WM 2018: Die Elf der Gruppenphase

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Die Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft 2018 ist vorüber, alle 48 Spiele wurden absolviert. Nachdem wir dreimal die Elf des Spieltags gekürt haben ist es nun an der Zeit alle Eindrücke zusammenzufassen und eine Elf der Gruppenphase zu nominieren. 

 

Tor: Kasper Schmeichel (Dänemark)

In einer Gruppe mit Frankreich, Australien und Peru zeigten die Dänen weitgehend gute Leistungen, allen voran im Defensivverbund. Ein sicherer Rückhalt hinter einer Abwehr mit Kjaer und Christensen war dabei Torhüter Kasper Schmeichel. Insbesondere beim Sieg gegen Peru war er der wichtigste Faktor. Schmeichel hielt die 0 gegen die aggressiven Südamerikaner und spielte auch gegen Australien und Frankreich eine gute Rolle. Insgesamt absolvierte Schmeichel 270 fehlerfreie Einsatzminuten, doch ab sofort wird er wohl noch mehr im Fokus stehen.

 

Abwehr: Diego Godin (Uruguay)

Zugegeben: Die Gruppe A, in der Uruguay spielte, war nicht gerade überragend besetzt. Trotzdem ist es durchaus erwähnenswert, dass die Südamerikaner in den 3 Gruppenspielen nicht ein einziges Gegentor kassierten. Und Godin war der Anführer dieser Abwehr, bildete ein eingespieltes Duo mit Nebenmann Gimenez und verteidigte alles weg, was es zu verteidigen gab. Zudem beeindruckte Godin mit seiner Präsenz in den Luftzweikämpfen, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive.

 

Abwehr: Andreas Granqvist (Schweden)

(Photo by Clive Rose/Getty Images)

Mit seinen 33 Jahren ist Andreas Granqvist einer der „Oldies“ in der Abwehr der Schweden. In der Defensive zeigt er sich weitgehend sehr souverän, abgesehen von seinen bekannten Geschwindigkeitsproblemen. Granqvist spielte einen ruhigen, soliden Part und half den Schweden beim Einzug in das Achtelfinale. Ein elementarer Nebeneffekt: Der Innenverteidiger erzielte auch noch zwei Treffer durch Elfmeter, darunter das wichtige Siegtor gegen Südkorea.

 

Abwehr: Manuel Akanji (Schweiz)

Eine überragende Zweikampfquote, sehr viele Pässe, die an den Mann gebracht wurden, viele Klärungsaktionen und ein herausragendes Timing bei den Tacklings: Manuel Akanji spielte eine hervorragende Gruppenphase mit der Schweiz. Gegen Brasilien reichte es zu einem 1:1, Serbien wurde geschlagen und gegen Costa Rica reichte am Ende ein Remis. Der Dortmunder behielt in der Defensive stets die Ruhe und die Übersicht und war einer der besten, wenn nicht sogar der beste Defensivspieler der Gruppenphase.

 

Mittelfeld: Granit Xhaka (Schweiz)

Der zweite Schweizer im Bunde ist Granit Xhaka! Der zentrale Mittelfeldspieler war gegen Brasilien im Verbund mit Valon Behrami dafür verantwortlich, dass sich die Südamerikaner nicht entfalten konnten. Gegen Serbien nahm er das Heft des Handelns in die Hand, riss das Spiel an sich, erzielte den Treffer zum 1:1 per Distanzschuss und trieb das Spiel immer wieder an. Auch gegen Costa Rica war er im Prinzip der beste Schweizer, immer unspielbar, passsicher und kam ohne Foul aus.

 

Mittelfeld: Luka Modric (Kroatien)

Luka Modric drückte dem Spiel der kroatischen Nationalmannschaft in der Gruppenphase den Stempel auf. Bereits gegen Nigeria war Modric überragend, erzielte mit einem Elfmeter ein wichtiges Tor. Noch einen draufsetzen konnte der Mittelfeldspieler von Real Madrid im zweiten Gruppenspiel gegen Argentinien. Dort dominierte er das Mittelfeld, schloss einige Lücken, war immer anspielbar und entschied das Spiel mit einem traumhaften Tor zum 2:0. Modric zeigte bisher seine gesamte Klasse und ist ein wichtiger Faktor im Spiel der Kroaten, trägt dazu bei, dass das Team von Trainer Dalic derzeit zu den Geheimfavoriten zu zählen ist.

 

Mittelfeld: Isco (Spanien)

(Photo by Alex Livesey/Getty Images)

Er hatte immens viele Ballaktionen, war einer der Fixpunkte im Spiel der Spanier und trat ebenso auch noch als Torschütze in Erscheinung. Isco spielte eine überragende Gruppenphase, war der entscheidende Faktor in der Offensive und alles, was er tat, hatte Hand und Fuß. Mit einer überragenden Passquote, vielen klugen Ideen und einer großartigen Ballsicherheit bestach Isco in den drei Spielen, auch wenn sich das spanische Team insgesamt nicht ideal präsentierte.

 

Mittelfeld: Philippe Coutinho (Brasilien)

Natürlich ruhen alle Augen bei der brasilianischen Nationalmannschaft auf Neymar, doch abseits des Superstars spielte sich erneut Philippe Coutinho in den Vordergrund. Coutinho trat als Torschütze und überragender Vorbereiter (Pass auf Paulinho im 3. Gruppenspiel gegen Serbien) in Erscheinung und wirkte auch so effektiver als Neymar. Coutinho war an nahezu jedem gefährlichen Angriff der Brasilianer beteiligt und könnte im Kampf um den Weltmeistertitel der entscheidende Faktor werden.

 

Mittelfeld: Eden Hazard (Belgien)

Seitdem Eden Hazard das Kapitänsamt bei der belgischen Nationalmannschaft inne hat, übernimmt der Offensivstar des FC Chelsea noch mehr Verantwortung. Natürlich glänzte Hazard „nur“ gegen Panama und Tunesien, aber er sorgte dafür, dass der Offensivfluss im belgischen Spiel erst so zustande kam und dass die Harmonie und Fluidität in der prominent besetzten Offensive aufrecht erhalten werden konnte. Hazard traf, bereitete vor, stieß in die Lücken und beschäftigte die Defensivspieler der Gegner in nahezu jeder Aktion.

 

Angriff: Cristiano Ronaldo (Portugal)

Natürlich verschoss Cristiano Ronaldo gegen den Iran einen Elfmeter und die portugiesische Nationalmannschaft kam nicht gerade unglaublich souverän weiter, aber der Angreifer zeigte erneut welch einen immensen Effekt er für diese Mannschaft hat. Ronaldo erzielte den Siegtreffer gegen Marokko, Ronaldo war am 1. Spieltag der elementare Faktor beim 3:3 gegen Spanien. Dort erzielte Ronaldo einen Hattrick und hätte sogar noch mehr Scorerpunkte erreichen können, wenn seine Mitspieler die Vorlagen genutzt hätten.

 

Angriff: Romelu Lukaku (Belgien)

(Photo by Catherine Ivill/Getty Images)

Der wuchtige Angreifer ist nicht nur ein emsiger, fleißiger Arbeiter, der die gegnerischen Verteidiger von der ersten Sekunde an beschäftigt, sondern auch ein wichtiger Torschütze für die belgische Mannschaft. All seine Mitspieler lobten Lukaku, sehen in ihm den entscheidenden Abschlussspieler für die belgische Offensivabteilung. Er verwertet die Vorlagen von Hazard, de Bruyne, Mertens und Carrasco mustergültig, ließ sogar noch 2-3 Gelegenheiten liegen. Lukaku könnte ein Schlüsselfaktor für Belgien sein – und ist es bereits jetzt.

 

 

Auf der Bank

Tor: Hyun-woo Cho (Südkorea)

Abwehr: José Gimenez (Uruguay) – Kieran Trippier (England)

Mittelfeld: Hector Herrera (Mexiko), Ivan Rakitic (Kroatien), Aleksandr Golovin (Russland)

Angriff: Harry Kane (England)

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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