Supercoppa | 120’+1! Inter gewinnt die Supercoppa in allerletzter Sekunde!

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News | Das Endspiel der Supercoppa 2021 hielt ein Derby d’Italia bereit. Meister Inter traf auf Pokalsieger Juventus. Nach einer turbulenten ersten Halbzeit plätscherte die Partie 120 Minuten lang vor sich hin – bis Alexis Sánchez in aller-, aller-, allerletzter Sekunde mit dem 2:1 für die Entscheidung sorgte.

Inter drückt, McKennie trifft – und Lautaro gleicht aus – turbulentes Supercoppa-Finale

Seit der Triple-Saison 2010 wartete Inter auf den Gewinn der Supercoppa. Simone Inzaghi holte den Titel 2019 bereits mit Lazio, als er Juventus 3:1 besiegte. Auch diesmal setzte er wieder auf sein 3-5-2, mit Milan Škriniar, Stefan De Vrij und Alessandro Bastoni. Im Mittelfeld durften die Ex-Bundesliga-Profis Hakan Çalhanoğlu und Ivan Perišić beginnen. Vorne das Duo aus Edin Džeko und Lautaro Martínez.

 



 

Massimiliano Allegri bot nach dem wilden 4:3 bei der Roma ein 4-4-1-1 mit Mattia Perin im Tor, weil Wojciech Szczęsny nach seiner Booster-Impfung fehlte. Ex-Schalker Weston McKennie begann im Mittelfeld, Dejan Kulusevski als hängende Spitze und Álvaro Morata in vorderster Front.

Den besseren Beginn erwischte der gastgebende Meister. Schon nach wenigen Sekunden flankte der eine Ex-Wolfsburger Perišić auf den anderen, Džeko – knapp drüber. Fünf Minuten später bekam Inter einen Eckball, den Stefan De Vrij aufs Tor brachte. Vor ihm verpasste der lauernde Lautaro Martínez nur knapp.

Lautaro gleicht wuchtig aus – Remis zur Pause zwischen Inter und Juventus

Noch immer waren keine zehn Minuten gespielt, als Lautaro eine Direktabnahme nur knapp neben das Tor setzte. An der Seitenlinie war Simone Inzaghi inzwischen auf Betriebstemperatur angekommen. Nicht nur ob der liegengelassenen Chancen seiner Mannschaft, sondern auch, weil es in der 11. Minute zu einer strittigen Situation kam: Nicolò Barella kam im Duell mit Giorgio Chiellini zu Fall. Viel Ball war nicht dabei, allerdings versuchte Inters Mittelfeldspieler auch, die Szene bis auf den allerletzten Tropfen zu melken.

Erst nach 20 Minuten wurde Juventus erstmals gefährlich. Morata inszenierte und nahm Dejan Kulusevski mit, der direkt scharf nach innen flankte. In der Mitte konnte der Abschluss von Weston McKennie gerade noch geblockt werden. Fünf Minuten später machte er dann sein Tor: Wieder war Morata der Ausgangspunkt, der sich am Strafraum durchsetzte und in die Mitte flankte. Die noch leicht abgefälschte Hereingabe landete bei McKennie, der sicher ins lange Eck einköpfte, 0:1.

In der 27. Minute, gute 120 Sekunden nach dem Treffer, zog Kulusevski aus der Distanz ab, Samir Handanovič parierte herausragend.

Inter gab sich allerdings nicht auf – und bekam in Minute 34 die Chance auf den Ausgleich. Mattia De Sciglio wollte einen eigentlich harmlosen Pass klären. Just in dem Moment tauchte Edin Džeko auf und nahm den Kontakt dankend an – Strafstoß. Lautaro nahm sich dessen an und trümmerte die Kugel staubtrocken in den rechten Winkel. Perin hatte mal überhaupt keinen Auftrag – 1:1! Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.

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Bernadeschi und Dumfries vergeben – Verlängerung in der Supercoppa

Ohne Wechsel ging es in die zweite Halbzeit. Ohne Wechsel, aber vorerst mit demselben, irren Tempo. 48. Minute, Adrien Rabiot bediente Federico Bernadeschi, dessen Abschluss nur knapp rechts vorbeiging. Gut 120 Sekunden später kam Bernadeschi zum Schlenzer – knapp drüber.

 

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Photo by MIGUEL MEDINA/AFP via Getty Images

Auf der anderen Seite stieg Denzel Dumfries nach Çalhanoğlu-Flanke hoch. Perin parierte im Verbund mit dem Innenpfosten herausragend. Juves Keeper sollte nun immer mehr in den Fokus rücken, wie zum Beispiel in Minute 72, als er einen Volley von Ivan Perišić entschärfte, der im Strafraum zum Abschluss kam, aber auch genau auf Perin zielte.

Je länger das Spiel dauerte, desto mehr mussten beide Mannschaften dem Tempo der Partie Tribut zollen. Durchgang zwei hatte seine Längen. Erst in der 93. Minute wurde es nochmal brenzlig, nachdem Weston McKennie im Zweikampf mit Alessandro Bastoni zu Boden ging. Der VAR schaltete sich ein und kam zu dem Urteil, dass es zwar einen Kontakt gegeben hat, dieser aber nicht für einen Strafstoß ausreichte. So mündete die größtenteils ereignisarme zweite Halbzeit in der Overtime.

Alexis Sánchez verhindert das Elfmeterschießen in allerletzter Sekunde

Einen Wechsel nahm Massimiliano Allegri zur Verlängerung vor: Rodrigo Bentancur ersetzte im Mittelfeld Manuel Locatelli. Beide Mannschaften taten sich nun sehr schwer, sich Chancen herauszuarbeiten. Juventus praktizierte ein Offensivpressing, mit dem sie die schwarzblaue Offensive gut zu verhindern wussten – bis auf eine Situation. 96. Minute, der eingewechselte und nur 1,69 Meter große Alexis Sánchez kam nach einer Ecke zum Kopfball, der nur Zentimeter am rechten Pfosten vorbeiging. Zwei Mann in schwarzweiß sind sich zuvor gegenseitig in die Parade gefahren, zudem gab es auch noch einen – nicht ahndungswürdigen – Ringkampf zwischen Chiellini und Škriniar.

Spielfluss war nun kaum noch vorhanden. Fünf Minuten vor dem Seitenwechsel unterband der eingewechselte Paulo Dybala per Handspiel einen Inter-Konter und sah Gelb. Mit der letzten Aktion kombinierten Škriniar und Marcelo Brozović im Nachklapp eines Standards. Am Ende kam Joaquín Correa zum Abschluss, der in den Armen von Mattia Perin landete.

Alex Sandros Stockfehler bringt die Entscheidung

Damit hinein in die letzten 15 Minuten dieses Supercoppa-Finales. Juventus stand nur noch in der eigenen Hälfte und lauerte auf den entscheidenden Konter, Inter ließ die Kugel zirkulieren. Das Spiel steuerte geradewegs auf den Punkt zu. 120 Minuten waren inzwischen gespielt, Federico Dimarco brachte noch eine allerletzte Flanke in den Sechzehner, die eigentlich kaum Gefahr entfachte.

Dann allerdings unterlief Alex Sandro der entscheidende Stockfehler. Von seiner Brust sprang die Kugel viel zu weit nach vorne weg. Matteo Darmian ging dazwischen und kam zu Fall, Daniele Doveri ließ zunächst weiterlaufen, sodass sich Alexis Sánchez den Ball schnappte und verwertete. Die Entscheidung!

Gleich im Anschluss beendete Daniele Doveri die Partie. Giorgio Chiellini nahm Alex Sandro in den Arm, Simone Inzaghi rannte wild jubelnd aufs Spielfeld. Zum zweiten Mal nach 2019 – und zum zweiten Mal gegen Juventus – holt er den Titel. Es ist unterm Strich ein verdienter Sieg für die Mannschaft, die über 120 Minuten mehr fürs Spiel tat und der im allerletzten Moment das Glück des Tüchtigen hold war.

Damit treibt Inter den Machtwechsel in Italien weiter voran – und wird ihnen auch für die kommenden Partien Selbstvertrauen geben. Am Wochenende geht es nach Bergamo, Juventus muss derweil im Heimspiel gegen Udinese Wunden lecken und versuchen, zurück in die Spur zu kommen.

Der Endstand aus San Siro: Inter 2, Juventus 1.

Photo by MIGUEL MEDINA/AFP via Getty Images

Victor Catalina

Victor Catalina

Mit Hitzfelds Bayern aufgewachsen, in Dortmund studiert und Sheffield das eigene Handwerk perfektioniert. Für 90PLUS immer bestens über die Vergangenheit und Gegenwart des europäischen Fußballs sowie seine Statistiken informiert.

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