UEFA nennt vier „Gefahren“ einer WM alle zwei Jahre

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News | In der Diskussion, ob die Fußball-WM zukünftig alle zwei Jahre stattfinden soll, hat die UEFA nun klare Kritikpunkte benannt und bittet die FIFA um Prüfung.

UEFA argumentiert gegen FIFA-Pläne einer WM alle zwei Jahre

Aktuell ist eine Diskussion um die Austragung der Fußball-WM alle zwei Jahre entbrannt. Die UEFA ist gegen diese Pläne. The Guardian berichtete nun über konkrete Punkte. die der europäische Fußballverband kritisiert hat. Die FIFA wird hierbei um Prüfung dieser gebeten.

 

Die UEFA zeigte sich enttäuscht von der Vorgehensweise der FIFA, die „bisher dazu geführt hat, dass radikale Reformprojekte kommuniziert und offen beworben wurden, bevor man zusammen mit anderen Interessengruppen die Möglichkeit hatte, an einem Konsultationstreffen teilzunehmen.“

Demnach wurde die FIFA am 14. September schriftlich um eine Konsultation gebeten, habe darauf aber nicht reagiert. Das widerspricht der Behauptung des Weltverbandes, wo es hieß, alle Interessengruppen aus dem Fußball und somit auch die kontinentalen Konföderationen, seien zu Monatsbeginn zu Gesprächen eingeladen worden. Mittlerweile ist ein Treffen der FIFA mit allen Landesverbänden für den 30. September anberaumt.

Die UEFA fordert, die FIFA habe neun Kriterien zu prüfen, ehe sie eine Weltmeisterschaft alle zwei Jahre weiter vorantreibt. Vier Punkte bezeichnete sie als „reale Gefahren“. Zum einen wird ein Prestigeverlust der WM durch die häufigere Austragung befürchtet.

Die FIFA hatte zudem versprochen, dass die Spieler weniger Spiele bestreiten müssen. Die UEFA argumentierte dagegen, indem sie die verbleibenden Spiele als anspruchsvoller ansieht. Zudem zwingt eine WM alle zwei Jahre die Spieler aus ihrer Sicht dazu „jedes Jahr im Sommer an hochintensiven Wettbewerben teilzunehmen, anstatt sich in den darauffolgenden Jahren länger zu erholen“.

Auch das Argument, dass die Wettbewerbschancen kleiner Nationen verbessert werden würden, weist die UEFA zurück. Stattdessen hätten alle Nationalmannschaften weniger regelmäßige Spiele, sollten sie sich nicht für die WM qualifizieren.

Abschließend sieht die UEFA die weitere Entwicklung des Frauenfußballs in Gefahr, sollte es zu einer WM alle zwei Jahre kommen, da die Turniere der Frauen „keine exklusiven Plätze mehr erhalten und von der Nähe zu den Spitzenturnieren der Männer überschattet werden“.

Photo: Imago

Gero Lange

Fußballbegeistert seit der Heim-WM 2006. Großer Fan von Spektakelfußball mit vielen schönen Toren, am liebsten aus der Distanz. Seit 2020 bei 90PLUS

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