WM 2018 | 2x Mexiko, 2x Schweiz – Die Elf des 1. Spieltags

| WM 2018

Der 1. Spieltag der Gruppenphase bei der WM 2018 in Russland ist vorüber, die ersten 16 Spiele sind absolviert. Einige Spieler konnten bereits mit hervorragenden Leistungen auf sich aufmerksam machen, einige Außenseiter die Favoriten vor Probleme stellen, ärgern – oder sogar mehr. Wir stellen nun unsere Elf des Spieltags vor und liefern gleichzeitig auch noch sieben Alternativen auf der „Bank“! 

Bei „Kick in Russ“, dem Podcast zur WM 2018 auf meinsportradio.de, könnt ihr auch die Zusammenstellung unserer Elf des ersten Spieltags auch bequem im Audio-Format zu Gemüte führen.

 

Tor

Kasper Schmeichel (Dänemark)

Der dänische Schlussmann Kasper Schmeichel war im Spiel gegen die offensiv ausgerichtete peruanische Mannschaft ein sicherer Rückhalt. Mit 6 teils hervorragenden Paraden sicherte er seiner Mannschaft den Sieg, dabei strahlte er immer Ruhe aus, beruhigte das Spiel in den hektischen Phasen und überspielte die herannahenden Angreifer der Südamerikaner ohne dabei ein zu großes Risiko einzugehen. An einem 1. Spieltag, an dem einige Torhüter gute Leistungen abriefen, war Schmeichel der dominanteste.

(Photo by Clive Mason/Getty Images)

 

Abwehr

José Gimenez (Uruguay)

Der Innenverteidiger von Atletico Madrid sorgte zusammen mit Teamkollege Diego Godin dafür, dass Uruguay keinen Gegentreffer kassierte. Eine Passquote von fast 85 % zeichnete Gimenez aus, der wie gewohnt unaufgeregt spielte und die ägyptische Offensive nicht zur Entfaltung kommen ließ. Mit über 80 % gewonnenen Luftzweikämpfen und einer Zweikampfbilanz von knapp 80 % insgesamt zeigte er sich sehr sicher. Ein weiterer Höhepunkt: Sein Siegtreffer kurz vor dem Ende des Spiels.

(Photo by Dan Mullan/Getty Images)

 

Manuel Akanji (Schweiz)

Dass die Schweiz ein überraschendes 1:1 gegen die favorisierten Brasilianer erreichte, lag auch an Innenverteidiger Manuel Akanji. Mit 83 Ballaktionen und einer überragenden Zweikampfquote brachte Akanji die Offensivspieler der „Selecao“ zur Verzweiflung, beim Gegentreffer konnte er nichts ausrichten. Der Verteidiger des BVB zeigte keine Schwächen, spielte unaufgeregt und ließ sich auch vom Druck des Gegners nicht verunsichern, brachte fast 90 % der Pässe an den eigenen Mann. Als Spieler des Spiels taucht er auch zurecht in der Elf des Spieltags auf.

 

Jesus Gallardo (Mexiko)

Der naturgemäß eher offensiv ausgerichtete Jesus Gallardo spielte gegen die deutsche Nationalmannschaft auf der linken Defensivseite Mexikos und sorgte, neben einer schwachen Leistung der DFB-Elf, dafür, dass sich die potenzielle Schokoladenseite bestehend aus Müller und Kimmich nicht entfalten konnte. Gallardo hatte die meisten Ballaktionen der Defensivspieler Mexikos, gewann fast 60 % der Zweikämpfe, war ein permanenter Störfaktor und besetzte auch im Umschaltspiel die Räume extrem clever.

 

Mittelfeld

Aaron Mooy (Australien)

Trotz der Niederlage der australischen Mannschaft stach Mittelfeldspieler Aaron Mooy gegen Favorit Frankreich hervor. Von der 1. Minute an zeigte Mooy Einsatz, Lauffreude und war auch im technischen/kreativen Bereich tätig, initiierte einige Konterangriffe der Elf von van Marwijk. Nicht nur der optische Eindruck, sondern auch die Zahlen überzeugen: 79 Ballaktionen, eine Zweikampfquote von starken 75 % und fast 80 % angekommene Pässe sind gegen einen der Titelkandidaten eine starke Ausbeute.

(Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

 

Valon Behrami (Schweiz)

Valon Behrami agierte gegen Brasilien als klassischer Kettenhund, der unter anderem Offensivstar Neymar aus dem Spiel nehmen musste. Das gelang auch sehr gut, Behrami foulte zwar hin und wieder, tat dies aber meistens recht clever, hatte immer einen Fuß in den brasilianischen Angriffen und sorgte für die nötige Stabilität. Wenn dann noch eine Passquote von über 90 % dazukommt, dann stört auch die vorzeitige Auswechslung nicht. Behrami war viel unterwegs und musste diesem enormen Aufwand auch Tribut zollen.

 

Aleksandr Golovin (Russland)

Dass Russland zum Auftakt mit 5:0 gegen Saudi-Arabien gewinnen konnte, lag einerseits an einem schwachen Gegner, andererseits aber auch an wirklich guten Offensivaktionen und viel Struktur im offensiven Umschaltspiel. Die Passquote von gut 70 % stach nicht hervor, dafür die zwei Torvorlagen und das Highlight kurz vor dem Ende. Golovin setzte nämlich den Schlusspunkt im Eröffnungsspiel mit einem sehenswerten direkt verwandelten Freistoß.

 

Hector Herrera (Mexiko)

Die deutsche Mannschaft kam im Mittelfeld auch aufgrund Hector Herrera nicht zur Entfaltung. Der laufstarke Mittelfeldspieler des FC Porto vereinte defensive und offensive Qualitäten, stopfte Lücken, lief in der Rückwärtsbewegung schnell wieder in die Grundordnung zurück und initiierte durch seine cleveren Bewegungen und guten Pässe einige Konterangriffe. Die Passquote von 82 % und die Zweikampfquote von über 60 % überzeugten überdies. Herrera war einer der besten Spieler auf dem Platz!

 

Angriff

Cristiano Ronaldo (Portugal)

Der Superstar Portugals ist ein absolutes Phänomen. Nach einer hervorragenden Saison in der Champions League konnte er gleich zu Beginn des Turniers ein Ausrufezeichen setzen. 3 Tore gegen Spanien waren ein fantastischer Auftakt für Ronaldo. Der Elfmeter war souverän verwandelt, beim 2. Treffer profitierte er von einem Torhüterfehler von de Gea und der Freistoß am Ende des Spiels zum 3:3 war nahezu perfekt geschossen. Allerdings überzeugte Ronaldo nicht nur durch seine drei Treffer, auch die Arbeit für die Mannschaft war stark, er bereitete einige Torchancen vor und hätte noch weitere Scorerpunkte sammeln können.

(Photo by Maddie Meyer/Getty Images)

 

Harry Kane (England)

Im Angriff der Engländer steht vor allem Harry Kane im Fokus. Warum das so ist zeigte der Stürmer bereits im Auftaktspiel gegen Tunesien. Natürlich waren seine Tore keine Treffer der Extraklasse, aber Kane stand zweimal richtig, drückte den Ball über die Linie und belohnte die englische Mannschaft einerseits nach ihrer Druckphase zu Beginn, rettete die „Three Lions“ am Ende des Spiels und sorgte für den Siegtreffer. Kane erfüllte die Erwartungen bereits im ersten Spiel vollends.

 

Diego Costa (Spanien)

Auch Diego Costa erzielte, genau wie Harry Kane, zwei Treffer im ersten Spiel seiner spanischen Mannschaft. Costa zeigte dabei, warum er als extrem unangenehm zu bespielender Stürmer gilt. Er beschäftigte permanent die portugiesische Defensive, setzte sich teilweise auch am Rande der Legalität durch, erzielte zwei Treffer, davon ein absolut herausragendes. Costa war ein permanenter Unruheherd, der auch im Kombinationsspiel kein Hindernis war und bewies, dass er in einer sehr guten Turnierform ist.

 

Die Übersicht

 

Die Alternativen für die Bank

Die sieben Spieler für die Bank sehen wie folgt aus: Im Tor haben wir uns für den Isländer Halldorsson entschieden, der den Punkt gegen Argentinien mit sehenswerten Paraden und einem gehaltenen Elfmeter gegen Lionel Messi sicherte. Andreas Christensen stoppte einige Angriffe der peruanischen Mannschaft und hatte eine hervorragende Passquote und die meisten Ballaktionen aller Verteidiger auf dem Platz. Im Mittelfeld sind vor allem die  Offensivkünstler zu erwähnen. Denis Cheryshev erzielte als Joker für die russische Mannschaft gleich zwei Treffer, vor allem der Außenristschuss zum 4:0 war sehr sehenswert. Auch sonst war er sehr agil und immer anspielbar.

Beim 3:3 der Spanier gegen Portugal hatte Isco mit 123 Ballaktionen einen immensen Anteil daran, dass Spanien das Spiel lange bestimmen konnte. Eine Passquote von über 90 % tat außerdem ihr übriges. Ebenfalls hervorzuheben ist Eden Hazard, der für die belgische Mannschaft viel Verantwortung übernahm und an vielen Torchancen beteiligt war. Zudem bereitete der Star des FC Chelsea das 3:0 der Belgier vor. Hirving Lozano ist der dritte Mexikaner im Bunde. Eine Passquote von über 90 % ist für einen Flügelspieler herausragend, zudem erzielte er den umjubelten Siegtreffer der Mexikaner. Im Angriff ist die Alternative ein weiterer Doppelpackschütze, nämlich Belgiens Romelu Lukaku. Nach einer gewissen Anlaufzeit spielte er eine gute Rolle in der Offensive und verwandelte eine Vorlage von de Bruyne und eine von Hazard.

Manuel Behlert

Vom Spitzenfußball bis zum 17-jährigen Nachwuchstalent aus Dänemark: Manu interessiert sich für alle Facetten im Weltfußball. Seit 2017 im 90PLUS-Team. Lässt sich vor allem von sehenswertem Offensivfußball begeistern.

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