WM 2022 | Tunesien bezwingt Weltmeister Frankreich – und fliegt raus

WM 2022: Tunesien vs Frankreich
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News | Am letzten Spieltag der Gruppe D bezwang Tunesien Weltmeister Frankreich hochverdient mit 1:0. Für das Weiterkommen reichte dies allerdings nicht.

Tunesien setzt Frankreich unter Druck

Die Ausgangslage für Tunesien war recht klar: Es musste unbedingt ein Sieg her, um ins Achtelfinale einzuziehen. Dazu musste noch darauf gehofft werden, dass Australien nicht gegen Dänemark siegt. Frankreich stand schon vor der Partie aufgrund des deutlich besseren Torverhältnisses quasi als Gruppensieger fest. Dementsprechend wechselte Didier Deschamps die Startelf ordentlich durch. Nur Raphael Varane und Aurelien Tchouameni konnten im Vergleich zum letzten Spiel ihren Platz behalten. Eintracht Frankfurts Randal Kolo Muani feierte sein Startelfdebüt für die Franzosen.



Die tunesische Mannschaft, die mit einer komplett neuen Offensive auftrat, legte von Beginn an eine hohe Intensität an den Tag und versuchte den Weltmeister früh zu stören. In der achten Minute musste dann Steve Mandanda schon das erste Mal den Ball aus dem französischen Netz holen. Einen Freistoß aus dem Halbfeld brachte Nader Ghandri artistisch im Tor unter, stand dabei allerdings knapp im Abseits. Pech für den Außenseiter. Die Mannen von Jalel Kadri blieben am Drücker und vor allem Kapitän Wahbi Khazri war äußerst präsent. Weitere Topchancen spielten sich die Tunesier allerdings erst einmal nicht mehr heraus.

Die Franzosen kamen erst Mitte der ersten Halbzeit gefährlich vor das gegnerische Tor. Kingsley Coman sorgte nach 25 Minuten für den ersten Abschluss, aber sein Ball ging weit am Kasten vorbei. Nur für eine kurze Phase ließ die hochkarätig besetzte B-Elf des Weltmeisters ihre Klasse auftrumpfen und den Gegner laufen. Bis zur Halbzeit waren es dann aber wieder die Tunesier, die einige Halbchancen besaßen. So richtig gefährlich wurde es aber nicht mehr bis zum Ende des erste Durchgangs.

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Tunesien belohnt sich mit Führung

Beide Trainer verzichteten zum Wiederanpfiff auf personelle Änderungen. Die Kadri-Elf blieb nach wie vor die gefährlichere Mannschaft. Aissa Laidouni schoss aus spitzem Winkel nur knapp über das Tor, foulte allerdings zuvor auch Youssouf Fofana (52. Min.). Der Außenseiter drängte auf die Sensation und agierte immer entschlossener. Ellyes Skhiri vom 1. FC Köln erkämpfte sich im Mittelfeld stark den Ball gegen Fofana und schickte Khazri auf die Reise. Der Routinier dribbelte daraufhin in den Strafraum und legte den Ball zielgenau an Mandanda zum 1:0 vorbei (58. Min.). Danach musste der völlig verausgabte Kapitän auch vom Platz.

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Deschamps reagierte sofort auf den Rückstand mit frischen Kräften. Unter anderem kam Superstar Kylian Mbappé für Coman auf den Rasen. Es änderte sich allerdings nicht allzu viel. Frankreich kam zu keinen gefährlichen Chancen und die Tunesier warfen sich nach wie vor in jeden Zweikampf hinein. Deschamps war sichtlich unzufrieden und brachte auch noch Antoine Griezmann und Ousmane Dembélé, um den Druck zu erhöhen. In der 89. Minute war es dann mal Mbappé, der sich alleine gegen seine Gegenspieler durchsetzte und aus spitzem Winkel Dahmen prüfte. Kurz darauf hatte Kolo Muani seine erste Chance, verzog aber knapp aus der Distanz.

In der achten Minute der Nachspielzeit war es dann Griezmann, der die kurze Druckphase der Franzosen scheinbar mit dem Ausgleich belohnte. Seine Direktabnahme aus wenigen Metern war unhaltbar für den tunesischen Keeper. Doch aufgrund einer Abseitsstellung wurde der Treffer vom VAR wieder einkassiert. Es blieb beim 1:0-Sieg, doch auch dieser reichte aufgrund des Ergebnisses im Parallelspiel nicht für das Weiterkommen.

Schema

Tunesien: Dahmen – Ghandri, Meriah, Talbi – Kechrida, Skhiri, Laidouni, Maaloul – Ben Slimane (83. Abdi), Ben Romdhane (74. Chaaleli), Khazri (60. Jebali)

Frankreich: Mandanda – Disasi, Varane (63. Saliba), Konaté, Camavinga – Tchouameni, Veretout (63. Rabiot), Fofana (73. Griezmann), Guendouzi (79. Dembélé), Coman (63. Mbappé) – Kolo Muani

Tore: 1:0 Khazri (58. Min.)

(Photo by Clive Mason/Getty Images)

Damian Ozako

Als Kind von Tomas Rosicky verzaubert und von Nelson Haedo Valdez auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht worden. Geblieben ist die Leidenschaft für den (offensiven) Fußball. Seit 2018 bei 90PLUS.

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