Der BVB nach dem Aus: Gründe sind vorhanden, die Enttäuschung bleibt

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Borussia Dortmund unterlag am Mittwoch mit 1:3 in Portugal bei Sporting CP und ist aus der Champions League ausgeschieden. Schon am fünften Spieltag. Und das in einer Gruppe, die mindestens als machbar eingestuft werden konnte. 

Das Ausscheiden in der Königsklasse sorgt nun dafür, dass die Stimmung in Dortmund alles andere als ideal ist. In der Bundesliga gelang es zuletzt, trotz einer schwierigen Personalsituation viele Punkte einzufahren. Am Mittwochabend lief allerdings vieles gegen den BVB. Zu viel, denn am Ende war das Aus besiegelt, im neuen Jahr geht es in der Europa League weiter.



BVB scheidet in Lissabon aus: Einige Fehler zu viel

Es sollte ein entscheidendes Spiel sein, ein Test für Borussia Dortmund. Doch der Abend fing mit dem kurzfristigen Ausfall von Raphael Guerreiro (27) schon alles andere als ideal an. Sein Ersatzmann, Nico Schulz (28), war es dann auch noch, der beim 1:0 für die Portugiesen einen langen Ball nicht nur falsch einschätzte, sondern bei der versuchten Klärungsaktion nach misslungenem Stellungsspiel auch alles andere als gut aussah. Beim 2:0 standen drei Verteidiger nahezu auf einem Haufen, zu weit entfernt vom Ball und von Pedro Goncalves (23), der ein herrliches Tor erzielte.

Dortmund BVB Sporting

(Photo by Octavio Passos/Getty Images)

Während es um die rote Karte von Emre Can (27) in der zweiten Halbzeit einige Rätsel gibt, war der Elfmeter, den Dan-Axel Zagadou (22) kurz vor dem Ende verschuldete, indes glasklar. Das 3:0 besiegelte das Aus des BVB dann endgültig, auch wenn der Ehrentreffer noch gelang. Nicht nur defensiv, auch im Spiel nach vorne machte die Mannschaft von Trainer Marco Rose (44) insgesamt zu viele Fehler. Abspiele waren nicht sauber genug, eine sinnvolle Raumbesetzung gelang häufig nicht. Unter dem Strich stehen sechs Punkte aus fünf Spielen und ein Spiel gegen das punktlose Besiktas am letzten Spieltag, in dem es nur noch um ein gutes Gefühl geht.

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Das Aus des BVB: Es kommt einfach zu viel zusammen

Es existieren einige Erklärungen für den Auftritt in Lissabon. Manche davon kann der BVB nur schwer beeinflussen. Ohne Spieler wie Erling Haaland, Mats Hummels, Thorgan Hazard, Giovanni Reyna oder den angesprochenen, kurzfristig ausgefallenen Guerreiro ist es nur verständlich, dass der Mannschaft etwas zum Optimum fehlt. Die Personallage ist seit Wochen angespannt, einige Spieler gehen auf dem Zahnfleisch. Dass es in den vergangenen Spielen immer wieder reichte, um am Ende doch zu gewinnen, ist angesichts dieser Ausfälle bemerkenswert.

Die Mischung aus überspielten Spielern, denen dann in den entscheidenden Situationen die Konzentration fehlt, und Akteuren aus der zweiten Reihe, die einfach qualitativ nicht an das Level der Stammkräfte herankommen (können) war an einem Abend, an dem nicht einmal das Spielglück auf der Seite der Rose-Elf war, im Endeffekt einfach zu viel. Ein Beispiel ist Reinier (19), der extrem unauffällig spielte.

Betrachtet man die Fehler und die Probleme im Offensivbereich, so ist es leicht, dem Trainer einen Vorwurf zu machen. Doch die Einstellung stimmte, Spieler wie Jude Bellingham liefen und gingen über ihre Grenzen. Rose und sein Trainerteam holten in den letzten Wochen eigentlich eher mehr Punkte, als man dem BVB zutrauen konnte. Eine Trainerdiskussion wäre zum jetzigen Zeitpunkt völlig deplatziert.

Keine Ausreden für den BVB, Fehler müssen abgestellt werden

Dafür, dass der BVB im neuen Jahr in der Europa League spielt, gibt es also einige Gründe und Erklärungsansätze. Die Europa League könnte übrigens prominent wie selten zuvor besetzt sein. Neapel, Lyon, Monaco, West Ham, Real Sociedad oder Lazio sind schon im Wettbewerb und das „Schicksal Platz drei“ in der Champions League kann Teams wie den FC Barcelona, Atletico, Milan oder den FC Sevilla auch noch ereilen. Doch zurück zu den Gründen für das Aus, die keine Ausreden sind. Diese suchte Marco Reus (32) nach dem Spiel auch nicht.

Der Offensivspieler der Schwarzgelben war sichtlich bedient. „Wir haben zu viele Ups and Downs. Wenn wir mal eine Zeit lang stabil sind, kommt sowas wie heute, und das wirft uns in unserer Entwicklung zurück. Wir diskutieren am Ende immer über die gleichen Fehler“, so der Kapitän. Nicht nur Reus, auch Rose und andere Spieler waren sichtlich enttäuscht. Für die kommenden Wochen gilt nun die Devise, dass diese Fehler, von denen der Kapitän sprach, schnellstmöglich abgestellt werden.

Das wird allerdings alles andere als leicht. Wolfsburg und Bayern heißen die nächsten Gegner, dazwischen liegt immerhin eine reguläre Trainingswoche, in der auch Inhalte eingeübt werden können. Hazard kehrt in Kürze zurück, auch Hummels steht in der Liga zur Verfügung. Darüber hinaus nähert sich Mo Dahoud (25) auch seiner vollständigen Fitness, auch Youssoufa Moukoko (17) kann in Kürze wieder spielen. Wenn nun auch noch bei Guerreiro schnell Entwarnung herrscht, sieht die Lage doch wieder etwas besser aus. Zumindest dann, wenn die Enttäuschung verdaut ist und die wiederkehrenden Fehler eben nicht wiederkehren.

(Photo by Octavio Passos/Getty Images)

 

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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