Müller erlöst Deutschland spät gegen Rumänien

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News | Am 7. Spieltag traf Deutschland in Hamburg auf Rumänien. Nachdem die Gäste früh überraschend in Führung gingen, kämpfte sich Deutschland zurück. Letztendlich sorgte ein später Treffer von Thomas Müller für den verdienten 2:1-Sieg.

VAR und Hagi überrumpeln DFB-Elf

Moin, Moin, herzlich willkommen und hereinspaziert in den Volkspark! Am Freitagabend traf Deutschland auf Rumänien! Die vergangene Länderspielpause verlief aus deutscher Sicht optimal. Drei Spiele in St. Gallen gegen Liechtenstein (2:0), gegen Armenien (6:0) und in Island (4:0), drei Siege, kein Gegentor. Dazu eroberte die Mannschaft von Hansi Flick die Tabellenführung, die es gegen Rumänien zu verteidigen gilt. In Bukarest gewann man – damals noch unter Joachim Löw – 1:0, dank eines Treffers von Serge Gnabry.

 



 

Für Rumänien ist es bis hierhin eine eher durchwachsene Gruppenphase. Drei Siegen stehen zwei Niederlagen, sowie ein Unentschieden gegenüber. Immerhin rangiert die Mannschaft von Mirel Rădoi lediglich einen Zähler hinter Armenien und darf sich noch berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen. Zuletzt gab es zwei Siege in Island (2:0) sowie gegen Liechtenstein (2:0) und ein Unentschieden in Skopje (0:0).

Wenige Stunden vor Spielbeginn meldete sich Kapitän Manuel Neuer mit Adduktorenproblemen ab, Marc-André ter Stegen wird ihm bei seinem Comeback in der Nationalmannschaft vertreten, Joshua Kimmich übernimmt die Binde. Thomas Müller sitzt vorerst auf der Bank, Marco Reus wird den Platz zwischen Serge Gnabry und Leroy Sané einnehmen. Timo Werner agiert in der Spitze. Bei den Rumänen stand unter anderem Ianis Hagi, Sohn der Fußballegende Gheorghe Hagi, in der Startelf.

Deutschlands frühe Freude währt nur kurz – Hagi schockt behäbiges DFB-Team

Das Spiel war umgehend auf Reiseflughöhe angekommen. Vor allem, weil Rumänien extrem aggressiv angriff. Schon in der 3. Minute verbuchte Alin Toşca den ersten Abschluss der Partie für die Seinen. Nur zwei Minuten später wurde Timo Werner steil in den Strafraum geschickt und ging nach minimalem Kontakt mit Andrei Burcă zu Boden. Cüneyt Çakır zeigte umgehend auf den Punkt. In Abwesenheit von Thomas Müller legte sich Joshua Kimmich die Kugel bereits zurecht. In diesem Moment jedoch bekam Çakır einen Anruf von Videoassistent Mete Kalkavan, er möge sich die Szene doch nochmal ansehen. Das tat er auch. Und nach Studium der Videobilder wurde klar, dass der Kontakt nicht für einen Strafstoß ausreicht.

Inzwischen lief die 9. Minute – und Rumänien durfte mal kontern. Nicolae Stanciu setzte rechts Ianis Hagi in Szene. Rumäniens Nummer 14 verpasste Antonio Rüdiger den Beinschuss und vollendete staubtrocken ins lange Eck. 0:1 Der erste Gegentreffer für Deutschland unter Hansi Flick. Viel kälter als das DFB-Team in dieser Szene kann man eigentlich kaum duschen.

Wie sich das Spiel in den Folgeminuten entwickelte, ist eigentlich selbsterklärend. Deutschland hatte das Gros an Ballbesitz, Rumänien machte es sich im eigenen Körbchen bequem. Zu Großchancen kam die DFB-Elf daher eher selten. In Minute 17 gab es die beste: Marco Reus setzte im Strafraum nach, trotzdem kam Florin Niță noch vor Serge Gnabry an die Kugel, Deutschlands Nummer 10 fiel über Rumäniens Keeper. Andrei Rațiu schoss beim Klärungsversuch Timo Werner an, von dort prallte die Kugel zurück zu Gnabry, der sie im Sitzen und mit dem Rücken zum Tor nicht verwerten konnte. Zentimeter rechts vorbei.

Je länger die erste Hälfte dauerte, desto dominanter wurde Deutschland. Doch die Präzision im letzten Drittel ging der Mannschaft von Hansi Flick gänzlich abhanden. Erst in Minute 35 wurde es wieder gefährlich: Joshua Kimmich setzte mit einem genialen Steckpass Serge Gnabry rechts in Szene. Doch der konnte sich – von Rumäniens Abwehr gänzlich alleingelassen – nicht zwischen Torschuss und Querpass entscheiden, Niță packte zu. In der letzten Minute vor der Pause zog Gnabry aus gut 22 Metern Distanz selbst nochmal ab – rechts vorbei.

Und damit war das 1:0 für Rumänien im Hafen. Von den Spielanteilen her, ein glückliches Halbzeitergebnis. Andererseits aber auch ein konsequentes. Rumänien präsentierte sich defensiv äußerst kompakt, schaltete vor allem in der Anfangsphase immer wieder mutig um und nutzte die eine Chance in persona Ianis Hagi zur Führung. Damit haben Flick und die Seinen für den zweiten Durchgang eine ordentliche Denksportaufgabe.

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Gnabry und Müller belohnen druckvolles Deutschland

Eine Denksportaufgabe, für die beide Trainer erstmal keinen Joker zogen. Analog zum ersten Durchgang begann Rumänien giftiger. 48. Minute, wieder inszenierte Stanciu, diesmal für Valentin Mihăilă. Rumäniens Flügelspieler drang in den Strafraum ein und versuchte, George Pușcaș am Fünfmetereck zu bedienen, Niklas Süle blockte.

Ein Weckruf, den die DFB-Elf erhörte. 52. Minute, Leon Goretzka zog von links in die Mitte und flankte auf Marco Reus. Der Dortmunder legte am rechten Strafraumeck für Serge Gnabry ab. Bayerns Flügelspieler platzierte den Ball flach und akkurat dort, wo Niță ihn nur hören konnte. Verdient, überfällig. Man kann es nennen, wie man will. Jedenfalls belohnte sich Deutschland nun für den bisherigen Aufwand und Druck, den sie weiter aufrechterhielten.

Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images

Wie in der ersten Halbzeit jedoch, hatte Deutschland Schwierigkeiten – trotz 73 Prozent Ballbesitz – Schwierigkeiten, sich klare Chancen herauszuspielen. Auch die Einwechslungen von Thomas Müller und Kai Havertz änderten daran erstmal wenig. 73. Minute, Thilo Kehrer flankte von links, eigentlich zu weit. Gnabry erreichte die Kugel noch vor der Torauslinie, legte zurück für Sané, der vom Fünfmetereck verzog. Im direkten Gegenzug fand sich Pușcaș plötzlich im Eins-gegen-Eins mit Rüdiger. Rumäniens Nummer 9 zielte jedoch deutlich am Tor vorbei.

Zehn Minuten vor Schluss zog Vorlagengeber Stanciu von links in den Strafraum, visierte das kurze Eck an. Der Ball ging am Tor vorbei. Auf der anderen Seite erarbeitete sich Deutschland einen Eckball. Den brachte Kimmich an den kurzen Pfosten, Goretzka leitete per Kopf weiter. Thomas Müller stand weit glockenfrei – und nagelte die Kugel unters Tordach. Variante: Einstudiert. Neun Minuten nach Spielbeginn brachte Ianis Hagi Rumänien in Führung, neun Minuten vor Schluss tat Müller Selbiges für Deutschland. Rumänien muckte gegen Ende der Partie nochmal auf, die Versuche versandeten letztlich.

Ein verdienter Sieg, weil Rumänien in der zweiten Hälfte offensiv zu wenig entgegenzusetzen hatte – und Deutschland von der Bank hochkarätig nachlegen konnte. Die Gäste können den Platz erhobenen Hauptes verlassen, wenngleich es in der Tabelle durch die Ergebnisse in den Parallelspielen erstmal runter auf Platz 4 ging. Der Rückstand auf den Qualifikationsplatz beträgt jedoch lediglich zwei Punkte. Für die Mannschaft von Mirel Rădoi steht nun das Schlüsselspiel zuhause gegen Armenien an. Der aktuelle Gruppenzweite ließ beim 1:1 in Island abermals Federn. So kann Deutschland mit einem Sieg in Skopje am Montag die Qualifikation bereits klarmachen..

Der Enstand aus dem Hamburger Volkspark: Deutschland 2, Rumänien 1.

 

Photo by Martin Rose/Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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