Ronan Evain, Geschäftsführer von Football Supporters Europe gegenüber The Athletic.

Ein Sprecher des Turniers betonte, dass der Bau der Fandörfer im Gange sei und dem Zeitplan vorausgehe, die aktuellen Berichte sprechen aber absolut nicht dafür. Auch gibt es Probleme bei der Sicherheit rund um das Turnier. Um genügend Personal für Sicherheitskontrollen zu haben, rief der Staat Zivilisten zum Wehrdienst, holte diese aus dem Ausland. Darüber hinaus gibt es auch noch keine Garantien, dass die öffentlichen Verkehrsmittel alle so funktionieren, wie es der Plan vorsieht.

Den Ernstfall testen kann man in Katar nicht einfach so, weil sich eben vieles noch im Bau befindet. Als Fazit formulierte Evain: „Wie ausgereift sind diese Lösungen? Schwer zu sagen. Sie sind definitiv noch nicht getestet. Aber ich glaube nicht, dass Katar so viele Besucher bekommen wird, wie die Organisatoren der Weltmeisterschaft vorhersagen. Ich denke, dass viele westliche Fans in Dubai bleiben werden, wo es einfacher ist, einen Drink zu bekommen, und wo es mehr Unterhaltungs- und Unterkunftsmöglichkeiten gibt.“

(Photo by FRANCK FIFE/AFP via Getty Images)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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